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Vorwort

Sie befinden sich gerade auf dem Weg in ein fantastisches Abenteuer in der Welt von Linux. Einfach ausgedrückt bringt Linux die Spannung und Leidenschaft zurück, die einmal vom Personal Computer ausging, als in seinen Kindheitstagen selbsternannte »Hacker«, mit Oszilloskop und Lötzinn bewaffnet, schlaflose Nächte damit zubrachten, ein lauffähiges System aus einem Bausatz zusammenzuflicken. Vielleicht haben sich die Werkzeuge und die Zeiten geändert (an die Stelle des Lötzinns ist der Debugger getreten), aber das Gefühl ist dasselbe. Es gibt immer noch Hacker, und Linux drückt deren Geist als komplettes UNIX-kompatibles Betriebssystem für den PC deutlich aus.

Trotz seiner Herkunft ist Linux nicht mehr nur etwas für abgedrehte Programmier-Freaks. Für Tausende von Leuten, die aus den verschiedensten Berufen stammen und mit unterschiedlichstem EDV-technischen Wissen ausgestattet sind, ist Linux zu dem Betriebssystem für Beruf, Erziehung und -- Okay, Okay -- einfach nur zum Spaß geworden.

Wie konnte Linux so mächtig und populär werden, wo es doch nicht von einem Team gutbezahlter (oder nicht so gutbezahlter) professioneller Programmierer entwickelt wurde? Haben wir hier vielleicht etwas, um das sich das FBI kümmern sollte?

Kooperation. Das allein ist der Grund dafür. Linux ist frei -- sowohl im Sinne von kostenlos als auch von »liberty« --, und diese Freiheit fördert positive Wechselwirkungen zwischen Programmierern, die den Traum von einem vollständig funktionierenden UNIX-Klon träumen. Fragen Sie einfach jeden Entwickler, warum er Stunde um Stunde mit dieser Zeitfalle namens Linux verbringt, und Sie werden immer dieselbe Antwort erhalten: ganz einfach aus Spaß am Hacken.

Was Sie aber vielleicht nicht wissen ist, daß, indem Sie Linux verwenden, Sie auch das Wachstum und die Entwicklung freier Software auf der ganzen Welt unterstützen. Freier Zugriff auf Software mit der Möglichkeit, diese zu modifizieren und ohne Einschränkungen weitergeben zu können, wird von vielen als fundamentales Recht aller Computerbenutzer betrachtet. (Zusammen mit dem Recht zu leben, dem Recht auf Freiheit und dem Streben nach mehr Plattenkapazität.) Software definiert, wie ein Computer verwendet wird, und Betriebssysteme sind dafür ein extremes Beispiel. Indem Sie ein bestimmtes Betriebssystem wählen, wählen Sie gleichzeitig ein Modell, nach dem die Maschine betrieben wird, angefangen vom Benutzer-Interface bis hin zum Gerätetreiber auf der untersten Ebene.

Der wichtigste Aspekt bei Linux ist, daß es von seinen und für seine Benutzer entwickelt und unterstützt wird. Nicht der Computermarkt, sondern die Benutzer bestimmen, in welche Richtung sich Linux entwickelt. Das ist ein weitaus greifbareres Ziel als das Streben nach Gewinn oder Marktanteilen. Obwohl das sicher bedeutet, daß Linux damit nicht jeden anspricht, kann das Publikum, für das es gedacht ist, sein Verhalten doch direkt beeinflussen. Um es auf den Punkt zu bringen: Linux ist einfach unser Lieblings-Betriebssystem. Was kommt dagegen schon an?

Power to the people. Linux ist da.

Matt Welsh
Koordinator des Linux Documentation Project


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