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Glossar

Ein Problem bei Netzwerken ist, die Bedeutung all der Abkürzungen und Fachausdrücke zu behalten. Hier ist eine Liste mit in diesem Buch häufig verwendeten Abkürzungen und Fachausdrücken, versehen jeweils mit einer kurzen Erläuterung.

ACU
Automatic Call Unit. Ein Modem.

ARP
Address Resolution Protocol. Wird verwendet, um IP-Adressen in Ethernet-Adressen umzuwandeln.

ARPA
Advanced Research Project Agency, später DARPA. Gründer des Internet.

ARPANET
Der Vorläufer des heutigen Internet. Ein experimentelles, von der amerikanischen U.S. Defense Advanced Research Project Agency (DARPA) gegründetes Netzwerk.

Assigned Numbers
Der Titel eines regelmäßig veröffentlichten RFC, das alle öffentlich zugewiesenen Nummern aufführt, die für die unterschiedlichsten Zwecke bei TCP/IP-Netzwerken verwendet werden. Beispielsweise ist eine Liste aller Port-Nummern bekannter Dienste wie rlogin, telnet etc. enthalten. Die neueste Ausgabe dieses Dokuments ist RFC 1340.

Bang Path
Bei UUCP-Netzwerken eine spezielle Notation für den Pfad von einer UUCP-Site zu einer anderen. Der Name stammt von den Ausrufezeichen (»bangs«) ab, die verwendet werden, um die verschiedenen Hostnamen zu trennen. Beispiel: foo!bar!ernie!bert bezeichnet einen Pfad zum Host bert, der (in dieser Reihenfolge) über foo, bar und ernie führt.

BBS
Bulletin Board System. Ein Dialup-Mailbox-System.

BGP
Border Gateway Protocol. Ein Protokoll zum Austausch von Routing-Informationen zwischen autonomen Systemen.

BIND
Der Berkeley Internet Name Domain-Server. Die Implementierung eines DNS-Servers.

BNU
Basic Networking Utilities. Die momentan gängigste UUCP-Variante. Auch als »HoneyDanBer UUCP« bekannt. Dieser Name ist von den Namen der Autoren (P. Honeyman, D.A. Novitz und B.E. Redman) abgeleitet.

Broadcast-Netzwerk
Ein Netzwerk, das es einer Station erlaubt, Datagramme an alle anderen Stationen im Netzwerk gleichzeitig zu adressieren.

BSD
Berkeley Software Distribution. Eine UNIX-Variante.

kanonischer Hostname
Der primäre Name eines Hosts innerhalb des Domain Name System. Dies ist der einzige Name des Host, an den auch ein A-Record gebunden ist, und der zurückgegeben wird, wenn ein Reverse Lookup durchgeführt wird.

CCITT
Comiteé Consultatif International de Télégraphique et Téléphonique. Eine internationale Organisation von Telefondiensten etc.

CSLIP
Compressed Serial Line IP. Ein Protokoll zur Übertragung von IP-Paketen über serielle Leitungen, das die Header der meisten TCP/IP-Datagramme komprimiert.

DNS
Domain Name System. Eine verteilte Datenbank, die im Internet verwendet wird, um Hostnamen in IP-Adressen zu wandeln.

EGP
External Gateway Protocol. Ein Protokoll zum Austauschen von Routing-Informationen zwischen autonomen Systemen.

Ethernet
Umgangssprachlich der Name für eine bestimmte Netzwerk-Ausrüstung. Technisch meint Ethernet den Teil einer Reihe von Standards, die vom IEEE festgelegt wurden. Die Ethernet-Hardware verwendet ein einziges Stück Kabel, häufig Koax-Kabel, um eine Reihe von Hosts zu verbinden. Sie ermöglicht Übertragungsraten von bis zu 10 Mbps. Das Ethernet-Protokoll definiert die Art und Weise, in der Hosts über dieses Kabel kommunizieren.(1)

FQDN
Fully Qualified Domain Name. Ein Hostname mit anhängigem Domainnamen, und auf diese Weise ein gültiger Index auf die Domain Name-Datenbank.

FTP
File Transfer Protocol. Das Protokoll, auf dem einer der bekanntesten Datei-Transfer-Dienste basiert, und nach dem er auch benannt ist.

FYI
»For Your Information.« Eine Reihe von Dokumenten mit informellen Informationen zu Internet-Themen.

GMU
Groucho-Marx-Universität. Eine fiktive Universität, die als Beispiel in diesem Buch verwendet wird.

GNU
»GNU's not Unix« -- Dieses rekursive Akronym ist der Name eines Projekts der Free Software Association. Ziel ist die Bereitstellung einer Reihe von UNIX-Tools, die zueinander passen und kostenlos kopiert und benutzt werden dürfen. GNU-Software darf unter den Bedingungen der sog. »GNU General Public License« (GPL), auch »Copyleft« genannt, verwendet werden. Die GPL ist im Kapitel Anhang C, Copyright und Lizenzinformationen abgedruckt.

HoneyDanBer
Der Name einer UUCP-Variante. Siehe auch BNU.

Host
Ganz allgemein ein Netzwerk-Knoten: Etwas, was in der Lage ist, Netzwerk-Nachrichten zu empfangen und zu versenden. Das ist üblicherweise ein Computer, aber auch X-Terminals oder intelligente Drucker sind denkbar.

ICMP
Internet Control Message Protocol. Ein Netzwerk-Protokoll, das von IP verwendet wird, um Informationen über Fehler an den sendenden Host zurückzugeben etc.

IEEE
Institute of Electrical and Electronics Engineers. Noch eine Standardisierungs-Organisation. Aus Sicht des UNIX-Benutzers ist deren vielleicht wichtigste Errungenschaft der POSIX-Standard. Dieser definiert verschiedene Aspekte von UNIX-Systemen, angefangen von Interfaces für Systemaufrufe über die Semantik bis hin zu Werkzeugen für die Administration. Daneben hat das IEEE auch die Spezifikationen für Ethernet, Token-Ring- und Token-Bus-Netzwerke entwickelt. Ein weitverbreiteter Standard für die binäre Repräsentation realer Zahlen stammt ebenfalls vom IEEE.

IETF
Internet Engineering Task Force.

Internet
Ein Computernetzwerk, das sich aus einer Reihe individueller, kleinerer Netzwerke zusammensetzt.

Das Internet
Ein bestimmtes, weltweites Internet.

IP
Internet Protocol. Ein Netzwerk-Protokoll.

ISO
International Standards Organization.

ISDN
Integrated Services Digital Network. Relativ neue Telekommunikations-Technologie, die digitale anstelle analoger Techniken benutzt.

LAN
Local Area Network. Ein kleines Computernetzwerk.

MX
Mail Exchanger. Ein DNS-Ressource-Record-Typ, der verwendet wird, um einen Host als Mail-Gateway für eine Domain zu kennzeichnen.

Netzwerk, paketorientiert
Ein Netzwerk, bei dem Daten unmittelbar weitergeleitet werden, indem sie in kleine Pakete zerlegt werden, die dann individuell übertragen werden. Paketorientierte Netzwerke benötigen semipermanente oder permanente Verbindungen.

Netzwerk, »Store-and-Forward«
Das genaue Gegenteil eines paketorientierten Netzwerks. Das Netzwerk überträgt die Daten »an einem Stück« und arbeitet nicht mit permanenten Verbindungen. Statt dessen wird die Verbindung zwischen Hosts nur in regelmäßigen Intervallen aufgebaut, und alle Daten werden auf einmal übertragen. Das bedeutet, daß die Daten zwischengespeichert werden müssen, bis die Verbindung aufgebaut wird.

NFS
Network File System. Ein Standard Netzwerk-Protokoll und eine Software-Sammlung, die den transparenten Zugriff auf entfernte Festplatten (»remote disks«) ermöglicht.

NIS
Network Information System. Eine RPC-basierte Anwendung, die es erlaubt, Konfigurationsdateien wie beispielsweise die Paßwortdatei auf verschiedenen Hosts gemeinsam zu nutzen. Siehe auch YP.

NNTP
Network News Transfer Protocol. Ein Protokoll zur Übertragung von News über TCP-Netzwerk-Verbindungen.

Oktett
Im Internet steht dieser technische Ausdruck für 8 Bit-Werte. Er wird häufiger verwendet als Byte, weil es im Internet Maschinen gibt, die mit anderen Byte-Größen arbeiten.

OSI
Open Systems Interconnection. Ein ISO-Standard für Netzwerk-Software.

Pfad
Wird in UUCP-Netzwerken häufig als Synonym für Route verwendet. Siehe auch Bang Path.

PLIP
Parallel Line IP. Ein Protokoll zum Austausch von IP-Paketen über parallele Leitungen (z. B. einen Druckerport).

Port, TCP oder UDP
Für TCP und UDP sind Ports die Endpunkte für einen Dienst. Bevor ein Prozeß einen Dienst anbieten oder darauf zugreifen kann, muß er zuerst einen Port beanspruchen (binden). Zusammen mit den IP-Adressen der Hosts identifizieren Ports eindeutig die zwei Punkte einer TCP-Verbindung.

Portmapper
Der Portmapper ist der Vermittler zwischen den Programmnummern, die von RPC als Identifikation für individuelle RPC-Server verwendet werden, und den TCP- und UDP-Portnummern, an denen diese Dienste horchen.

PPP
Point-to-Point Protocol. PPP ist ein flexibles und schnelles Protokoll der Verbindungsschicht. Es wird verwendet, um verschiedene Netzwerk-Protokolle wie IP oder IPX über eine Punkt-zu-Punkt-Verbindung zu senden. Neben der Verwendung bei seriellen Links (Modem) kann PPP auch als Link-Level-Protokoll auf ISDN aufgesetzt werden.

RARP
Reverse Address Resolution Protocol. Ermöglicht es Hosts, ihre IP-Adresse während der Boot-Phase zu ermitteln.

Resolver
Eine Bibliothek (Library), die Hostnamen auf IP-Adressen abbildet und umgekehrt.

Ressource Record
Die grundlegende Informationseinheit in einer DNS-Datenbank, üblicherweise mit »RR« abgekürzt. Jeder Record gehört einem bestimmten Typ und einer bestimmten Klasse an. Beispielsweise ist ein Record, der Hostnamen auf IP-Adressen abbildet, vom Typ A (für »Address«) und gehört der Klasse IN (für »Internet Protocol«) an.

Reverse Lookup
Die Ermittlung eines Hostnamens anhand einer gegebenen IP-Adresse. Bei DNS wird dies durch einen Lookup nach der IP-Adresse des Host in der in-addr.arpa-Domain erreicht.

RFC
Request For Comments. Eine Reihe von Dokumenten, die die Internet-Standards beschreiben.

RIP
Routing Information Protocol, ein Routing-Protokoll. Wird verwendet, um innerhalb eines (kleinen) Netzwerks dynamisch Routen einzustellen.

Route
Die Reihe von Hostrechnern, die ein Datenpaket durchlaufen muß, um vom Ursprungs- zum Zielhost zu gelangen. Eine entsprechende Route zu finden, wird auch als Routing bezeichnet.

Routing-Dämon
In einem größeren Netzwerk sind Änderungen in der Netzwerk-Topologie nur schwer von Hand durchzuführen. Aus diesem Grund werden Einrichtungen verwendet, die die aktuellen Routing-Informationen an die zugehörigen Hosts weiterleiten. Diese Technik wird dynamisches Routing genannt; Routing-Informationen werden über Routing-Dämonen ausgetauscht, die auf zentralen Hosts im Netzwerk laufen. Die eingesetzten Protokolle werden Routing-Protokolle genannt.

RPC
Remote Procedure Call. Ein Protokoll, mit dem Sie Prozeduren innerhalb eines Prozesses auf einem entfernten Host ausführen können.

RR
Abkürzung für Resource Record.

RS-232
Ein sehr weit verbreiteter Standard für serielle Schnittstellen.

RTS/CTS
Der umgangssprachliche Name für den Hardware-Handshake, der von zwei über RS-232 kommunizierenden Einrichtungen durchgeführt wird. Der Name ist von den beiden dafür zuständigen Leitungen RTS (»Ready To Send«) und CTS (»Clear To Send«) abgeleitet.

RTM Internet Worm
Ein virusähnliches Programm, das verschiedene Mängel von VMS und BSD-UNIX 4.3 nutzte, um sich im Internet auszubreiten. Diverse »Versehen« im Programm haben dafür gesorgt, daß es sich unkontrolliert vervielfältigt und damit große Teile des Internet lahmgelegt hat. RTM sind die Initialen des Autors (Robert T. Morris), die er im Programm belassen hat.

Site
Eine Ansammlung von Host-Rechnern, die sich nach außen wie ein einziger Netzwerk-Knoten verhalten. Aus der Sicht des Internet würden Sie beispielsweise die Groucho-Marx-Universität als Site bezeichnen, unabhängig davon, wie komplex deren internes Netzwerk wirklich ist.

SLIP
Serial Line IP. Ein Protokoll, mit dem Sie IP-Pakete über serielle Leitungen übertragen können. Siehe auch CSLIP.

SMTP
Simple Mail Transfer Protocol. Wird für die Übertragung von Mail über TCP-Verbindungen eingesetzt, kann aber auch genutzt werden, um Mail über UUCP-Links (»batched SMTP«) zu transportieren.

SOA
Start of Authority. Ein DNS Resource Record-Typ.

System V
Eine UNIX-Variante.

TCP
Transmission Control Protocol. Ein Netzwerk-Protokoll.

TCP/IP
Lässige Beschreibung für die Internet-Protokolle als Ganzes.

UDP
User Datagram Protocol. Ein Netzwerk-Protokoll.

UUCP
Unix to Unix Copy. Eine Reihe von Netzwerk-Transport-Befehlen für Dialup-Netzwerke.

Version 2 UUCP
Eine alternde UUCP-Variante.

Virtuelles Bier
Das Lieblingsgetränk jedes Linuxers. Die erste Erwähnung von virtuellem Bier, an die ich mich erinnern kann, stand in den Release-Notes zum Linux 0.98.X-Kernel, wo sich Linus bei den »Oxford Beer Trolls« für eine Lieferung virtuellen Bieres bedankte.

»Well-Known Services« (Bekannte Dienste)
Dieser Ausdruck wird häufig für gängige Netzwerkdienste wie telnet und rlogin verwendet. Aus technischer Sicht beschreibt er alle Dienste, denen offiziell eine Portnummer im »Assigned Numbers RFC« zugewiesen wurde.

YP
Yellow Pages. Ein älterer Name für NIS, der aber nicht länger verwendet wird, weil »Yellow Pages« (gelbe Seiten) ein Warenzeichen der British Telecom ist. Dessen ungeachtet haben die meisten NIS-Utilities ihre Namen beibehalten, die mit yp beginnen.

Fußnoten

(1)
Nebenbei bemerkt ist das üblicherweise von TCP/IP verwendete Ethernet-Protokoll nicht ganz mit IEEE 802.3 identisch. Ethernet-Frames verwenden ein Typ-Feld, wo IEEE 802.3-Frames mit einem Längen-Feld arbeiten.

Inhaltsverzeichnis Anhang D Bibliographie