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Kapitel 5

Linux, DOS und die Kompatibilität mit anderen Betriebssystemen

Linux ist ein erstaunlich effizientes Betriebssystem, das in der Regel ein MS-DOS-System ersetzt. Allerdings gibt es unter uns ja auch diejenigen, die den Kuchen nicht nur haben, sondern ihn auch essen wollen. Wir möchten außer Linux weiterhin andere Betriebssysteme benutzen oder wenigstens auf direktem Wege Dateien zwischen den Betriebssystemen austauschen. Linux kommt solchen Wünschen entgegen, indem es interne Erweiterungen enthält, die den Zugriff auf fremde Dateisysteme sowie die Arbeit mit den Dateien darin ermöglichen; außerdem gibt es Utilities, die die Kompatibilität soweit herstellen, daß DOS aufgerufen werden kann, um DOS-Programme laufen zu lassen sowie ein Utility, das Xenix-Binaries ohne Neukompilierung unter Linux laufen läßt.

Wir benutzen den Begriff DOS in diesem Kapitel als allgemeine Bezeichnung für alle MS-DOS-kompatiblen Betriebssysteme -- MS-DOS, PC-DOS und DR-DOS/Novell DOS -- aber nicht in der ursprünglichen Bedeutung »Disk Operating System« -- es sei denn, wir weisen ausdrücklich darauf hin.

Einige dieser Utilities arbeiten ausgesprochen zufriedenstellend, während andere vielleicht noch nicht reif sind für die »Galavorstellung«. Trotz allem: Die Entwicklung auf diesem Gebiet schreitet zügig voran und wenn Sie vorhaben, einige dieser Kompatibilitäts-Tools auszuprobieren, sollten Sie sich intensiver mit der Materie beschäftigen. Diese Tools ermöglichen es, daß viele Leute, die sonst nicht mit Linux experimentiert hätten, das jetzt tun können, ohne daß Sie auf Ihre vertraute Arbeitsumgebung verzichten oder einen zweiten Computer anschaffen müssen.

Zeigen Sie aber auch ein gewisses Maß an Skepsis, wenn es um Kompatibilität geht. Daß etwas ermöglicht werden kann, muß nicht heißen, daß es eine gute Idee ist. Ein Beispiel aus der Praxis: Wenn Sie mit zwei Betriebssystemen (BS) arbeiten möchten, werden Sie wahrscheinlich feststellen, daß Sie die doppelte Speicherkapazität brauchen, um die beiden BS samt den dazugehörigen Dateien und Anwendungsprogrammen unterzubringen; dazu kommen Tools zur Konvertierung von Datei- und Grafikformaten usw. Vielleicht stellen Sie auch fest, daß Hardware, die für die Arbeit unter einem BS optimiert wurde, unter einem anderen BS nicht mehr das Optimum darstellt; Sie werden dann überlegen müssen, wofür Sie Ihr Geld ausgeben möchten.

Zum Zeitpunkt des Schreibens unterstützt MS-DOS z.B. 32-bittige Schreib- und Lesezugriffe nur für IDE-Laufwerke; die Leistung von SCSI-Laufwerken kann nicht voll genutzt werden, und die Benutzer sind bei ihren SCSI-Geräten auf Treiber von Drittanbietern angewiesen. Linux dagegen nutzt die volle Leistung und Erweiterbarkeit von SCSI-2-Geräten. Während ein SCSI-Controller bis zu sieben verschiedene Geräte aus einer breiten Palette unterstützt, bietet ein typischer IDE-Controller lediglich Unterstützung für zwei Geräte. Es gibt außer Diskettenlaufwerken, Festplatten und einigen CD-ROM-Laufwerken nur wenige Geräte nach dem IDE-Standard.

Der Wunsch, alles zu haben wird die Entwickler von Linux weiterhin anspornen, und wir sind sicher, daß die noch unausgegorenen Tools für das Gespann AT-Bus/Intel, die wir hier vorstellen, so lange verbessert werden, bis sie stabil und alltagstauglich sind. Wir gehen außerdem davon aus, daß eine ähnliche Entwicklung auch anderen Betriebssytemen die Koexistenz mit Linux auf anderen Rechnerplattformen ermöglichen wird -- z.B. Amiga, Macintosh und den Alpha-Systemen von Intel und DEC unter Windows NT.

Fremde Dateien und Verzeichnisse

Die Möglichkeit, unter Linux auf fremde Dateisysteme zuzugreifen, ist ein bedeutender Faktor, der für die Arbeit mit mehr als einem BS auf einem PC spricht. Linux kann heute schon lesend und schreibend auf eine Reihe von verschiedenartigen Dateisystemen zugreifen -- mehr als jedes andere BS, das wir kennen. Dazu zählt die Kompatibilität zu solchen UNIX-ähnlichen Dateisystemen wie Minix und Coherent ebenso wie zu den verschiedenen DOS- und OS/2-Dateisystemen; außerdem ist Linux kompatibel zu Dateisystemen, die für Forschung und Wissenschaft entwickelt wurden wie das afs (Andrew File System) von der Carnegie Mellon University. Linux beherrscht darüber hinaus den Zugriff auf CD-ROM-Dateisysteme nach der Norm ISO 9660 einschließlich der Rock-Ridge-Erweiterungen zur Unterstützung von langen Dateinamen.

Sie können bereits bei der Installation von Linux die Unterstützung von fremden Dateisystemen einbinden oder zu diesem Zweck einen neuen Kernel erstellen.

Wir beschreiben das im Abschnitt » Die Dateisysteme anlegen « in Kapitel 2 sowie im Abschnitt » Den Kernel kompilieren « in Kapitel 4 . Linux-fremde Partitionen werden wie bekannte Partitionen aufgesetzt und wie normale Verzeichnisse behandelt. So könnte z.B. eine Partition, die unter DOS Ihr Laufwerk C: darstellt, unter Linux als /dosc erscheinen.

Das mit Abstand wichtigste fremde Dateisystem, das Linux zur Zeit lesen und schreiben kann, ist sicherlich das 16-Bit-Dateisystem FAT (File Allocation Table) unter DOS. Dadurch eröffnen sich ungeahnte Möglichkeiten. Sie können Systemleistung und Geschwindigkeit von Linux nutzen, ohne auf bestimmte, notwendige DOS-Anwendungen verzichten zu müssen. So könnten Sie z.B. mit Ihrer DOS-Grafiksoftware arbeiten, dann von Linux aus auf die Grafikdateien zugreifen (eventuell über ein Programm zur Konvertierung von Grafikformaten wie pbmplus ), und die Grafiken anschließend in Multimedia-Dokumente für das World Wide Web einbinden, die Sie mit Mosaic oder einem anderen Programm betrachten. Sie könnten auch Ihre bevorzugte Kommunikationssoftware unter DOS benutzen, um eine Datei zu übertragen, die Sie dann unter Linux bearbeiten.

Weil Sie auch unter einigen anderen Betriebssystemen ebenso wie unter Linux auf Disketten im FAT-16-Format von DOS zugreifen können (insbesondere das Format 3,5 Zoll mit 1,44 MBytes), haben Sie die Möglichkeit, auf »Schleichwegen« Dateien zwischen Linux und diesen Betriebssystemen auszutauschen -- dazu gehören DOS, Macintosh, Amiga und verschiedene Varianten von UNIX. Das FAT-16-Dateisystem ist, trotz all seiner Beschränkungen, die Lingua franca für die Dateisystem-abhängige Datenübertragung.

Bei den Dateiformaten stellt sich immer auch die Frage nach der Kompatibilität. System-V-UNIX hat uns mehrere Dateiformate beschert, die nicht in allen Implementierungen von UNIX unterstützt werden. Auf fremde Dateiformate wird mit Hilfe von iBCS2 zugegriffen, dem »Intel Binary Compatibility Standard«-Paket, das viele kommerzielle Anwendungsprogramme unter Linux laufen läßt.

Obwohl wir UNIX-artige Anwendungen in der Regel nicht als fremd betrachten, ist es doch so, daß inkompatible Dateiformate den direkten Austausch von ausführbaren Programmen zwischen einigen UNIX-Betriebssystemen (sogar auf derselben Hardware) unmöglich machen. Das iBCS2-Paket unterstützt ELF (File Link Format) von SVR4 ebenso wie COFF (Common Object File Format, üblicherweise unter SVR3 und Xenix zu finden). Einige Anwendungspakete für kommerzielle Versionen von Intel-UNIXen (insbesondere Word Perfect, die beliebteste Textverarbeitung unter DOS) laufen bereits zusammen mit iBCS2. iBCS2 scheint ziemlich ausgereift zu sein und wird vielleicht einmal fester Bestandteil von Linux-Distributionen werden.

iBCS2 hat vor kurzem den Beta-Status erhalten. Sie finden es in Linux-Archiven, z.B. auf sunsite unter /pub/linux/ALPHA/ibcs2 . Es ist allerdings nicht sicher, ob das iBCS2-Paket langfristig dazu beitragen kann, neue Linux-Benutzer zu gewinnen. Viele kommerzielle Entwickler betrachten Linux als den mit Abstand am schnellsten wachsenden Bereich des UNIX-Marktes und portieren entweder ihre Anwendungsprogramme nach Linux oder nutzen Linux als Entwicklungsplattform. Außerdem würden viele Linux-Benutzer kaum Software für kommerzielle UNIXe kaufen, weil die Kosten zu hoch sind und weil ein solches kommerzielles Paket ziemlich sicher vom Hersteller nicht mehr unterstützt würde, wenn es unter Linux statt einer der (unterstützten) UNIX-Versionen eingesetzt wird.

Utilities für den Zugriff auf DOS-Dateisysteme: MTools

Das Paket MTools besteht aus einer Reihe von Programmen, die aus Linux heraus den Zugriff auf DOS-Dateien ermöglichen. (Die MTools dienen nicht dem Zugriff auf Linux-Dateien von DOS aus.) Eventuell werden einige der MTools dadurch überflüssig, daß Sie einen Kernel mit Unterstützung des DOS-Dateisystems erstellen, was Sie auch tun sollten; trotzdem bleiben andere Tools weiterhin nützlich.

Es folgt eine Übersicht über die MTool-Utilities; die Dokumentation dazu finden Sie in den Manual-Pages Ihrer Distribution:

mattrib
zum Setzen der DOS-Dateiattribute
mcd
zum Wechseln in ein DOS-Verzeichnis
mcopy
zum Hin- und Herkopieren von Dateien zwischen Linux und DOS
mdel
zum Löschen von DOS-Dateien
mdir
zum Anzeigen eines DOS-Verzeichnisses
mformat
zum Formatieren einer Diskette mit dem DOS-FAT-Dateisystem
mlabel
zum Benennen einer DOS-Partition mit dem Volume-Label
mmd
zum Anlegen eines DOS-Verzeichnisses
mrd
zum Entfernen eines DOS-Verzeichnisses
mread
zum Kopieren von DOS-Dateien nach Linux
mren
zum Umbenennen einer DOS-Datei
mtype
zum Anzeigen einer DOS-Datei
mwrite
zum Kopieren einer Linux-Datei nach DOS

Der nächste Schritt: Binäre Emulation

Das wichtigste Ziel bei der Herstellung von Kompatibilität ist (zur Zeit) auf jeden Fall der DOS-Markt: MS-DOS, PC-DOS, Novell DOS sowie Windows 3.1 und höher. Mit Hilfe des MTools-Paketes von Linux können Sie DOS-Dateisysteme durchsuchen, Dateien lesen und kopieren sowie in ein DOS-Dateisystem schreiben. Offensichtlich beinhaltet DOS-Kompatibilität aber viel mehr als den Umgang mit DOS-Dateisystemen.

Es sind im wesentlichen zwei Pakete, die Linux die ersehnte Kompatibilität zu DOS verleihen sollen. Das eine Paket ist dosemu , das andere Wine. Wegen ihrer Bedeutung für die Linux-Gemeinde wollen wir hier beide Pakete besprechen. Wir müssen aber darauf hinweisen, daß zum Zeitpunkt des Schreibens die aktuelle Version von dosemu (0.52) mit folgenden Worten angekündigt wird: »Betrachten Sie dies auf jeden Fall noch als ALPHA-Software«. Das Wine-Paket wird noch als Entwicklung im »frühen Alpha-Stadium« bezeichnet. Keines der Pakete kann als eine zuverlässige Grundlage für die Arbeit mit DOS-Anwendungen unter Linux gelten. Aus diesem Grund sind sie in vielen Distributionen nicht enthalten.

Die Entwicklerteams, die an dosemu und Wine arbeiten, freuen sich immer, wenn mehr Leute zur Entwicklung beitragen wollen. Wenn Sie allerdings eher ein Programmanwender oder Programmierer sind, aber keinen Internet-Zugang für den direkten Kontakt mit den anderen Entwicklern haben, sind diese Pakete vielleicht nicht das Richtige für Sie.

Es gibt auch Emulatoren für den Apple II und das Betriebssystem CP/M. Beide waren ursprünglich Portierungen für andere BS (etwa MS-DOS), die jetzt nach Linux portiert worden sind. Sie finden diese Emulatoren auf den bekannten Linux-FTP-Rechnern, die auch Emulatoren anbieten; dies sind in erster Linie sunsite.unc.edu und Spiegelungen davon, im Verzeichnis /pub/Linux/system/emulators .

Eine Demo-Version eines kommerziellen (aber bezahlbaren) Macintosh-Emulators finden Sie ebenfalls auf sunsite.unc.edu. Es handelt sich um eine Datei, die den verwirrenden Namen elinux199c.tar trägt (falls der Name nach dieser Bemerkung nicht geändert wird); das Programm selbst heißt Executor/Linux. Es ist die Linux-Version eines Programms, das seit einigen Jahren für NeXT-Rechner und seit mehr als einem Jahr für DOS-Rechner angeboten wird. Vielleicht lohnt es sich schon deshalb, das Programm auszuprobieren, weil Sie damit die Möglichkeit erhalten, von Mac-Disketten und SCSI-Laufwerken zu lesen. (Die Entwickler des Programms haben angekündigt, daß sie den Quellcode ihres File-Browsers (Dateiverwaltung) für den Mac öffentlich zugänglich machen wollen.) Als wir tar auf diese Datei angesetzt haben, stellten wir fest, daß sie vom Root-Verzeichnis aus installiert werden soll.

Falls Sie beim Thema Executor/Linux auf dem laufenden bleiben wollen, sollten Sie eine Mail an majordomo@nacm.com schicken; lassen Sie die Subject:-Zeile frei und schreiben Sie im Textteil subscribe executor.

DOS-Emulatoren: dos und xdos

Wir wollen zunächst klarstellen, daß die »DOS-Emulatoren« unter Linux, nämlich die Pakete dosemu und xdos , keine echten Emulatoren sind. Man kann sie als virtuelle Rechner auffassen, die es ermöglichen, daß DOS und DOS-Anwendungen im Real Mode (8086-Modus) in einer »Compatibility Box« ablaufen können, die ähnlich funktioniert wie DOS auf einer 80x86er CPU von Intel. Da die Compatibility Box auf die Emulation einer 8086er CPU angewiesen ist, können dosemu und xdos nur auf solche Chipsätze portiert werden, die Intels Real Mode beherrschen. xdos ist ein Ableger von dosemu , der speziell angepaßt wurde, um in einem X-Fenster zu laufen; wir werden uns hier deshalb in erster Linie mit dosemu beschäftigen.

Sie sollten acht Megabytes RAM haben, wenn Sie mit dosemu arbeiten und es ist sicher nicht verkehrt, wenn Sie außerdem auf Ihrer Festplatte eine Swap-Partition von zwölf MBytes anlegen.

dosemu emuliert das BIOS, den CMOS-Speicher, XMS und EMS, Plattenzugriffe, die Tastatur, serielle Schnittstellen und Drucker sowie andere notwendige Funktionen, so daß DOS in einer sicheren Umgebung laufen kann. dosemu setzt eine (lizensierte) Version von DOS voraus. Bei der Entwicklung von dosemu werden derzeit MS-DOS-Versionen von 3.3 bis 6.22 benutzt und auch Novells DOS (DR-DOS) Version 6 ist schon getestet worden. Wahrscheinlich ist es auch möglich, vergleichbare Versionen von IBMs PC-DOS zu benutzen. Beschleunigte Grafikkarten mit dem Chipsatz ET4000 scheinen bei den Entwicklern von dosemu sehr beliebt zu sein und man kann vermuten, daß geplante Grafikunterstützung zuerst für diesen Chipsatz verfügbar wird. Gleichzeitig findet auch der S3-Chipsatz ausreichende Unterstützung.

dosemu versucht, DOS- und BIOS-Calls abzufangen und innerhalb von Linux zu bearbeiten -- was nicht immer ganz gelingt. (Bedenken Sie, daß Linux ein Multitasking-Betriebssystem ist, und DOS nicht; ein hängender Prozeß unter DOS könnte Linux in die Knie zwingen.) So werden z.B. die Druckerdienste des DOS-BIOS mit Hilfe von E/A-Funktionen aus UNIX emuliert, wobei Ausgaben an den Drucker in einer entsprechenden Linux-Datei zwischengespeichert werden. dosemu hat Probleme mit der Unterstützung einiger Mäuse, insbesondere bei Busmäusen.

Wir wollen Sie nicht ermuntern dosemu zu benutzen, wenn Sie nicht gewillt und in der Lage sind, an der Weiterentwicklung des Pakets teilzunehmen; Sie sollten auch einen Internet-Zugang haben, um mit dem Entwicklerteam Kontakt halten zu können. Trotzdem scheint dosemu nützlich und stabil genug zu sein, um es als installierbares Paket vorzustellen. Seien Sie sich aber klar darüber, daß die Dokumentation zu dosemu mit der Entwicklung der Software nicht mithalten kann. Falls Sie an der Entwicklung von dosemu nicht teilhaben, könnten Sie bei der Benutzung neuer Programmteile auf Probleme stoßen. Es könnte auch sein, daß neuer Code noch nicht stabil läuft.

Neuere Versionen von dosemu enthalten einige Funktionen, die ursprünglich als Teil eines DOS-Emulators für Mach an der Carnegie Mellon University (CMU) entwickelt wurden. Distributionen von dosemu enthalten deshalb einen sehr großzügigen Copyright-Vermerk der CMU. In diesem Vermerk werden Entwickler, die Software unter Einschluß des CMU-Codes schreiben, gebeten, eine Kopie ihres Codes an die CMU zu schicken und der CMU die Benutzung und Verteilung dieses Codes zu gestatten. (Im Copyright-Vermerk wird verlangt , daß der Vermerk selbst in allen Distributionen enthalten sein muß, die auch CMU-Code enthalten -- sei es im Original oder in veränderter Form.) Sie sollten das Copyright der Carnegie Mellon University beachten; lesen und befolgen Sie also den Copyright-Vermerk, wenn Sie an der Entwicklung von dosemu teilhaben möchten.

Das dosemu -Paket enthält Skripts und Utilities zur Installation und Pflege des Pakets. Einmal in der Woche erscheint eine neue Version von dosemu , und mit jeder Distribution kommt eine Liste mit Software, die bekanntermaßen mit der aktuellen Version läuft (oder nicht läuft).

dosemu und xdos besorgen

In den FTP-Archiven tsx-11.mit.edu und dspsun.eas.asu.edu finden Sie auf jeden Fall die letzte veröffentlichte Version des dosemu -Pakets. Die Dateien stehen im Verzeichnis /pub/linux/ALPHA/dosemu . (»Alpha« bezieht sich auf den Stand der Entwicklung, nicht auf die Rechnerarchitektur.) Die neueste FAQ/HOWTO-Datei zu dosemu finden Sie auf dem FTP-Rechner dspsun.eas.asu.edu im Verzeichnis /pub/dosemu . Aber auch bei sunsite.unc.edu im Verzeichnis /pub/Linux/system /Emulators finden Sie dieses Paket, zusammen mit allen anderen Emulatoren für Linux.

Das Paket xdos (für diejenigen, die unbedingt alle Winkel von Linux erkunden wollen) ist sowohl auf dem FTP-Rechner unix.hensa.ac.uk unter /pub/yggdrasil /usr/X386/bin/xdos als auch auf sunsite.unc.edu unter /pub/Linux/system/Emulators/dosemu zu finden. Obwohl xdos aus dosemu entstanden ist, gibt es keine direkte Zusammenarbeit bei der Weiterentwicklung von dosemu und auch keine etablierten Informationskanäle. Zwar ist bereits geplant, dosemu mit einer fensterorientierten Bedienoberfläche auszustatten, aber es ist nicht sicher, ob xdos als Basis dafür dienen wird.

Vom Entwickler Thomas McWilliams ( tgm@netcom.com ) wurde vor kurzem ein neues Hilfsprogramm namens garrot angekündigt (als frühe Alpha-Version). Damit läßt sich die CPU-Zeit minimieren, die ein unbeschäftigtes dosemu in Anspruch nimmt. garrot sorgt also dafür, daß die Arbeit mit dosemu weniger Einfluß auf andere laufende Linux-Prozesse hat. garrot.com wird als DOS-Befehl in der Compatibility Box von dosemu aufgerufen und installiert sich selbst als ein Dämon unter Linux. Sie können dieses Utility per FTP aus dem Verzeichnis /pub /Linux/system/Emulators auf sunsite.unc.edu beziehen.

Die Unterstützung für komprimierte Dateisysteme durch dosemu befindet sich noch in der Entwicklung; es ist schwer zu sagen, ob Sie dosemu zusammen mit einem DOS-Dateisystem benutzen können, in dem die Daten komprimiert werden. dosemu kommt anscheinend mit den komprimierten Formaten von Stacker und Doublespace zurecht, aber nicht immer ganz problemlos. (Auch unter DOS gab es gelegentlich Probleme damit -- erinnern Sie sich noch?) Wenn Sie eine gewisse Menge Speicherplatz für eine DOS-Partition brauchen, aber den Platz nicht haben, müssen Sie entweder eine weitere Festplatte besorgen oder die vorhandene neu partitionieren. Das hat zur Folge, daß Sie Linux neu installieren müssen. Mit der MFS-Redirector-Funktion von dosemu können Sie auf ein Linux-Verzeichnis wie auf ein Netzwerkdateisystem unter DOS zugreifen, aber Sie brauchen trotzdem noch Speicherplatz für DOS.

Beim Update auf eine neuere Version von dosemu werden Sie wahrscheinlich einige Hilfsprogramme ersetzen sowie Dateien und Verzeichnisse neu erstellen müssen usw. Das ist ganz normal so beim Einsatz von Alpha- oder Beta-Software und soll sogar schon in offiziell freigegebener, kommerzieller Software vorgekommen sein. Solche Sachen gehören einfach zum Spaß an der Freude mit Beta-Software.

dosemu installieren und konfigurieren

Sie müssen zunächst einen Linux-Kernel mit Unterstützung für IPC (System V InterProcess Communication) erstellen, bevor Sie das dosemu -Paket installieren können. Falls Sie während der Installation von Linux unter dem Punkt config IPC nicht vorgesehen haben, werden Sie den Kernel neu kompilieren müssen, um IPC einzubinden; dosemu benutzt Shared Memory nach dem System-V-Standard. Wir möchten stärkstens empfehlen, als Basis für den Einsatz von dosemu eine aktuelle Version von Linux zu benutzen und dosemu mit aktuellem gcc -Compiler und -Libraries zu kompilieren. Ab der Linux-Version 1.1.12 ist die Unterstützung für dosemu bereits im Kernel enthalten, aber für die Versionen ab 1.0.8 gibt es ein Update, das in der dosemu -Distribution enthalten ist -- für den Fall, daß Sie an Ihrer älteren Linux-Version festhalten wollen.

Zur Zeit benötigen Sie gcc in der Version 2.5.8 und libc in der Version 4.5.21 oder höher. Es ist möglich, daß für eine neuere Version von dosemu auch aktuellere Versionen von Linux, gcc und den C-Bibliotheken gebraucht werden.

Wenn Sie dosemu installieren möchten, sollten Sie damit beginnen, daß Sie eine bootfähige DOS-Diskette für das Laufwerk A: erstellen. Führen Sie dazu folgende Schritte aus (wenn auf Ihrer Festplatte bereits eine DOS-Partition eingerichtet ist, von der aus Sie arbeiten können):

C:> sys a: 
C:> copy \dos\fdisk.exe a: 
C:> copy \dos\sys.com a: 
C:> dir a: 
COMMAND.COM
FDISK.EXE
SYS.COM

Diese Dateien sollten auf jeden Fall auf einer bootfähigen DOS-Diskette stehen, aber kopieren Sie vorerst keine anderen Dateien auf die Diskette; Sie werden später noch einige dosemu -Utilities dorthin überspielen.

Booten Sie Linux und loggen Sie als root ein. Kopieren Sie das dosemu -Paket in das Root-Verzeichnis / und entpacken Sie es. (Wir haben unser dosemu -Paket unter DOS auf unseren Rechner heruntergeladen und dann in das Linux-Dateisystem kopiert; es kann sein, daß Ihr Paket einen anderen Namen trägt.)

# gunzip dosem052.tgz 
# tar -xvf dosemu052.tar

Die Dateien werden in die Verzeichnisse /var/lib/dosemu , /usr/lib/libdosemu , /dosemu0.52 und Unterverzeichnisse von /dosemu0.52 entpackt.

Lesen Sie anschließend die Dokumentation. Zur dosemu -Distribution gehört eine HOWTO-Datei im Verzeichnis /dosemu0.52/doc . Lesen Sie auch die Datei QuickStart, die ein Bestandteil der Distribution ist. Falls Sie einen neuen Kernel mit Unterstützung für IPC und DOS-Dateisysteme erstellen oder einen Kernel-Patch einspielen müssen, sollten Sie das jetzt tun.

In einer Datei namens DANG (»Dosemu Novice's Altering Guide«) finden Sie Hinweise zur Anpassung des Quellcodes. Diese Hinweise werden für jede Version von dosemu direkt aus dem Quellcode extrahiert. Außerdem beschreibt die Manual-Page zu dos(1) den Stand der Dinge für Ihre Version von dosemu . Es gibt auch eine Texinfo-Datei zu dosemu ( dosemu.texinfo ), die allerdings bei weitem nicht den aktuellen Stand der Entwicklung widerspiegelt. Sie finden darin nützliche Informationen zur Installation des dosemu -Pakets.

Gehen Sie, immer noch als »root«, in das Verzeichnis /dosemu0.52 und vergewissern Sie sich, daß das Makefile zu dieser Distribution vorhanden ist. Geben Sie ein:

# make doeverything

Falls Sie damit keinen Erfolg haben, aber eine Meldung wie: »no rule to build a '.h' file« erhalten, geben Sie ein:

# make install

Kopieren Sie dann die Datei /dosemu0.52/examples/exitemu.com auf die vorbereitete DOS-Boot-Diskette.

Kopieren Sie anschließend die Datei /dosemu0.52/hdimage.dist nach /var/lib /dosemu/hdimage . Es handelt sich um ein DOS-Image, das von Linux aus als bootfähige DOS-Partition eingerichtet wird. Kopieren Sie außerdem die Dateien . /drivers/*.sys , . /commands/*.com und . /commands/*.exe aus /dosemu0.52 in ein Verzeichnis, auf das dosemu Zugriff hat, wie etwa /tmp .

Kopieren Sie die dosemu -Konfigurationsdatei /dosemu0.52/examples/config.dist nach /etc/dosemu.conf und editieren Sie die Datei. Die erste disk-Anweisung in der Datei /etc/dosemu.conf sollte auf die Datei /var/lib/dosemu/hdimage verweisen. In /etc/dosemu.conf finden Sie eine Menge Kommentare, die Ihnen die Konfiguration von dosemu erleichtern. Weiter unten zeigen wir ein Beispiel für eine solche Datei. Sie werden Angaben dazu machen müssen, an welcher Stelle der Festplatte, die das bootfähige DOS enthält, sich die DOS-Partition befindet.

Richten Sie das emulierte Laufwerk ein; geben Sie dazu im Verzeichnis /dosemu0.52 ein:

# dos -A

Nach einer kurzen Verzögerung wird DOS booten und sich mit dem Prompt:

A>

melden. Werfen Sie von Laufwerk A: aus einen Blick auf Laufwerk C: um sicherzustellen, daß Sie mit dem emulierten DOS-Laufwerk arbeiten ( /var/lib/dosemu /hdimage ):

A> DIR C:

Geben Sie ein:

A> FDISK /MBR C: 
A> SYS C: 

Damit versehen Sie das emulierte Laufwerk C: mit dem Master Boot Record, so daß Sie DOS ohne Diskette direkt von hdimage aus booten können. Verlassen Sie DOS mit:

A> EXITEMU

Geben Sie dann am Linux-Prompt ein:

# dos 
C>  COPY \TMP\*.* .

Sie landen in Ihrem DOS-Image und der copy -Befehl wird die Dateien, die dosemu benutzt, in die dos -Image-Datei einbinden.

Probieren Sie jetzt, während dos läuft, mit den üblichen Funktionstasten ALT-F1 bis ALT-F6 zwischen den virtuellen Konsolen hin- und herzuwechseln.

(Wir besprechen die virtuellen Konsolen im Abschnitt » Virtuelle Konsolen « in Kapitel 3 .) Falls das nicht richtig funktioniert, sollten Sie es mit CTRL-ALT- funktionstaste versuchen. Verlassen Sie anschließend dosemu :

C> EXITEMU 
# 

Sicherlich werden Sie einige Einstellungen ändern, um Ihre persönliche DOS-Konfiguration herzustellen. Editieren Sie dazu /etc/dosemu.conf ; Änderungen werden mit dem nächsten Start von dos wirksam. Auf diese Weise können Sie leicht Probleme lösen, die mit bestimmten DOS-Programmen und Terminaleinstellungen, mit der Unterstützung von Audio und ähnlichen Dingen entstehen. Sie können Verweise auf weitere DOS-Verzeichnisse auf den Festplatten hinzufügen. Sie werden /usr/lib/dosemu/mkpartition benutzen müssen, wenn Sie eine DOS-Partition komprimieren möchten (Sie sollten aber nicht die dos -Image-Datei von Linux komprimieren). Vielleicht möchten Sie dosemu in einem 25-zeiligen X-Terminalfenster oder auf einer virtuellen Konsole laufen lassen. Falls Ihr Linux-System sehr stark belastet wird, müssen Sie eventuell den Zugang zu DOS einschränken.

Eine beispielhafte dosemu-Konfigurationsdatei

Die dosemu -Konfigurationsdatei /etc/dosemu.conf sieht nach dem Entpacken aus wie in Beispiel 5--1 gezeigt. (Diese Datei stammt aus der Version 0.52 von dosemu ; Ihre Version könnte anders aussehen.)

Beispiel 5-1.

dosemu-Konfigurationsdatei


# Linux dosemu 0.51 configuration file.
# Updated to include QuickStart documentation 5/10/94 by Mark Rejhon
# James MacLean, jmaclean@fox.nstn.ns.ca, 12/31/93
# Robert Sanders, gt8134b@prism.gatech.edu, 5/16/93
# NOTICE:
#    - Although QuickStart information is included in this file, you
#       should refer to the documentation in the "doc" subdirectory of the
#       DOSEMU distribution, wherever possible.
#    - This configuration file is designed to be used as a base to make
#       it easier for you to set up DOSEMU for your specific system.
#    - Configuration options between lace brackets { } can be split onto
#       multiple lines.
#    - Comments start with # or ; in column 1. (beginning of a line)
#    - Send Email to the jmaclean address above if you find any errors.
#************************* DEBUG ******************************************
#
# QuickStart:
#    This section is of interest mainly to programmers.  This is useful if
#    you are having problems with DOSEMU and you want to enclose debug info
#    when you make bug reports to a member of the DOSEMU development team.
#    Simply set desired flags to "on" or "off", then redirect stderr of
#    DOSEMU to a file using "dos 2>debug" to record the debug information
#    if desired.  Skip this section if you're only starting to set up.
#
debug { config  off     disk    off     warning off     hardware off
port    off     read    off     general off     IPC      off
video   off     write   off     xms     off     ems      off
serial  off     keyb    off     dpmi    off
printer off     mouse   off
}
#************************ MISCELLANOUS ************************************
#
#   Want startup DOSEMU banner messages?  Of course :-)
dosbanner on
#
#   timint is necessary for many programs to work.
timint on
#************************** KEYBOARD ************************************
#
# QuickStart:
#    With the "layout" keyword, you can specify your country's keyboard
#    layout.  The following layouts are implemented:
#        finnish           us           dvorak       sf
#        finnish_latin1    uk           sg           sf_latin1
#        gr                dk           sg_latin1    es
#        gr_latin1         dk_latin1    fr           es_latin1
#        be                no           fr_latin1
#    The us-layout is selected by default if the "layout" keyword is omitted.
#
#    The keyword "keybint" allows more accurate of keyboard interrupts,
#    It is a bit unstable, but makes keyboard work better when set to "on".
#    The keyword "rawkeyboard" allows for accurate keyboard emulation for
#    DOS programs, and is only activated when DOSEMU starts up at the
#    console.  It only becomes a problem when DOSEMU prematurely exits
#    with a "Segmentation Fault" fatal error, because the keyboard would
#    have not been reset properly.  In that case, you would have to reboot
#    your Linux system remotely, or using the RESET button.  In reality,
#    this should never happen.  But if it does, please do report to the
#    dosemu development team, of the problem and detailed circumstances,
#    we're trying our best!  If you don't need near complete keyboard
#    emulation (needed by major software package), set it to "off"
keyboard {  layout us  keybint on  rawkeyboard on  }
# keyboard {  layout gr-latin1  keybint on  rawkeyboard on  }
#
#    If DOSEMU speed is unimportant, and CPU time is very valuable to you,
#    you may want to set HogThreshold to a non-zero value.  This means
#    the number of keypress requests in a row before CPU time is given
#    away from DOSEMU.  A good value to use could be 10000. 
#    A zero disables CPU hogging detection via keyboard requests.
#
HogThreshold 0
#**************************** SERIAL ************************************
#
# QuickStart:
#    You can specify up to 4 simultaneous serial ports here. 
#    If more than one ports have the same IRQ, only one of those ports
#    can be used at the same time.  Also, you can specify the com port,
#    base address, irq, and device path!  The defaults are:
#        COM1 default is base 0x03F8, irq 4, and device /dev/cua0
#        COM2 default is base 0x02F8, irq 3, and device /dev/cua1
#        COM3 default is base 0x03E8, irq 4, and device /dev/cua2
#        COM4 default is base 0x02E8, irq 3, and device /dev/cua3
#    If the "com" keyword is omitted, the next unused COM port is assigned.
#    Also, remember, these are only how you want the ports to be emulated
#    in DOSEMU.  That means what is COM3 on IRQ 5 in real DOS, can become
#    COM1 on IRQ 4 in DOSEMU!
#    Also, as an example of defaults, these two lines are functionally equal:
#    serial { com 1  mouse }
#    serial { com 1  mouse  base 0x03F8  irq 4  device /dev/cua0 }
#
#    If you want to use a serial mouse with DOSEMU, the "mouse" keyword
#    should be specified in only one of the serial lines.  (For PS/2
#    mice, it is not necessary, and device path is in mouse line instead)
#    Uncomment/modify any of the following if you want to support a modem:
#    (or any other serial device.)
#serial { com 1  device /dev/modem }
#serial { com 2  device /dev/modem }
#serial { com 3  device /dev/modem }
#serial { com 4  device /dev/modem }
#serial { com 3  base 0x03E8  irq 5  device /dev/cua2 }
#    If you have a non-PS/2 mouse, uncomment/modify one of the following.
#serial { mouse  com 1  device /dev/mouse }
#serial { mouse  com 2  device /dev/mouse }
#
#    What type is your mouse?  Uncomment one of the following.
#    Use the 'internaldriver' option with ps2 and busmouse options.
#mouse { microsoft }
#mouse { logitech }
#mouse { mmseries }
#mouse { mouseman }
#mouse { hitachi }

#mouse { mousesystems }
#mouse { busmouse }
#mouse { ps2  device /dev/mouse internaldriver }
#    The following line won't run for now, but I hope it will sometimes
#mouse { mousesystems device /dev/mouse internaldriver cleardtr }
#************************* NETWORKING SUPPORT *****************************
#
#    Turn the following option 'on' if you require IPX/SPX emulation.
#    Therefore, there is no need to load IPX.COM within the DOS session.
#    The following option does not emulate LSL.COM, IPXODI.COM, etc.
#    NOTE: MUST HAVE IPX PROTOCOL ENABLED IN KERNEL !!
ipxsupport off
#
#    Enable Novell 8137->raw 802.3 translation hack in new packet driver.
#pktdriver novell_hack
#************************* VIDEO ******************************************
#
# !!WARNING!!: A LOT OF THIS VIDEO CODE IS ALPHA!  IF YOU ENABLE GRAPHICS
# ON AN INCOMPATIBLE ADAPTOR, YOU COULD GET A BLANK SCREEN OR MESSY SCREEN
# EVEN AFTER EXITING DOSEMU.  JUST REBOOT (BLINDLY) AND THEN MODIFY CONFIG.
# QuickStart:
#    Start with only text video using the following line, to get started.
#    then when DOSEMU is running, you can set up a better video configuration.
#
video { vga  console }            # Use this line, if you are using VGA
# video { cga  console }          # Use this line, if you are using CGA
# video { ega  console }          # Use this line, if you are using EGA
# video { mda  console }          # Use this line, if you are using MDA
# Even more basic, like on an xterm or over serial, use one of the
# following :
#
#    For Xterm
# video { vga chunks 25 }
#    For serial at 2400 baud
# video { vga chunks 200 }
# QuickStart Notes for Graphics:
#   - If your VGA-Bios resides at E000-EFFF, turn off video BIOS shadow
#     for this address range and add the statement vbios_seg 0xe000
#     to the correct vios-statement, see the example below
#   - Set "allowvideoportaccess on" earlier in this configuration file
#     if DOSEMU wont boot properly, such as hanging with a blank screen,
#     beeping, or the video card bootup message.
#   - Video BIOS shadowing (in your CMOS setup) at C000-CFFF must be disabled.
#
#     *> CAUTION <*: TURN OFF VIDEO BIOS SHADOWING BEFORE ENABLING
GRAPHICS!
#
#   It may be necessary to set this to "on" if DOSEMU can't boot up properly
#   on your system when it's set "off" and when graphics are enabled.
#   Note: May interfere with serial ports when using certain video boards.
allowvideoportaccess on
#
#   Any 100% compatible standard VGA card _MAY_ work with this:
#video { vga  console  graphics }
#
#   If your VGA-BIOS is at segment E000, this may work for you:
#video { vga  console  graphics  vbios_seg 0xe000 }
#
#   Trident SVGA with 1 megabyte on board
#video { vga  console  graphics  chipset trident  memsize 1024 }
#
#   Diamond SVGA
#video { vga  console  graphics  chipset diamond }
#
#   ET4000 SVGA card with 1 megabyte on board:
#video { vga  console  graphics  chipset et4000  memsize 1024 }
#
#   S3-based SVGA video card with 1 megabyte on board:
#video { vga  console  graphics  chipset s3  memsize 1024 }
#************************** MISCALLANEOUS ********************************
#
# QuickStart:
#    For "mathco", set this to "on" to enable the coprocessor during DOSEMU.
#    This really only has an effect on kernels prior to 1.0.3.
#    For "cpu", set this to the CPU you want recognized during DOSEMU.
#    For "bootA"/"bootC", set this to the bootup drive you want to use.
#    It is strongly recommended you start with "bootA" to get DOSEMU
#    going, and during configuration of DOSEMU to recognize hard disks.
#
mathco on           # Math coprocessor valid values:  on  off
cpu 80386           # CPU emulation valid values:  80286  80386  80486
bootA               # Startup drive valid values:  bootA  bootC
#*********************** MEMORY ******************************************
#
# QuickStart:
#    These are memory parameters, stated in number of kilobytes.
#    If you get lots of disk swapping while DOSEMU runs, you should
#    reduce these values.  Also, DPMI is still somewhat unstable,
#    (as of early April 1994) so be careful with DPMI parameters.
#
xms 1024            # XMS size in K,  or "off"
ems 1024            # EMS size in K,  or "off"
dpmi off            # DPMI size in K, or "off"  Be careful with DPMI!
#********************** PORT ACCESS **************************************
#
# !!WARNING!!: GIVING ACCESS TO PORTS IS BOTH A SECURITY CONCERN AND
# SOME PORTS ARE DANGEROUS TO USE.  PLEASE SKIP THIS SECTION, AND
# DON'T FIDDLE WITH THIS SECTION UNLESS YOU KNOW WHAT YOU'RE DOING.
#
# ports { 0x388 0x389 }  # for SimEarth
# ports { 0x21e 0x22e 0x23e 0x24e 0x25e 0x26e 0x27e 0x28e 0x29e } # for jill
#******************* SPEAKER *********************************************
#
# These keywords are allowable on the "speaker" line:
#   native      Enable DOSEMU direct access to the speaker ports.
#   emulated    Enable simple beeps at the terminal.
#   off         Disable speaker emulation.
#
speaker native         # or "off" or "emulated"
#******************* HARD DISKS ******************************************
#
# !!WARNING!!: DAMAGE MIGHT RESULT TO YOUR HARD DISK (LINUX AND/OR DOS)
# IF YOU FIDDLE WITH THIS SECTION WITHOUT KNOWING WHAT YOU'RE DOING!
#
# QuickStart:
#    The best way to get started is to start with a boot floppy, and set
#    "bootA" above in the configuration.  Keep using the boot floppy
#    while you are setting this hard disk configuration up for DOSEMU,
#    and testing by using DIR C: or something like that.
#    If you want DOSEMU to be able to access a DOS partition, the
#    safer type of access is "partition" access, because "wholedisk"
#    access gives DOSEMU write access to a whole physical disk,
#    including any vulnerable Linux partitions on that drive!
#    !!! IMPORTANT !!!
#    You must not have LILO installed on the partition for dosemu to boot off.
#    As of 04/26/94, doublespace and stacker 3.1 will work with wholedisk
#    or partition only access.  Stacker 4.0 has been reported to work with
#    wholedisk access.  If you want to use disk compression using partition
#    access, you will need to use the "mkpartition" command included with
#    dosemu to create a partition table datafile for dosemu.
#    Please read the documentation in the "doc" subdirectory for info
#    on how to set up access to real hard disk.
#
#    "image" specifies a hard disk image file.
#    "partition" specifies partition access, with device and partition number.
#    "wholedisk" specifies full access to entire hard drive.
#    "readonly" for read only access.  A good idea to set up with.
#
#disk { image "/var/lib/dosemu/hdimage" }    # use diskimage file.
#disk { partition "/dev/hda1" 1 readonly }   # 1st partition on 1st IDE.
#disk { partition "/dev/sda2" 1 readonly }   # 1st partition on 2nd SCSI.
#disk { wholedisk "/dev/hda" }               # Entire disk drive unit
#******************* DOSEMU BOOT *******************************************
#
#    Use the following option to boot from the specified file, and then
#    once booted, have bootoff execute in autoexec.bat. Thanks Ted :-).
#    Notice it follows a typical floppy spec. To create this file use
#    dd if=/dev/fd0 of=/var/lib/dosemu/bdisk bs=16k
#
#bootdisk { heads 2 sectors 18 tracks 80 threeinch file /var/lib/dosemu/bdisk
}
#
#    Specify extensions for the CONFIG and AUTOEXEC files.  If the below
#    are uncommented, the extensions become CONFIG.EMU and AUTOEXEC.EMU.
#    NOTE: this feature may affect file naming even after boot time.
#    If you use MSDOS 6+, you may want to use a CONFIG.SYS menu instead.
#
#EmuSys EMU
#EmuBat EMU
#******************* FLOPPY DISKS ****************************************
#
# QuickStart:
#    This part is fairly easy.  Make sure that the first (/dev/fd0) and
#    second (/dev/fd1) floppy drives are of the correct size, "threeinch"
#    and/or "fiveinch".  A floppy disk image can be used instead, however.
#
#    FOR SAFETY, UNMOUNT ALL FLOPPY DRIVES FROM YOUR FILESYSTEM BEFORE
#    STARTING UP DOSEMU!  DAMAGE TO THE FLOPPY MAY RESULT OTHERWISE!
#
floppy { device /dev/fd0 threeinch } 
floppy { device /dev/fd1 fiveinch } 
#floppy { heads 2  sectors 18  tracks 80 
#         threeinch  file /var/lib/dosemu/diskimage }
#
#    If floppy disk speed is very important, uncomment the following
#    line.  However, this makes the floppy drive a bit unstable.  This
#    is best used if the floppies are write-protected.
#
#FastFloppy on
#******************* PRINTERS ********************************************
#
# QuickStart:
#    Printer is emulated by piping printer data to a file or via a unix
#    command such as "lpr".  Don't bother fiddling with this configuration
#    until you've got DOSEMU up and running already.
#
#printer { options "%s"  command "lpr"  timeout 20 }
#printer { options "-p %s"  command "lpr"  timeout 10 }    # pr format it
#printer { file "lpt3" }

Windows-Emulation: WINE

Wine ist das ambitionierteste zu DOS kompatible Paket und könnte sich als extrem wertvoll für die Linux-Gemeinde erweisen. Wine wurde vom Windows Application Binary Interface (WABI) inspiriert, das ursprünglich von Sun Microsystems entwickelt wurde, um Windows-Software direkt unter Solaris laufen zu lassen. WABI wurde von Sun für andere System-V-Versionen für Intel-PCs lizensiert und eine Gruppe von WABI-Entwicklern, die sich aus mehreren UNIX-Herstellern zusammensetzt, kümmert sich um die Weiterentwicklung von WABI. Bisher nimmt (soweit wir wissen) kein Linux-Distributor an der WABI-Entwicklung teil. Allerdings sind die WABI-Spezifikationen veröffentlicht worden und das dosemu -Team von Linux hat sie bei der Entwicklung von Wine berücksichtigt. Zur Zeit wird Wine für Linux, NetBSD und FreeBSD entwickelt, und es wird auch kommerzielle Unterstützung gesucht.

Für die Arbeit mit Wine benötigen Sie mindestens acht Megabytes RAM sowie eine mindestens zwölf MBytes große Swap-Partition auf der Festplatte.

Wine besteht in erster Linie aus einem Programm-Loader, der 16-bittige Windows-Anwendungen lädt und ausführt, sowie aus einer Emulationsbibliothek, die Windows-Funktionen in Funktionsaufrufe von Linux und das X Window System übersetzt. Die FAQs zu Wine enthalten den Hinweis, daß Wine entweder »WINdows Emulator« oder »Wine Is Not an Emulator« bedeutet. Beides ist richtig. Wenn Wine einmal erwachsen geworden ist, werden die meisten Windows-Anwendungen unter Wine in einer Linux/X-Umgebung laufen, und sie werden unter Wine etwa so schnell laufen wie unter Windows -- vielleicht auch schneller. Ein Grafikkoprozessor, der von Linux unterstützt wird, macht sich unter dem X Window System deutlich bemerkbar und hat damit auch Einfluß auf die Leistung von Wine.

Wine wird einmal in der Lage sein, ohne Windows und sogar ohne eine DOS-Partition in Ihrem System zu funktionieren. Zur Zeit werden allerdings sowohl eine unkomprimierte (unter Linux aufgesetzte) DOS-Partition, DOS, als auch ein ausführbares MS-Windows benötigt, damit Wine die Windows-Anwendungen finden kann. Wine ist Dateisystem-unabhängig und kann mit jedem Linux- (oder UNIX)-Dateisystem benutzt werden. Sie brauchen außerdem das X Window System, damit Wine läuft; Wine wird aus einem Fenster des von Ihnen bevorzugten Fenster-Managers heraus gestartet:

wine/dospartition/winapp.exe

Dabei bezeichnet Dospartition die von Linux aufgesetzte DOS-Partition (in der Regel so etwas wie /dosc oder /dos/c ), und WINAPP.EXE ist der Name einer Windows-Anwendung.

Wir wollen Sie derzeit nicht ermuntern, Wine zu benutzen -- es sei denn, Sie sind Programmierer und möchten an der Weiterentwicklung dieses anspruchsvollen Pakets teilhaben. Wine befindet sich definitiv noch im Alpha-Stadium. Zum Zeitpunkt des Schreibens emuliert Wine mehr als vierzig Prozent der Windows-API-Funktionen (Application Programming Interface). Weil wir der Meinung sind, daß Sie Wine noch nicht sinnvoll einsetzen können, wenn Sie nicht ein Programmierer mit Internet-Zugang sind, werden wir in dieser Ausgabe des Buches die Installation und Konfiguration von Wine nicht besprechen.

Sie sollten mit dem Project Manager für Wine, Bob Amstadt, Kontakt aufnehmen, wenn Sie in die Mailing-Liste der Wine-Entwickler aufgenommen werden wollen ( bob@amscons.com ). Bitte versuchen Sie nicht, in diese Liste aufgenommen zu werden, wenn Sie nicht an der Entwicklung teilnehmen möchten. In der News-Gruppe comp.emulators.ms-windows.wine haben Sie Gelegenheit, die Entwicklung von Wine zu verfolgen. Natürlich würde Bob sich auch über Unterstützung der Arbeit in Form von Geld und Hardware freuen.

Sie können das aktuelle Wine-Paket per FTP von sunsite.unc.edu im Verzeichnis /pub/Linux/system/Emulators sowie von einigen anderen Linux-FTP-Archiven beziehen. Die Wine-Distribution wird wöchentlich auf den neuesten Stand gebracht und zu jeder Distribution gehört eine Liste mit Software, die bekanntermaßen unter der vorliegenden Version von Wine läuft (oder nicht läuft).

Wenn die verfügbaren 16-bittigen Windows-Anwendungen sicher laufen und das 32-bittige Windows95 erschienen ist, sollen auch Windows95- und Windows NT-Anwendungen unterstützt werden. Diese spielen z. Zt. noch keine Rolle, da alle Windows-Anwendungen für das 16-Bit-Windows vorliegen.


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