Im Katalog suchen

Linux - Wegweiser für Netzwerker

Online-Version

Copyright © 2001 by O'Reilly Verlag GmbH & Co.KG

Bitte denken Sie daran: Sie dürfen zwar die Online-Version ausdrucken, aber diesen Druck nicht fotokopieren oder verkaufen. Das Werk einschließlich aller seiner Teile ist urheberrechtlich geschützt. Alle Rechte vorbehalten einschließlich der Vervielfältigung, Übersetzung, Mikroverfilmung sowie Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen.

Wünschen Sie mehr Informationen zu der gedruckten Version des Buches Linux - Wegweiser für Netzwerker oder wollen Sie es bestellen, dann klicken Sie bitte hier.


vorheriges Kapitel Inhaltsverzeichnis Stichwortverzeichnis nächstes Kapitel



Mail-Zustellungsarten

Wie bereits erwähnt, kann Exim Nachrichten direkt zustellen oder für die spätere Bearbeitung in eine Warteschlange aufnehmen. Alle ankommenden Mails werden im input-Verzeichnis unter /var/spool/exim abgelegt. Ist die Warteschlange nicht in Betrieb, wird für jede Mail, sobald sie eintrifft, ein Prozeß für die Zustellung gestartet. Ansonsten bleibt sie so lange in der Warteschlange, bis ein queue-runner-Prozeß sich ihrer annimmt. Die Warteschlange kann unabhängig von irgendwelchen Bedingungen betrieben werden, wenn die Option queue_only in der Konfigurationsdatei gesetzt ist. Sie kann aber auch abhängig von der aktuellen Systemlast im 1-Minuten-Taktbetrieben werden, indem Sie etwa folgende Option angeben:

queue_only_load = 4
Das führt dazu, daß Nachrichten in die Warteschlange aufgenommen werden, wenn der System Load über 4 liegt.1

Wenn Ihr Host nicht permanent mit dem Internet verbunden ist, wollen Sie vielleicht eine Warteschlange für herausgehende Mails einrichten, während Exim die lokalen Mails immer direkt zustellen darf. Das erreichen Sie mit folgender Einstellung in der Konfigurationsdatei:

queue_remote_domains = *

Wenn Sie irgendwelche Warteschlangen eingerichtet haben, müssen Sie sicherstellen, daß sie auch regelmäßig abgearbeitet werden, vielleicht so etwa alle 10 oder 15 Minuten. Auch wenn Sie keine expliziten Queue-Optionen angegeben haben, müssen die Warteschlangen trotzdem auf Nachrichten überprüft werden, die aufgrund von temporären Zustellungsproblemen verzögert sein könnten. Wenn Sie Exim im Dämon-Modus laufen lassen, müssen Sie in der Befehlszeile die Option –q15m angeben, um die Queue jede Viertelstunde abzuarbeiten. Sie können exim –q in diesen Abständen natürlich auch von cron ausführen lassen.

Sie können sich den aktuellen Inhalt der Mail-Queue anzeigen lassen, indem Sie Exim mit der Option –bp aufrufen. Genausogut können Sie einen Link von mailq auf Exim einrichten und dann einfach mailq aufrufen:

$ mailq 
 2h   52K 12EwGE-0005jD-00 <sam@vbrew.com> 
        D bob@vbrew.com 
          harry@example.net

Hier wird eine einzelne Nachricht von sam@vbrew.com an zwei Empfänger angezeigt, die sich in der Warteschlange befindet. Sie wurde erfolgreich an bob@vbrew.com zugestellt, aber noch nicht an harry@example.net, obwohl sie nun schon zwei Stunden in der Queue festsitzt. Die Nachricht hat einen Umfang von 52K, und die ID, unter der Exim die Nachricht identifiziert, hat die Bezeichnung 12EwGE-0005jD-00. Sie finden heraus, warum die Zustellung noch nicht funktioniert hat, indem Sie einen Blick in die individuelle Logdatei der Nachricht werfen, die im Verzeichnis msglog in Exims Spool-Verzeichnis eingetragen ist. Dazu benutzen Sie einfach die Option –Mvl:

$ exim -Mvl 12EwGE-0005jD-00 
2000-01-30 17:28:13 example.net [192.168.8.2]: Connection timed out 
2000-01-30 17:28:13 harry@example.net: remote_smtp transport deferred: 
  Connection timed out
Individuelle Logdateien enthalten für jede Nachricht eine Kopie der Logeinträge, so daß Sie sie leicht inspizieren können. Dieselben Informationen könnten Sie auch aus exim_mainlog extrahieren. Dazu benutzen Sie das Utility exigrep:
$ exigrep 12EwGE-0005jD-00 /var/log/exim/exim_mainlog
Dies nimmt allerdings mehr Zeit in Anspruch, insbesondere auf einem ausgelasteten System, auf dem die Logdateien ziemlich groß werden können. Das exigrep-Utility kommt erst dann groß heraus wenn man nach Informationen über mehrere Nachrichten sucht. Das erste Argument ist ein regulärer Ausdruck, und es sucht alle Logzeilen heraus, die mit irgendwelchen Nachrichten zu tun haben, die mindestens eine Logzeile enthalten, die zum regulären Ausdruck paßt. Es kann also dazu benutzt werden, alle Nachrichten für eine bestimmte Adresse zu ermitteln oder alle von bzw. zu einem bestimmten Host.

Sie haben ständige Kontrolle über die Aktivitäten von Exim, wenn Sie den Befehl tail auf exim_mainlog anwenden. Eine andere Methode dafür ist die Ausführung des ­eximon-Utilities, das mit Exim geliefert wird. Hierbei handelt es sich um eine X11-Anwendung, die eine fortlaufende Ausgabe des Inhalts der main log erzeugt, dazu eine Liste der Nachrichten anzeigt, die auf ihre Zustellung warten, und einige Kurzinfos über die Zustellungsaktivitäten präsentiert.




1.

Der System Load ist ein standardisiertes Unix-Maß für die durchschnittliche Anzahl der aufgelaufenen Prozesse. Der Befehl uptime zeigt den mittleren Load über die letzten 1, 5 und 15 Minuten an.


vorheriges Kapitel Inhaltsverzeichnis Stichwortverzeichnis nächstes Kapitel


Weitere Informationen zum Linux - Wegweiser für Netzwerker

Weitere Online-Bücher & Probekapitel finden Sie in unserem Online Book Center


O'Reilly Home|O'Reilly-Partnerbuchhandlungen|Bestellinformationen
Kontakt|Über O'Reilly|Datenschutz

© 2001, O'Reilly Verlag