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Linux - Wegweiser für Netzwerker

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NFS-Volume mounten

NFS-Volumes werden fast genauso gemountet wie die normalen Dateisysteme auch. Sie verwenden dabei für mount die folgende Syntax: 1

# mount -t nfs nfs_volume local_dir options

nfs_volume wird dabei als remote_host:remote_dir angegeben. Weil diese Notation nur bei NFS-Dateisystemen gilt, können Sie die Option –t nfs weglassen.

Eine ganze Reihe zusätzlicher Optionen kann beim Mounten eines NFS-Volumes angegeben werden. Diese können entweder auf die Option –o in der Kommandozeile folgen oder im Optionsfeld von /etc/fstab für dieses Volume stehen. In beiden Fällen werden mehrere Optionen durch Kommata (ohne Leerzeichen!) voneinander getrennt. Auf der Kommandozeile angegebene Optionen überschreiben immer die in fstab stehenden Werte.

Nachfolgend ein Beispieleintrag aus /etc/fstab:

# Volume              Mount-Punkt       Typ   Optionen 
news:/var/spool/news  /var/spool/news   nfs   timeo=14,intr

Dieses Volume kann mit dem folgenden Befehl gemountet werden:

# mount news:/var/spool/news

Fehlt ein solcher fstab-Eintrag, sehen NFS-mounts wesentlich unangenehmer aus. Nehmen wir zum Beispiel an, daß Sie die Home-Verzeichnisse der Benutzer von einer Maschine namens moonshot aus mounten, die eine Standard-Blockgröße von 4 K für Schreib-/Leseoperationen verwendet. Um die Blockgröße auf 8 K zu erweitern und damit eine höhere Performanz zu erreichen, benutzen Sie den folgenden Befehl:

# mount moonshot:/home /home -o rsize=8192,wsize=8192

Eine vollständige Liste aller gültigen Optionen ist in der Manpage nfs(5) beschrieben. Nachfolgend ein Teil der Optionen, die Sie möglicherweise verwenden möchten:

rsize=n und wsize=n

Bestimmt die bei Schreib- bzw. Leseanforderungen von NFS-Clients verwendete Datagrammgröße. Die Standardgröße hängt von der verwendeten Kernel-Version ab, ist aber normalerweise auf 1.024 Byte voreingestellt.

timeo=n

Bestimmt die Zeit (in Zehntelsekunden), die ein NFS-Client auf den Abschluß einer Anforderung wartet. Der voreingestellte Wert ist 7 (0,7 Sekunden). Was nach einem Timeout passiert, hängt davon ab, ob Sie die Option hard oder soft verwenden.

hard

Markiert dieses Volume explizit als “hart” gemountet (das ist die Voreinstellung). Mit dieser Option gibt der Server bei einem längeren Timeout eine Fehlermeldung auf die Konsole aus und setzt die Verbindungsversuche endlos fort.

soft

“Weiches” Mounten des Verzeichnisses (im Gegensatz zu hartem Mounten). Diese Option führt bei einem längeren Timeout zu einer Ein-/Ausgabe-Fehlermeldung an den Prozeß, der eine Dateioperation durchzuführen versucht.

intr

Ermöglicht die Unterbrechung von NFS-Aufrufen über Signale. Nützlich, wenn ein Server nicht antwortet und der Client abgebrochen werden muß.

Mit Ausnahme von rsize und wsize wirken sich all diese Optionen auf das Verhalten des Client aus, wenn der Server kurzfristig nicht erreichbar sein sollte. Sie spielen auf folgende Weise zusammen: Sendet der Client eine Anforderung an den NFS-Server, erwartet er, daß die Operation innerhalb einer bestimmten Zeit abgeschlossen ist. Diese Zeit kann mit der Option timeout festgelegt werden. Wird innerhalb dieser Zeit keine Bestätigung empfangen, kommt es zu einem sogenannten Minor-Timeout (leichter Timeout). Die Operation wird nun wiederholt, wobei das Timeout-Intervall verdoppelt wird. Wird der maximale Timeout von 60 Sekunden erreicht, tritt ein Major-Timeout (schwerer Timeout) auf.

Per Voreinstellung gibt ein Client bei einem großen Timeout eine Fehlermeldung auf der Konsole aus und versucht es erneut. Dabei wird das ursprüngliche Timeout-Intervall verdoppelt. Theoretisch könnte dies immer so weitergehen. Volumes, die eine Operation immer wieder hartnäckig wiederholen, bis der Server wieder verfügbar ist, werden als hart gemountet (hard-mounted) bezeichnet. Die andere Variante wird weich gemountet (soft-mounted) genannt und generiert einen I/O-Fehler für den rufenden Prozeß, wenn ein großer Timeout auftritt. Da der Buffer-Cache für verzögertes Schreiben sorgt, gelangt diese Fehlerbedingung nicht an den Prozeß selbst, bevor dieser das nächste Mal die Funktion write aufruft. Ein Programm kann daher nie sicher sein, daß eine Schreiboperation an ein weich gemountetes Volume überhaupt erfolgreich war.

Ob Sie ein Volume hart oder weich mounten, hängt teilweise von Ihren persönlichen Vorlieben ab, andererseits aber auch von der Art der Informationen, auf die Sie über dieses Volume zugreifen wollen. Wenn Sie etwa Ihre X-Programme über NFS mounten, wollen Sie wahrscheinlich nicht, daß Ihre X-Session verrückt spielt, nur weil jemand das Netzwerk zum Erliegen gebracht hat, indem er sieben Instanzen von Doom gleichzeitig benutzt oder weil er kurz den Ethernet-Stecker gezogen hat. Wenn Sie die Verzeichnisse mit den Programmen hart mounten, stellen Sie sicher, daß der Computer so lange wartet, bis er die Verbindung zum NFS-Server wiederherstellen kann.Auf der anderen Seite brauchen unkritische Daten wie NFS-gemountete News-Partitionen oder FTP-Archive nicht hart gemountet zu sein. Ist die entfernte Maschine zeitweise nicht erreichbar oder heruntergefahren, hängt sich Ihre Session nicht auf. Ist Ihre Netzwerkverbindung etwas instabil, oder läuft sie über einen überlasteten Router, können Sie den anfänglichen Timeout mit Hilfe der Option timeo erhöhen oder die Volumes hart mounten. NFS-Volumes werden standardmäßig hart gemountet.

Harte Mounts sind jedoch nicht unproblematisch, da die Dateioperationen normalerweise nicht unterbrochen werden können. Wenn ein Prozeß zum Beispiel versucht, auf einen Remote-Server zu schreiben, und dieser Server unerreichbar ist, bleibt die Benutzerapplikation einfach stehen und wartet so lange, bis der Server wieder antwortet. Der Benutzer hat währenddessen aber keine Möglichkeit, die Operation vorzeitig abzubrechen. Wenn Sie aber beim harten Mounten die Option intr benutzen, bricht jedes Signal, das der Prozeß empfängt, die NFS-Operation ab, so daß der Benutzer hängende Dateizugriffe über NFS unterbrechen und normal weiterarbeiten kann, natürlich ohne die Datei zu sichern.

Der rpc.mountd-Dämon hält normalerweise auf die eine oder andere Art fest, welche Verzeichnisse von welchen Hosts gemountet wurden. Diese Information kann mit dem Programm showmount ausgegeben werden, das ebenfalls Teil des NFS-Serverpakets ist.

# showmount -e moonshot 
Export list for localhost: 
/home <anon clnt>  

# showmount -d moonshot 
Directories on localhost: 
/home  

# showmount -a moonshot 
All mount points on localhost: 
localhost:/home




1.

Man sagt Volume und nicht Dateisystem, weil es kein richtiges Dateisystem ist.


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