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Linux - Wegweiser für Netzwerker

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Erzeugen von Host- und Netzwerkdateien

Nachdem Sie Ihr Netz in Subnetze unterteilt haben, sollten Sie eine einfache Art der Namensauflösung konfigurieren, die auf der Datei /etc/hosts basiert. Wenn Sie nicht vorhaben, DNS oder NIS zu benutzen, müssen Sie sogar sämtliche Maschinen in Ihrem Netz in dieser Datei eintragen.

Aber auch, wenn Sie im normalen Betrieb DNS oder NIS einsetzen, ist es empfehlens­wert, einen Teil der Rechnernamen in /etc/hosts zu haben. Oft möchte man nämlich auch während des Bootens, wenn noch keine Netzwerkschnittstellen aktiv sind, symbolische Namen verwenden, beispielsweise in den rc-Skripten.Sollten Sie einmal gezwungen sein, IP-Adressen zu ändern, müssen Sie nur noch die modifizierte hosts-Datei auf allen Rechnern installieren und die Systeme neu starten, anstatt sämtliche rc-Dateien von Hand zu editieren. Normalerweise werden Sie alle lokalen Rechner in /etc/hosts eintragen, zusammen mit eventuell vorhandenen Gateways und NIS-Servern.1

Außerdem sollten Sie während der anfänglichen Testphase nur Informationen aus der hosts-Datei verwenden. In manchen Distributionen enthalten die Konfigurationsdateien für NIS und DNS Beispiele, die für seltsame Effekte sorgen können, wenn sie verwendet werden. Um sicherzustellen, daß alle Applikationen ausschließlich /etc/hosts verwenden, um die Adresse eines Systems zu suchen, müssen Sie die Datei /etc/host.conf editieren. Kommentieren Sie alle Zeilen aus, die mit dem Schlüsselwort order beginnen, indem Sie ein Doppelkreuz voranstellen, und fügen Sie folgende Zeile ein:

order hosts

Die Konfiguration der Resolver-Bibliothek wird ausführlich in Kapitel 6 Name-Server- und Resolver-Konfiguration, behandelt.

Die Datei hosts enthält einen Eintrag pro Zeile, bestehend aus der IP-Adresse, dem Hostnamen und einer optionalen Liste von Aliasen für den Hostnamen. Die Felder sind durch Leerzeichen oder Tabulatoren voneinander getrennt, und das Adreßfeld muß in Spalte eins beginnen. Ein Doppelkreuz (#) leitet immer einen Kommentar ein.

Namen können entweder voll qualifiziert oder relativ zur lokalen Domain sein. Für vale würden Sie beispielsweise sowohl den vollständigen Namen vale.vbrew.com eintragen als auch vale ohne Domain-Angabe, so daß das System sowohl unter seinem offiziellen als auch unter dem kürzeren lokalen Namen bekannt ist.

Das folgende Beispiel zeigt, wie die Datei hosts in der virtuellen Brauerei aussehen könnte. Neben den normalen Namen sehen Sie zwei spezielle Einträge, vlager-if1 und vlager-if2, die die Adressen für die beiden Schnittstellen des Gateway-Systems vlager festlegen.

# 
# Hostdatei fuer die virtuelle Brauerei und die virtuelle Kellerei 
# 
# IP            FQDN                 Aliase 
# 
127.0.0.1       localhost 
# 
172.16.1.1      vlager.vbrew.com      vlager vlager-if1 
172.16.1.2      vstout.vbrew.com      vstout 
172.16.1.3      vale.vbrew.com        vale 
# 
172.16.2.1      vlager-if2 
172.16.2.2      vbeaujolais.vbrew.com vbeaujolais 
172.16.2.3      vbardolino.vbrew.com  vbardolino 
172.16.2.4      vchianti.vbrew.com    vchianti

Genau wie für IP-Adressen möchte man manchmal auch symbolische Namen für Netzwerknummern verwenden. Aus diesem Grunde gibt es parallel zu /etc/hosts die Datei /etc/networks, um Netzwerknamen auf Netzwerknummern abzubilden und umgekehrt. In der virtuellen Brauerei würden wir etwa folgende networks-Datei installieren:2

# /etc/networks fuer die virtuelle Brauerei und die virtuelle Kellerei 
brew-net      172.16.1.0 
wine-net      172.16.2.0




1.

Die Adresse eines NIS-Servers brauchen Sie nur, wenn Sie das NYS von Peter Eriksson verwenden. Andere NIS-Implementierungen lokalisieren ihre Server zur Startzeit mit Hilfe des Programms ypbind.

2.

Beachten Sie, daß die Namen in networks nicht mit den Hostnamen in der Datei hosts übereinstimmen und kollidieren, da manche Programme ansonsten merkwürdige Resultate produzieren können.


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