Die Geschichte von O'Reilly

 


Rückblick

Entstanden ist der Verlag 1978 aus einer Consulting-Firma, die für Industriekunden technische Handbücher schrieb. Wann immer die Auftragslage schlecht war, arbeiteten die Mitarbeiter an der Zweitverwertung des vorhandenen Materials in den sogenannten Nutshell Handbooks. Der Name bezieht sich auf die englische Redewendung "in a Nutshell"; das heißt soviel wie "kurz und knapp" oder "kurz zusammengefasst". Diese Büchlein wurden vorrangig bei Konferenzen und kleinen Kongressen verkauft. Erster Höhepunkt auf dem Weg zum Erfolg war 1988 eine Konferenz des renommierten MIT in Cambridge. Der gesamte Vorrat eines Vorabdrucks zur X Window-Serie wurde Tim O'Reilly und seinen Leuten förmlich aus den Händen gerissen, und sie mussten über Nacht Nachschub produzieren. Ohne es richtig zu merken, war O'Reilly ins Verlagsgewerbe eingestiegen und zu einem Geheimtipp geworden. Heute ist aus dieser kleinen Gruppe ein internationaler Verlag mit zwei Niederlassungen in den USA und fünf weiteren Büros weltweit geworden. O'Reilly ist einer der letzten Verlage in Privatbesitz und steht in den USA auf Platz 4 der Liste aller Computerbuchverlage, eine sehr beachtliche Leistung in einer Welt der Verlagskonglomerate.

Information Pain

Großer Erfolg also für einen so kleinen Verlag. Das Geheimnis liegt vielleicht in der Tatsache, dass es nie ausschließlich ums Geldverdienen ging, sondern um die wirklichen Bedürfnisse der Leser. Tim O'Reilly nennt das immer "Information Pain". Jemand vermisst schmerzlich Informationen zu einem Thema, einer Technologie, er sucht händeringend eine Lösung für ein technisches Problem. Hier sollen O'Reilly-Bücher helfen.
Manche Leser sehen es so, dass ein Thema oder eine neue Technologie erst dann vollends ernst genommen wird (und die entsprechende Community sich "geadelt" fühlen kann), wenn O'Reilly ein Buch darüber veröffentlicht. Oder auch andersherum: Man fühlt sich nicht mehr ernst genommen, seit O'Reilly bestimmte Titel aus dem Programm genommen hat (wie es uns mit der winzigen, aktiven Pick-Gemeinde passiert ist). Nun ja, der Schmerz muss also nicht nur groß sein, er muss aus unserer Sicht auch mehr als nur eine Handvoll Leute befallen haben ...

Meilensteine

Einer der größten Meilensteine war der Titel "The Whole Internet" von Ed Krol aus dem Jahre 1992. Das war eine Zeit, als das Internet nur einigen wenigen Unix-Benutzern bekannt war! Dieser Titel verkaufte sich im Laufe der Jahre mehr als eine Million Mal und wurde in knapp 20 Sprachen übersetzt.

Aus "The Whole Internet" entstand die erste Online-Aktivität von O'Reilly: Der Global Network Navigator (GNN) war im Sommer 1993 das erste Online-Magazin. Er setzte heute noch gültige Trends in der Präsentation und Vermarktung von Inhalten im Internet.

Da O'Reilly jahrelang der Arbeitgeber d