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Linux - Wegweiser zur Installation & Konfiguration, 3. Auflage

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Die Installation von Linux vorbereiten

Nachdem Sie sich eine Linux-Distribution besorgt haben, können Sie Ihr System für die Installation vorbereiten. Das erfordert einige Planung, insbesondere wenn Sie bereits mit anderen Betriebssystemen arbeiten. In den folgenden Abschnitten werden wir beschreiben, wie Sie die Linux-Installation vorbereiten.

Überblick über die Installation

Obwohl alle Versionen von Linux anders sind, verläuft die Installation im allgemeinen nach diesem Schema:

1. Die Festplatte neu partitionieren. Wenn Sie bereits andere Betriebssysteme installiert haben, werden Sie die Festplatten neu partitionieren müssen, um Platz für Linux zu schaffen. Wir besprechen das im Abschnitt »Neupartitionierung der Festplatte(n)« weiter unten. In manchen Distributionen ist dieser Schritt in den Installationsvorgang integriert. Lesen Sie die Dokumentation zu Ihrer Distribution, um zu sehen, ob das bei Ihnen der Fall ist. Es schadet aber trotzdem nichts, den hier angegebenen Schritten zu folgen und die Festplatte schon im vornherein zu partitionieren.
2. Booten mit dem Linux-Installationsmedium. Jede Distribution von Linux enthält irgendeine Art von Installationsmedium - in der Regel eine »Boot-Diskette« oder eine bootbare CD-ROM -, das Sie zur Installation der Software benutzen. Nach dem Booten mit diesem Medium befinden Sie sich entweder in einem Installationsprogramm, das Sie Schritt für Schritt durch die Linux-Installation führt, oder Sie erhalten Gelegenheit, die Software von Hand zu installieren.

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Kapitel 3

3. Linux-Partitionen einrichten. Nachdem Sie neu partitioniert haben, um für Linux Platz zu schaffen, richten Sie an diesem freien Platz die Linux-Partitionen ein. Dazu benutzen Sie das Linux-Programm fdisk, das wir im Abschnitt »Linux-Partitionen anlegen« in Kapitel 3, Installation und erste Konfigurationsarbeiten, besprechen, oder ein anderes, distributionsspezifisches Programm wie etwa Disk Druid, das mit Red Hat Linux mitgeliefert wird.

4. Dateisysteme und Swap-Space einrichten. Anschließend werden Sie in den neu eingerichteten Linux-Partitionen ein oder mehrere Dateisysteme erzeugen, in denen Dateien gespeichert werden. Falls Sie vorhaben, Swap-Space für die Auslagerung von laufenden Programmen zu benutzen, werden Sie zusätzlich in einer der Linux-Partitionen den Swap-Space einrichten. Wir beschreiben das in den Abschnitten »Den Swap-Bereich anlegen« und »Die Dateisysteme anlegen« in Kapitel 3.
5. Die Software in den neuen Dateisystemen installieren. Zum Schluß werden Sie die Linux-Software in den gerade erzeugten Dateisystemen installieren. Danach können Sie loslegen - wenn alles geklappt hat. Wir besprechen die Installation von Software im Abschnitt »Die Linux-Software installieren« in Kapitel 3. Im Abschnitt »Wenn Probleme auftauchen«, auch in Kapitel 3, zeigen wir, was Sie tun können, wenn Probleme entstehen.

Wer zwischen den einzelnen Betriebssystemen hin- und herschalten möchte, fragt sich sicherlich manchmal, welches er zuerst installieren soll: Linux oder das andere System? Wir können bestätigen, daß manche Leute Schwierigkeiten gehabt haben, Windows 95 nach Linux zu installieren. Windows 95 tendiert dazu, bei der Installation existierende Boot-Informationen zu löschen, so daß es sicherer ist, anhand der Informationen in diesem Kapitel zuerst Windows und danach Linux zu installieren.

Wie wissen nicht, ob sich Windows 98 genauso ritterlich verhält wie Windows 95. Windows NT scheint etwas toleranter gegenüber existierenden Boot-Informationen zu sein.

Viele Distributionen von Linux bieten ein Programm, das Sie Schritt für Schritt durch die Installation führt und einen oder mehrere der oben angeführten Schritte für Sie erledigen kann. Denken Sie beim Lesen dieses Kapitels immer daran, daß das Installationsprogramm einige dieser notwendigen Schritte eventuell für Sie erledigen kann.

Ein wichtiger Hinweis: Wenn Sie die Installation von Linux vorbereiten, sollten Sie sich auf jeden Fall während des gesamten Vorgangs Notizen machen. Schreiben Sie alles auf, was Sie tun und was Sie eingeben, und notieren Sie alles, was Ihnen merkwürdig vorkommt. Die Absicht dahinter ist ganz einfach: Falls (oder wenn!) Sie Probleme bekommen, möchten Sie in der Lage sein, Ihre Schritte nachzuvollziehen, um herauszufinden, wo Probleme auftauchten. Es ist nicht schwierig, Linux zu installieren, aber es gilt, sich viele Details zu merken. Wenn Sie alle diese Details schriftlich festhalten, können Sie nach einem Fehlschlag andere Methoden ausprobieren. Ihre Notizen können auch dann hilfreich sein, wenn Sie andere Leute um Hilfe bitten; zum Beispiel wenn Sie eine Nachricht an eine der Linux-Gruppen im USENET schicken. Vielleicht wollen Sie eines Tages diese Notizen sogar Ihren Enkelkindern zeigen. Fu▀noten 1

Konzepte für die Partitionierung

Im allgemeinen sind Festplatten in Partitionen eingeteilt, wobei für jedes Betriebssystem eine oder mehrere Partitionen reserviert sind. Sie könnten also auf einer Festplatte mehrere Partitionen einrichten, von denen eine zum Beispiel Windows enthält, eine weitere OS/2 und zwei weitere Linux.

Wenn Sie bereits andere Software auf Ihrem System installiert haben, müssen Sie die Größe der Partitionen eventuell anpassen, um für Linux Platz zu schaffen. Anschließend richten Sie an diesem freien Platz auf der Festplatte eine oder mehrere Linux-Partitionen für die Linux-Software und den Swap-Space ein. Wir wollen diesen Vorgang als Neupartitionierung bezeichnen.

Viele DOS-Systeme nutzen eine einzelne Partition, die die ganze Festplatte belegt. Unter DOS heißt diese Partition C:. Wenn Sie mehr als eine Partition eingerichtet haben, benennt DOS diese mit D:, E: usw. In gewisser Weise verhält sich jede Partition wie eine einzelne Festplatte.

Im ersten Sektor einer Festplatte befinden sich der Master-Boot-Record und die Partitionstabelle. Der Boot-Record wird (wie der Name andeutet) beim Booten des Systems benutzt. Die Partitionstabelle enthält Informationen über Lage und Größe der Partitionen.

Man unterscheidet drei Arten von Partitionen: primäre, erweiterte und logische. Hiervon werden die primären Partitionen am häufigsten benutzt. Allerdings lassen sich wegen der beschränkten Größe der Partitionstabelle auf einer Platte nur vier primäre Partitionen einrichten. Das liegt am schlechten Design von MS-DOS, selbst andere Betriebssysteme aus der gleichen Ära haben diese Einschränkung nicht.

Eine Möglichkeit, diese Beschränkung auf vier Partitionen zu umgehen, ist die Benutzung einer erweiterten Partition. Diese Partition enthält selbst keine Daten; statt dessen dient sie als eine Art »Container« für logische Partitionen. Sie könnten also eine erweiterte Partition einrichten, die die ganze Festplatte belegt, und innerhalb dieser Partition viele logische Partitionen anlegen. Allerdings dürfen Sie nur eine erweiterte Partition pro Festplatte einrichten.

Die Partitionierung unter Linux

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Kapitel 3

Bevor wir darauf eingehen, wie Sie Ihre Festplatten neu partitionieren, müssen Sie sich darüber klarwerden, wieviel Speicherplatz Sie Linux zuweisen möchten. Wir werden in Kapitel 3, im Abschnitt »Linux-Partitionen anlegen«, besprechen, wie dieser Speicherplatz aufgeteilt wird.

Auf Unix-Rechnern werden Dateien in Dateisystemen (filesystems) gespeichert. Ein Dateisystem ist ein Abschnitt einer Festplatte (oder eines anderen Mediums, etwa einer CD-ROM oder Diskette), der für das Abspeichern von Dateien formatiert wurde. Jedes Dateisystem ist einem bestimmten Zweig des Verzeichnisbaums zugeordnet, so gibt es zum Beispiel auf vielen Rechnern ein Dateisystem für alle Dateien im Verzeichnis /usr, ein anderes für /tmp usw. Das Dateisystem root ist das primäre (übergeordnete) Dateisystem und entspricht der Wurzel des Verzeichnisbaums, /.

Unter Linux belegt jedes Dateisystem eine eigene Partition auf der Festplatte. Wenn Sie zum Beispiel ein Dateisystem für / und ein anderes für /usr einrichten, brauchen Sie zwei Partitionen, um diese beiden Dateisysteme aufzunehmen.

Bevor Sie Linux installieren, müssen Sie die Dateisysteme vorbereiten, die die Linux-Software aufnehmen sollen. Sie brauchen mindestens ein Dateisystem (Root), und damit eine Partition, für Linux. Viele Linux-Benutzer ziehen es vor, alle ihre Dateien im Dateisystem Root abzulegen, weil der Umgang damit in den meisten Fällen einfacher ist als der mit mehreren Dateisystemen und Partitionen.

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Kapitel 6

Sie können aber auch mehrere Dateisysteme für Linux einrichten, wenn Sie möchten - vielleicht legen Sie zum Beispiel getrennte Dateisysteme für /usr und /home an. Die Leser mit Erfahrung in der Systemverwaltung unter Unix werden wissen, wie man mehrere Dateisysteme sinnvoll einsetzt. Im Abschnitt »Dateisysteme erzeugen« in Kapitel 6, Verwalten von Dateisystemen, Swap-Bereichen und Geräten, besprechen wir den Einsatz mehrerer Partitionen und Dateisysteme.

Warum sollte man mehr als ein Dateisystem benutzen? Der am häufigsten genannte Grund ist die Datensicherheit. Falls aus irgendeinem Grund einmal eines Ihrer Dateisysteme beschädigt wird, werden die anderen (in der Regel) davon nicht berührt. Wenn Sie andererseits alle Ihre Dateien unter dem Dateisystem Root speichern, und dieses Dateisystem wird beschädigt, verlieren Sie eventuell alle Daten auf einen Streich. Das passiert allerdings nur selten; wenn Sie regelmäßig Backups Ihrer Daten anfertigen, sind Sie auf der sicheren Seite. Fu▀noten 2

Auf der anderen Seite können Sie bei Verwendung mehrerer Dateisysteme Ihr System leicht aktualisieren, ohne Ihre wertvollen Daten zu gefährden. Vielleicht haben Sie eine Partition für die Home-Verzeichnisse der Benutzer, und wenn Sie das System aktualisieren, dann lassen Sie diese Partition einfach in Frieden, löschen alle anderen und installieren Linux ganz neu. Natürlich haben heutzutage alle Distributionen ziemlich ausgefeilte Aktualisierungsprozeduren, aber manchmal wollen Sie vielleicht doch ganz von vorn anfangen.

Ein anderer Grund für die Einrichtung mehrerer Dateisysteme ist die Aufteilung des Speicherplatzes auf mehrere Festplatten. Wenn Sie zum Beispiel auf einer Platte 100 MB frei haben und auf einer anderen 2 GB, ist es vielleicht sinnvoll, ein Root-Dateisystem von 100 MB auf der ersten Platte und ein Dateisystem /usr von 2 GB auf der zweiten Platte einzurichten. Zur Zeit ist es nicht möglich, ein Dateisystem über mehrere Laufwerke hinweg anzulegen. Wenn Ihr freier Speicherplatz sich auf mehrere Festplatten verteilt, werden Sie auch mehrere Dateisysteme einrichten müssen, um den gesamten Speicherplatz nutzen zu können.

Zusammengefaßt: Linux benötigt mindestens eine Partition - die für das Dateisystem Root. Wenn Sie mehrere Dateisysteme einrichten möchten, brauchen Sie eine eigene Partition für jedes zusätzliche Dateisystem. Einige Distributionen von Linux legen die Partitionen und Dateisysteme automatisch an, so daß Sie sich darum nicht zu kümmern brauchen.

Ein weiterer Punkt, den es bei der Planung der Partitionierung zu berücksichtigen gilt, ist der Swap-Space (Auslagerungsdatei). Sie haben zwei Möglichkeiten: Die erste besteht darin, eine Swap-Datei anzulegen, die in einem Ihrer Linux-Dateisysteme existiert. Sie legen die Swap-Datei nach der Installation der Software an, um sie als virtuelles RAM zu nutzen. Die zweite Möglichkeit ist die Einrichtung einer Swap-Partition. Das ist eine einzelne Partition, die nur als Swap-Space genutzt wird. Die meisten Leute benutzen eine Swap-Partition statt einer Swap-Datei.

Eine einzelne Swap-Datei oder -Partition kann bis zu 128 Megabytes groß sein (oder noch größer mit den neueren Kernel-Versionen). Fu▀noten 3 Wenn Sie mehr als 128 MB an Swap-Bereich einrichten wollen (was nur unter sehr extremen Bedingungen notwendig ist), können Sie mehrere Dateien oder Partitionen anlegen - insgesamt bis zu 16. Falls Sie beispielsweise 256 MB an Swap-Bereich brauchen, können Sie zwei Partitionen mit je 128 MB einrichten.

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Kapitel 3
Kapitel 6

Das Anlegen einer Swap-Partition wird im Abschnitt »Den Swap-Bereich anlegen« in Kapitel 3 besprochen, die Einrichtung einer Swap-Datei im Abschnitt »Swap-Space benutzen« in Kapitel 6.

Sie werden in den meisten Fällen mindestens zwei Partitionen für Linux einrichten: eine für das Root-Dateisystem und eine als Swap-Partition. Natürlich gibt es viele Variationen hierzu, aber dies ist das Minimum. Sie müssen unter Linux keinen Swap-Bereich einrichten, aber wenn Sie über weniger als 32 Megabytes an physikalisch vorhandenem RAM verfügen, raten wir dringend dazu.

Sie müssen sich natürlich darüber klarwerden, wieviel Platz diese Partitionen belegen werden. Die Größe Ihres Linux-Dateisystems (inklusive Software) hängt davon ab, wieviel Software Sie installieren und welche Linux-Distribution Sie benutzen. Normalerweise finden Sie in der Dokumentation zu Ihrem Linux ungefähre Angaben dazu. Ein kleines Linux-System kann auf 40 Megabytes oder weniger untergebracht werden, ein größeres System kann irgendwo zwischen 100 und 300 MB und darüber liegen. Denken Sie daran, daß Sie außer dem Platz für die Software selbst auch noch Platz für die Benutzerverzeichnisse, für zukünftige Erweiterungen usw. brauchen.

Wenn Sie mehrere Partitionen verwenden, dann sollten Sie eine ziemlich kleine Partition für das Root-Verzeichnis vorsehen. 32 MB sollten ausreichen, aber sehen Sie mindestens 30-50 MB mehr vor, wenn Sie /var auf der gleichen Partition haben, wie das bei den meisten Leuten der Fall ist. Auf der anderen Seite sollte die /usr-Partition eher groß sein.

Die Größe der Swap-Partition (falls Sie eine einrichten) hängt davon ab, wieviel virtuelles RAM Sie benötigen. Eine Faustregel besagt, daß die Swap-Partition doppelt so groß sein sollte wie das physikalisch vorhandene RAM. Wenn Sie also 4 Megabytes RAM haben, sollte die Swap-Partition 8 MB groß sein. Natürlich ist das nur eine grobe Annäherung - tatsächlich hängt die Größe des benötigten Swap-Bereichs davon ab, welche Software Sie installieren möchten. Falls Sie schon eine Menge physikalisches RAM haben (zum Beispiel 64 MB oder mehr), möchten Sie eventuell überhaupt keinen Swap-Bereich anlegen.

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Aufgrund von Beschränkungen im BIOS ist es in der Regel nicht möglich, von Partitionen zu booten, die Zylinder oberhalb von 1023 benutzen. Wenn Sie also den Platzbedarf für Linux auf Ihrer Festplatte festlegen, denken Sie daran, daß Sie das Root-Dateisystem nicht in einer Partition anlegen, die den Bereich >1023 Zylinder belegt. Linux kann trotzdem Partitionen mit Zylindern oberhalb von 1023 benutzen, aber es kann passieren, daß Linux nicht von einer solchen Partition bootet. Vielleicht halten Sie diesen Rat für voreilig, aber es ist wichtig, das zu berücksichtigen, wenn Sie die Aufteilung Ihrer Festplatte(n) planen. Außerdem haben heutzutage viele Leute Festplatten mit mehr als 1023 Zylindern.

Wenn Sie unbedingt eine Partition mit Zylindernummern oberhalb von 1023 für Ihr Root-Dateisystem benutzen möchten, haben Sie immer noch die Möglichkeit, Linux von einer Diskette zu booten. Dagegen spricht weiter nichts, es dauert nur ein paar Sekunden länger als das Booten von der Festplatte. Auf jeden Fall steht Ihnen damit immer eine weitere Option offen.

Neupartitionierung der Festplatte(n)

In diesem Abschnitt beschreiben wir, wie Sie existierende Partitionen neu einrichten, um für Linux Platz zu schaffen. Wenn Sie Linux auf einer »sauberen« Festplatte installieren, können Sie diesen Abschnitt überspringen und bei »Die Linux-Software installieren« in Kapitel 3 weiterlesen.

Die übliche Methode, eine existierende Partition in der Größe zu verändern, ist sie zu löschen (wobei alle Daten in dieser Partition gelöscht werden) und sie neu anzulegen. Bevor Sie Ihre Festplatten neu partitionieren, sollten Sie ein Backup (Datensicherung) machen. Wenn Sie die neue Partition eingerichtet haben, können Sie die alte Software mit dem Backup wieder einspielen. Für MS-DOS gibt es mehrere Programme, die Partitionsgrößen verändern können, ohne daß dabei Daten verlorengehen. Eines dieser Programme ist FIPS, das von vielen Linux-FTP-Servern angeboten wird.

Denken Sie auch daran, daß in den kleiner gewordenen Partitionen vielleicht nicht mehr die gesamte ursprünglich vorhandene Software Platz findet. In diesem Fall müssen Sie so viel der nicht benötigten Software löschen, daß der Rest in den kleineren Partitionen untergebracht werden kann.

Das Programm, mit dem Sie Ihre Festplatte neu partitionieren, heißt fdisk. Jedes Betriebssystem hat seine eigene Version davon; unter DOS etwa wird es mit dem Befehl fdisk aufgerufen. Lesen Sie in der Dokumentation Ihres jetzigen Betriebssystems nach, wie Festplatten neu partitioniert werden. Wir wollen hier zeigen, wie Sie Festplatten unter DOS mittels fdisk neu einrichten, aber diese Anleitung sollte sich ohne Probleme auf andere Betriebssysteme übertragen lassen.

Das Programm fdisk ist (unter jedem Betriebssystem) dafür zuständig, die Partitionstabelle einer Festplatte zu lesen und sie zu manipulieren, um Partitionen hinzuzufügen oder zu löschen. Einige Versionen von fdisk leisten mehr als das, indem sie zum Beispiel am Anfang einer neuen Partition bestimmte Informationen ablegen, damit diese Partition von einem bestimmten Betriebssystem benutzt werden kann. Aus diesem Grunde sollten Sie in der Regel Partitionen für ein Betriebssystem nur mit der Version von fdisk für dieses Betriebssystem anlegen. Sie können mit dem fdisk von Linux keine DOS-Partitionen einrichten - DOS kann solche Partitionen nicht korrekt verwalten (wenn Sie genau wissen, was Sie tun, dann ist es durchaus möglich, DOS-Partitionen von Linux aus einzurichten, aber wir würden Ihnen nicht dazu raten). In ähnlicher Weise kann es sein, daß das fdisk von DOS nicht mit Linux-Partitionen umgehen kann. Solange Sie für jedes Ihrer Betriebssysteme eine Version von fdisk haben, sollten keine Probleme auftauchen. (Nicht alle Betriebssysteme kennen dieses Programm als fdisk  - einige nennen es »disk manager« oder »volume manager«.)

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Kapitel 3

Im Abschnitt »Linux-Partitionen anlegen« in Kapitel 3 werden wir beschreiben, wie Sie neue Linux-Partitionen anlegen, aber im Augenblick wollen wir uns mit dem Ändern der bestehenden Partitionen beschäftigen.

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Bitte lesen Sie die Dokumentation zu Ihrem jetzigen Betriebssystem, bevor Sie die Festplatte neu partitionieren. Dieser Abschnitt soll einen allgemeinen Überblick über den Vorgang geben; es gibt dabei viele Feinheiten, auf die wir hier nicht eingehen. Wenn Sie die Neupartitionierung nicht korrekt durchführen, kann es sein, daß alle Ihre Daten verlorengehen.

Nehmen wir an, daß Sie eine einzelne Festplatte in Ihrem System haben, die zur Zeit ganz von DOS belegt wird. Dann enthält Ihre Platte eine einzige DOS-Partition mit der Bezeichnung C:. Weil diese Methode der Neupartitionierung die Daten in dieser Partition zerstören wird, müssen Sie eine bootfähige DOS-»Systemdiskette« erstellen, die alles enthält, was Sie nach der Neupartitionierung zum Aufruf von FDISK und zum Wiedereinspielen der Software aus dem Backup brauchen.

In vielen Fällen können Sie hierfür die DOS-Installationsdisketten benutzen. Wenn Sie doch Ihre eigene Systemdiskette erstellen müssen, formatieren Sie eine Diskette mit dem Befehl:

FORMAT /s A:

Kopieren Sie alle notwendigen DOS-Utilities auf diese Diskette (in der Regel den größten Teil der Software im Verzeichnis \DOS Ihrer Festplatte) sowie die Programme FORMAT.COM und FDISK.EXE. Sie sollten nun in der Lage sein, mit dieser Diskette zu booten und mit dem Befehl

FDISK C:

das Programm FDISK zu starten.

Die Benutzung von FDISK sollte selbsterklärend sein, aber lesen Sie Details in der DOS-Dokumentation nach. Wenn Sie FDISK starten, sollten Sie sich zuerst die bestehende Partitionierung anzeigen lassen und diese Information aufschreiben. Es ist wichtig, daß Sie den Originalzustand wiederherstellen können, falls Sie die Linux-Installation abbrechen möchten.

Um eine bestehende Partition zu löschen, wählen Sie die FDISK-Option »Delete an MS-DOS Partition or Logical DOS Drive«. Geben Sie an, ob Sie eine primäre, erweiterte oder logische Partition löschen wollen, und anschließend die Partitionsnummer. Bestätigen Sie alle Warnungen. Uff !

Zum Einrichten einer neuen (kleineren) Partition für DOS wählen Sie die FDISK-Option »Create an MS-DOS Partition or Logical DOS Drive«. Geben Sie den Partitionstyp (primary, extended oder logical) und die Größe der neuen Partition an (in Megabytes). FDISK sollte dann die Partition anlegen, und Sie können anschließend loslegen.

Nachdem Sie mit FDISK fertig sind, sollten Sie das Programm verlassen und alle neu angelegten Partitionen formatieren. Wenn Sie zum Beispiel die erste DOS-Partition der Festplatte (C:) in ihrer Größe verändert haben, sollten Sie den Befehl

FORMAT /s C:

eingeben. Sie können danach die Originalsoftware aus dem Backup wieder einspielen.

 Fu▀noten 1
Der Autor gibt verschämt zu, daß er einige Monate lang eine Kladde mit all seinen Linux-Erlebnissen führte. Heute dient die Kladde als Staubfänger in seinem Bücherregal.
 Fu▀noten 2
Der Autor benutzt ein einzelnes Dateisystem mit 200 Megabytes für alle seine Linux-Dateien, ohne daß (bisher) Probleme aufgetreten sind.
 Fu▀noten 3
Dieser Wert trifft auf Intel-Rechner zu. Auf anderen Architekturen wie beispielsweise Alpha kann er noch größer sein.


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