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Kapitel 7

E-Mail

Fast jeder hat heutzutage eine E-Mail-Adresse. Aber wer kann seine E-Mail-Umgebung schon wirklich an die eigenen Bedürfnisse anpassen? Mit einem Mac haben Sie es da gut. Mac OS X bietet nicht nur eine exzellente Auswahl von Mail-Programmen, sondern erlaubt Ihnen aufgrund seines Unix-Unterbaus auch den Zugriff auf die beliebtesten und vielseitigsten Mail-Server und -Filter.

Einige davon, wie der allgegenwärtige Mail-Server sendmail, sind bereits vorinstalliert und müssen lediglich konfiguriert und aktiviert werden. Andere, wie der UW-IMAP-Server, können kostenlos aus dem Internet geladen und anschließend kompiliert und installiert werden.

In diesem Kapitel erklären wir Ihnen, wie Sie SMTP-, POP- und IMAP-Server aufsetzen und den Mac in Ihren persönlichen Intranet-Mail-Server verwandeln. Wir zeigen Ihnen außerdem, wie Sie verschiedene Mail-Programme optimal nutzen.


Hack #79 Die Entourage-Datenbank zähmen

Unter der Aqua-Oberfläche von Entourage X lauert eine komplexe Datenbank, die Ihre E-Mails und Adressen verwaltet. Sie sollten sie wie andere Datenbanken auch regelmäßig sichern und optimieren. Hier erfahren Sie, wie Sie Mail-Katastrophen auf Ihrem Mac verhindern.

Als ich das erste Mal davon hörte, dass eine Entourage-Datenbank zusammengebrochen war und den armen Anwender ohne eine einzige E-Mail oder Adresse zurückgelassen hatte, eilte ich sofort ins Hotel zurück und sicherte meine Daten. Das würde mir nicht passieren.

So wie ich es sehe, haben wir unter Mac OS X derzeit zwei beachtenswerte Alternativen zum Verwalten von E-Mails. Die eine ist der Mail-Client, der mit dem Betriebssystem ausgeliefert wird. Apples Mail ist aufgeräumt und stabil und sieht auch noch gut aus. Es kommt ohne weiteres mit POP3 [Hack #81], IMAP [Hack #80] und sicheren Mailübertragungen zurecht. Das Programm entwickelt sich zwar und erhält mit jeder Version neue Funktionen, doch im Moment fehlen ihm noch einige Merkmale, die viele Anwender benötigen.

Die andere Variante ist Entourage X (http://www.microsoft.com/germany/ms/mac/officevx/entouragevx/index.htm), das in Microsofts Office für Mac OS X enthalten ist. Diese Version von Entourage sollte Ihnen bereits vertraut vorkommen, wenn Sie zuvor mit Office 2001 unter Mac OS 9 gearbeitet haben. Auch wenn das Aussehen des Clients an die Aqua-Oberfläche angepasst wurde, kommt darunter doch immer noch dasselbe Konzept zum Einsatz, einschließlich der Datenbank, auf der das Programm basiert.

Bis vor kurzem war die maximale Größe Ihrer Entourage-Datenbank, die all Ihre E-Mails und Adressen verwaltet, auf 2 GByte begrenzt. Das sollte zwar mehr als genug für die meisten von uns sein, falls Ihnen das aber nicht genügt, laden Sie die Office-Aktualisierung auf Version 10.1.3 (http://www.microsoft.com/mac/DOWNLOAD/OFFICEX/OfficeX_1013.asp) auf Ihren Rechner, die die Entourage auf die Version 10.1.1 aktualisiert, die maximale Größe der Datenbank auf 4 GByte erhöht und insgesamt die Geschwindigkeit und Stabilität des Programms verbessert. Falls Sie diese Aktualisierung noch nicht installiert haben sollten, schlage ich vor, dass Sie das Ihrer Aufgabenliste hinzufügen.

Nach der Installation wählen Sie Über Entourage, um zu überprüfen, ob alles geklappt hat (siehe Abbildung 7-1).
Abbildung 7-1
Über Entourage

Außerdem verlangt bereits der gesunde Menschenverstand, dass Sie ein paar Vorsichtsmaßnahmen im Umgang mit Entourage treffen sollten, um nicht eine der Horrorgeschichten zu erleben, von denen Sie vielleicht gehört haben.

Ein Backup der Datenbank anlegen

Wie von jeder anderen Datenbank sollten Sie auch regelmäßig eine Sicherheitskopie der Entourage-Datenbank erstellen. Ihre wichtigen Daten liegen in Ihrem Home-Verzeichnis im Ordner Dokumente > Microsoft-Benutzerdaten > Office X-Identitäten. Innerhalb des Ordners Identitäten sehen Sie für jede Identität, die Sie in Entourage angelegt haben, ein eigenes Verzeichnis. In jedem dieser Verzeichnisse finden Sie die Dateien Datenbank, Datenbank Cache, Mailinglisten, Regeln und Signaturen.

Ich sichere mindestens einmal pro Woche den gesamten Identitäten-Ordner. Das können Sie manuell erledigen, indem Sie den Ordner per Drag&Drop auf eine zweite Festplatte oder eine CD-RW kopieren. Für ca. 50 $ erhalten Sie alternativ auch Retrospect Backup Express für Mac OS X (http://www.dantz.com/index.php3?SCREEN=intro_mac_retrospect&sid=uMwlledDW2fgV5jB). Dantz hält eine kostenlose Testversion zum Download bereit, so dass Sie zunächst ausprobieren können, ob Sie mit dem Programm zurechtkommen. Welche Methode Sie auch bevorzugen, machen Sie es sich zur Gewohnheit, regelmäßige Backups zu erstellen.

Abspecken und löschen

Die Chancen stehen gut, dass Sie einiges an Junk-Mail in Ihrer Datenbank haben, die Sie getrost löschen können. Wenn Sie eine E-Mail markieren und auf Löschen klicken oder die Taste Entfernen drücken, so wird die E-Mail lediglich in den Ordner Gelöschte Objekte verschoben und nicht aus der Datenbank entfernt.

Um diese Nachrichten endgültig zu löschen, halten Sie die Control-Taste gedrückt und klicken auf den Ordner Gelöschte Objekte. Wählen Sie in dem Aufklappmenü, das sich nun öffnet, Gelöschte Objekte entleeren, und Entourage entfernt diese Inhalte aus seiner Datenbank. Der Vorgang geht nicht besonders schnell vonstatten, also warten Sie damit, bis Sie ein paar Minuten Zeit haben, sich einen Kaffee zu holen.

Wenn Sie jemals eine gesicherte Datenbank-Kopie wiederherstellen möchten, beenden Sie einfach Entourage, tauschen die defekte Datenbank im Identitäten-Ordner gegen die funktionierende Kopie aus und starten das Programm neu. Falls die wiederhergestellten Informationen nicht zu sehen sind, versuchen Sie, die Identität zu wecheln, um die wiederhergestellte Datenbank zu aktivieren.

Neuerstellung der Datenbank

Nachdem Sie Ihre Entourage-Daten nun gesichert und abgespeckt haben, können Sie die Geschwindigkeit optimieren und ein wenig Festplattenspeicher frei machen, indem Sie die Datenbank neu aufbauen. Das geht recht einfach.

Überprüfen Sie als Erstes mit Hilfe des Befehls Information einblenden (c-I), wie viel Speicherplatz der Ordner Office X-Identitäten aktuell belegt. In meinem Fall belegte dieser Ordner 261 MByte Festplattenspeicher. Dann vergewissern Sie sich, dass Sie genug Festplattenplatz haben, um zusätzlich die gleiche Größe unterzubringen. Während des Neuaufbaus der Datenbank erstellt Entourage nämlich eine zweite Datenbank-Datei. Ich benötige also insgesamt 522 MByte für den Neuaufbau.

Beenden Sie nun alle Office-Programme (einschließlich Entourage). Halten Sie anschließend die Wahltaste gedrückt, und starten Sie Entourage. Nach wenigen Sekunden werden Sie mit einem Dialogfenster begrüßt, das Sie fragt, ob Sie die Standard-Neuerstellung wählen oder ob Sie erweiterte Funktionen nutzen wollen (siehe Abbildung 7-2). Wählen Sie Standard, da die erweiterte Neuerstellung vor allem für Notfälle und weniger für Wartungsarbeiten gedacht ist.
Abbildung 7-2
Neuerstellung der Entourage-Datenbank

Jetzt komprimiert und optimiert Entourage Ihre Datenbank (siehe Abbildung 7-3). Der Vorgang dauert für gewöhnlich weniger als zehn Minuten, wenn die Datenbank 300 MByte nicht überschreitet (die tatsächliche Geschwindigkeit hängt natürlich auch von der Hardware ab).
Abbildung 7-3
Optimierungshinweis

Arbeiten Sie nach der Optimierung zunächst einige Minuten mit Entourage, um zu überprüfen, ob alles in Ordnung ist. Falls das der Fall ist, öffnen Sie wieder den Ordner Identitäten und löschen die Dateien Alte Datenbank und Alter Datenbankcache (siehe Abbildung 7-4), da Sie sie nicht mehr benötigen.
Abbildung 7-4
Alte Versionen der Datenbank löschen

Falls Sie mit mehreren Identitäten arbeiten, müssen Sie die jeweiligen Datenbanken einzeln neu erstellen. Entourage erstellt immer die Datenbank jener Identität neu, die zuletzt geöffnet war. Um eine zweite Datenbank neu zu erstellen, wechseln Sie also zu der zweiten Identität, beenden das Programm und halten beim nächsten Programmstart die Wahltaste gedrückt.

Was kam nun am Ende dabei heraus? Meine Datenbank belegte vor der Optimierung 261 MByte, nach Abschluss des Vorgangs nur noch 180 MByte.

Abschließende Gedanken

Wenn Sie die drei Schritte Datensicherung, überflüssige Daten löschen und Neuerstellung der Datenbank nicht vergessen, sollten Sie damit die größten Entourage-Katastrophen verhinden. Ich habe nur ein einziges Mal davon gehört, dass sich der Datenbankdefekt nicht gleich bemerkbar gemacht hatte und daher auch in den Sicherheitskopien enthalten war. Das war Pech, da der Anwender dadurch all seine E-Mails und Adressen verlor.

Aber wie gesagt, mir ist bisher erst ein einziger solcher Fall begegnet. Die Chancen stehen recht gut, dass Sie den meisten Problemen vorbeugen können, indem Sie die Empfehlungen in diesem Hack beherzigen.

- Derrick Story

Hack #80 IMAP mit Apples Mail-Programm benutzen

Richten Sie in dem Mail-Programm von Mac OS X einen IMAP-Mail-Account ein.

Die meisten modernen E-Mail-Clients wie die Mac OS X-Programme Apple Mail, Qualcomm Eudora oder Microsoft Entourage verwenden standardmäßig dasselbe Mail-Übertragungsprotokoll: das altehrwürdige Post Office Protocol, besser bekannt als POP. POP definiert einige einfache Befehle, mit deren Hilfe sich Anwender mit einem Mail-Server-Account verbinden, neue E-Mails herunterladen und die Verbindung wieder trennen können. Fast jeder Internet-Provider hat einen Mail-Server, der POP unterstützt, so dass POP für die Programmentwickler eine sichere Wahl ist, um möglichst viele Provider zu unterstützen.

In letzter Zeit gewinnt allerdings ein alternatives Protokoll namens Internet Message Access Protocol (IMAP) immer mehr an Popularität. IMAP hat einen anspruchsvolleren Befehlssatz, der es den Benutzern ermöglicht, ihre E-Mails auf dem Server zu speichern und dort zu ordnen, anstatt sie einfach herunterzuladen und zu löschen.

IMAP eignet sich vor allem für Menschen, die sich von mehr als einem Computer mit ihrem Mail-Server verbinden, da der IMAP-Account auf allen Geräten gleich aussieht, von der Gesamtstruktur der Mailbox bis hin zum Status einzelner Nachrichten. Alle Änderungen Ihrer Mailbox wirken sich sofort auf alle Geräte aus.

Dieser Hack führt Sie durch die Einrichtung und Verwendung eines IMAP-Mail-Accounts mit dem Mail-Programm von Mac OS X, wobei immer wieder auch IMAP-spezifische Konzepte und Begriffe erläutert werden, soweit wir sie benötigen.

Prüfen, ob der IMAP-Dienst vorhanden ist

Natürlich können Sie IMAP nur dann verwenden, wenn es von Ihrem Mail-Server unterstützt wird! Fragen Sie deswegen Ihren Internet-Provider oder Systemadministrator, oder rufen Sie das Terminal [Hack #48] auf, und geben Sie folgenden Befehl ein:

% telnet mail.server.net 143
 

Ersetzen Sie mail.server.net durch den Hostnamen Ihres Mail-Servers. Wenn Sie einen lokalen IMAP-Server installiert haben (siehe »Einrichten von IMAP- und POP-Mail-Servern« [Hack #81]), geben Sie localhost ein. Die 143 ist der Standard-Port (denken Sie an einen Fernsehkanal), den der IMAP-Server abhört.

Wenn IMAP auf dem Server installiert und aktiv ist, erhalten Sie eine Antwort wie die folgende:

Trying 127.0.0.1... 
 
Connected to localhost.
 
Escape character is
 
'^]'. 
 
* OK [CAPABILITY IMAP4REV1 LOGIN-REFERRALS AUTH=LOGIN] localhost 
IMAP4rev1 2001.315 at Mon, 29 Jul 2002 15:31:46 -0700 (PDT)
 

Wenn Sie eine ähnliche Meldung erhalten haben, können Sie IMAP verwenden. Wenn Sie stattdessen den Hinweis »Connection refused« oder irgendetwas ganz anderes zu sehen bekommen, wenden Sie sich an Ihren Service-Operator.

Um die gerade begonnene IMAP-Sitzung zu beenden, tippen Sie foo LOGOUT und betätigen die Eingabetaste.

Erstellen eines IMAP-Mail-Accounts

Starten Sie Mail (Programme > Mail im Finder). Um einen neuen Account anzulegen, öffnen Sie die Mail-Einstellungen (Mail > Einstellungen . . . ) und wechseln zum Reiter Accounts. Klicken Sie nun auf Hinzufügen. In dem Fenster, das sich daraufhin öffnet, wählen Sie als Server-Typ IMAP aus (siehe Abbildung 7-5) und tragen die entsprechenden Daten in die Textfelder genau so ein, wie Sie es von Ihrem POP-Account her kennen.
Abbildung 7-5
Erstellen eines neuen IMAP-Accounts

Account-Optionen festlegen

Um die IMAP-spezifischen Optionen des Programms Mail einzusehen, klicken Sie, wie in Abbildung 7-6 dargestellt, auf den Reiter Erweitert. (Die Eingabemöglichkeiten in diesem Bereich hängen davon ab, was für einen Server-Typ Sie im Bereich Account-Informationen definiert haben.) Mail hat automatisch eine 143 in das Textfeld Port: eingetragen, da dies der übliche TCP-Port für IMAP-Dienste ist. Ändern Sie diesen Wert nur, wenn Sie genau wissen, dass Ihr Mail-Server seine IMAP-Dienste auf einem anderen Port anbietet. Aktivieren Sie das Optionsfeld SSL verwenden, wenn Ihr Host sicheres IMAP unterstützt (auch als IMAPS bekannt) und Sie diese Funktion nutzen wollen.
Abbildung 7-6
Festlegen der IMAP-Optionen

Markieren Sie das Feld Postfächer automatisch komprimieren, wenn Sie wollen, dass Ihre Postfächer beim Beenden von Mail automatisch von gelöschten Nachrichten befreit werden; wenn Sie dieses Feld nicht markieren, bleiben die gelöschten Nachrichten in Ihren Postfächern, obwohl sie von Mail nicht mehr angezeigt werden.

Account-Ordner

Im Textfeld Account-Ordner können Sie angeben, an welchem Ort auf Ihrer lokalen Festplatte der Cache-Ordner Ihres Accounts gespeichert werden soll. Wenn Sie nicht gerade einen besonderen Grund haben, etwas anderes einzutragen, lassen Sie dieses Feld einfach frei; Mail verwendet dann den Standardordner ~/Library/Mail/IMAP/Account-Name.

Sie werden feststellen, dass dieses Feld nicht mehr bearbeitet werden kann, sobald Sie begonnen haben, mit dem Account zu arbeiten. Also überlegen Sie sich von vornherein genau, wo Sie die Daten ablegen wollen.

IMAP-Pfad-Präfix

Das Textfeld IMAP-Pfad-Präfix gibt den Pfad an, den Mail allen Postfachnamen voranstellt, wenn es die zugehörigen Ordner auf dem Mail-Server anspricht. Wenn Sie all Ihre Postfächer in einem Ordner namens mail innerhalb Ihres Home-Verzeichnisses sichern, dann sollten Sie hier ~/mail eintragen.

Wenn Sie sich allerdings nie direkt auf Ihrem Server einloggen wollen oder einfach nicht wissen, was Sie hier eintragen sollen, dann lassen Sie das Feld einfach frei und überlassen die Verwaltung Ihrer Postfächer dem Server.

Nachrichten-Cache

Um Ihnen das Leben angenehmer zu gestalten, legt Mail eine lokale Kopie (einen Cache) Ihres IMAP-Accounts an, wobei die Original-Nachrichten auf dem Server bleiben. Standardmäßig finden Sie den Cache Ihrer Accounts im Verzeichnis ~/Library/Mail/IMAP, es sei denn, Sie haben bei der Erstellung der Accounts einen anderen Ort festgelegt. Jeder Account erhält einen eigenen Ordner mit dem Namen IMAP/Account-Name.

In dem Aufklappmenü Nachrichten-Cache können Sie bestimmen, was Mail für Sie lokal zwischenspeichern soll:

Alle Nachrichten mit ihren Anhängen
Diese Option weist Mail an, das gesamte Postfach auf die lokale Festplatte zu kopieren. Dadurch können Sie alle E-Mails samt Anhängen auch offline lesen, genau wie bei einem POP-Account.
Dies ist die Standardeinstellung für neue IMAP-Accounts.
Alle Nachrichten ohne die Anhänge
Diese Einstellung sorgt dafür, dass Mail alle Textnachrichten einschließlich einer Liste der Anhänge lokal zwischenspeichert. Die Anhänge selbst werden aber nur dann kopiert, wenn sie sehr klein sind. Wenn Sie gezielt einen Anhang öffnen wollen, kopiert Mail diesen Anhang auf Anfrage einzeln auf Ihr System.
Das ist eine gute Wahl, wenn Sie die Vorteile von lokal gespeicherten E-Mails genießen möchten (wie die Indizierung und das Durchsuchen der E-Mails), aber nicht alle Anhänge auf Ihren Rechner laden wollen.
Nur gelesene Nachrichten
Mit dieser Einstellung lädt Mail beim Verbindungsaufbau lediglich eine Liste Ihrer E-Mails auf Ihr lokales Gerät. Wenn Sie eine Nachricht lesen wollen, wird der Textinhalt vom Server angefordert und lokal gespeichert. Wenn Sie die Nachricht später erneut lesen möchten, greift Mail auf die lokale Version zu, falls die Server-Version nicht zwischenzeitlich geändert wurde.
Wie bei dem vorangegangenen Menüeintrag werden auch hier keine großen Anhänge zwischengespeichert.
Keine Kopien von Nachrichten behalten
Mail speichert nichts auf Ihrem lokalen Rechner. Jedes Mal, wenn Sie eine Nachricht lesen wollen, holt Mail sie direkt vom Server, egal, ob Sie sie bereits gelesen haben oder nicht.
Falls Sie jetzt denken, dass diese Methode sinnvoll ist, wenn Sie einen eigenen IMAP-Server auf Ihrem Rechner im Einsatz haben - warum sollte man schließlich zwei Kopien der Nachrichten auf einem Gerät haben? -, bedenken Sie, dass die Index- und Suchfunktionen des Programms Mail nur mit aktiviertem Cache funktionieren.

.Mac-Accounts

Als Beweis, wie leistungsfähig IMAP ist, schauen Sie sich die .Mac-Accounts von Apple an (http://www.mac.com), die ebenfalls IMAP als Protokoll verwenden. Dadurch können Sie von jedem Rechner mit IMAP-Client auf Ihre .Mac-Mails zugreifen - egal ob Sie Macintosh, Linux oder Windows verwenden.

Einen .Mac-IMAP-Account einzurichten könnte einfacher nicht sein; wählen Sie statt IMAP lediglich .Mac als Server-Typ, und Mail trägt automatisch die IMAP-Daten für den .Mac-Account ein.

Ihre Postfächer organisieren

In der Postfachliste jedes IMAP-Accounts finden Sie eine Inbox, Ihre selbst angelegten Postfächer und einige Ordner, die Mail für eigene Funktionen anlegt.

Inbox

IMAP-Server legen zunächst alle E-Mails in das Postfach Inbox, so dass Sie dieses Postfach immer in Ihrer Liste sehen.

Erstellen und Bearbeiten von IMAP-Postfächern

Mails Befehle zum Erstellen und Verwalten von Postfächern und Ordnern, die Sie im Menü Postfach finden, gelten für alle Account-Typen, einschließlich IMAP. Wenn Sie mit Hilfe dieser Menübefehle Postfächer erstellen, sie umbenennen oder löschen oder wenn Sie die Postfächer mit der Maus an einen anderen Ort ziehen, so bildet Mail diese neue Struktur automatisch auf Ihrem IMAP-Server ab. Daher wirken sich alle Änderungen, die Sie in Mail vornehmen, auf Ihre zukünftigen Verbindungen mit Ihrem IMAP-Account aus, auch wenn Sie dann einen anderen Rechner oder Mail-Client verwenden.

Spezielle Postfächer

Mit dem Programm Mail können Sie auf dem IMAP-Server beliebige, eigene Postfächer erstellen und verwalten, aber Sie können auch die Mail-eigenen Postfächer auf Ihrem Server verwenden, um spezielle Mail-Funktionen zu nutzen. In den folgenden Szenarien legt Mail die notwendigen Postfächer selbständig auf Ihrem Server an:

Drafts
Standardmäßig werden Nachrichten, die Sie als Entwurf sichern (Ablage > Als Entwurf sichern, b-S oder Als Entwurf sichern in der Werkzeugleiste der Nachricht), lokal in dem Postfach Entwürfe gesichert. Wenn Sie wollen, können Sie die unfertigen Nachrichten aber auch in einem IMAP-Postfach namens Drafts ablegen, damit Sie Ihre E-Mails auch von einem anderen Rechner aufrufen und dort fertig stellen können.
Um das einzustellen, wählen Sie Mail > Einstellungen > Accounts, markieren den gewünschten IMAP-Account, klicken auf Bearbeiten und setzen im Reiter Spezielle Postfächer einen Haken neben den Satz »Entwürfe auf dem Server sichern«.
Sent Messages
Beachten Sie, dass Mail Ihre gesendeten Nachrichten nicht auf dem Server, sondern lediglich auf Ihrem lokalen Mac speichert. Egal über welchen Account Sie Ihre Mails versenden, es wird immer eine Kopie in dem lokalen Postfach Gesendet abgelegt.
Wenn Sie Ihre gesendeten Nachrichten auch auf dem Server speichern möchten, markieren Sie in dem bereits aufgerufenen Reiter Spezielle Postfächer den Eintrag Gesendete E-Mails auf Server sichern.
Trash
Wenn Sie in dem Reiter Spezielle Postfächer den Eintrag »Gelöschte E-Mails auf Server sichern« markieren, erstellt Mail auf Ihrem IMAP-Server ein Postfach namens Trash, in dem automatisch Ihre gelöschten E-Mails abgelegt werden.
IMAP lässt Sie Ihre gelöschten E-Mails überall speichern, so dass Sie eigentlich kein spezielles Postfach dafür benötigen. Allerdings zeigt Ihnen Mail nur die gelöschten E-Mails innerhalb dieses speziellen Postfachs an, und das auch nur, wenn dieses Optionsfeld markiert ist.

Organisieren Ihrer Nachrichten

Eine E-Mail, die in einem Ihrer IMAP-Postfächer liegt, kann durch mehrere Flags bzw. Markierungen gekennzeichnet sein, die festhalten, ob Sie die E-Mail bereits gelesen haben, ob Sie sie beantwortet oder gelöscht haben usw. Wenn Sie zum Beispiel von Ihrem Bürorechner aus eine E-Mail beantworten und sich später zu Hause mit Ihrem Postfach verbinden, so zeigt Ihnen Mail an, dass Sie die Nachricht bereits beantwortet haben.

Mail stellt Ihnen fast alle Flags leicht verständlich dar, aber es verhält sich ein wenig eigenartig, wenn es um Mails geht, die als gelöscht gekennzeichnet wurden.


Flags funktionieren auf sehr einfache Weise: Sobald sich der Status einer Nachricht ändert, fügt der Server dem Ende des Nachrichten-Headers einen entsprechenden Vermerk hinzu.

Markierung von Nachrichten

Mail zeigt Ihnen IMAP-Markierungen als Symbole in den Spalten Status und Markierung in Ihrer Nachrichtenliste an (siehe Abbildung 7-7).
Abbildung 7-7
Markierungen Ihrer Nachrichten

Recent

Eine Nachricht erhält das Flag Recent, wenn die aktuelle IMAP-Verbindung die erste ist, die die Nachricht auf dem Server entdeckt hat. Mail platziert einen blauen Punkt in der Status-Spalte der Nachricht, wodurch sie als neue, ungelesene E-Mail gekennzeichnet wird. Das Flag wird entfernt, sobald Sie die Nachricht gelesen haben.

Seen

Eine Nachricht mit dem Flag Seen wurde bereits gelesen.

Mail reagiert auf das Fehlen dieser Markierung; Nachrichten ohne dieses Flag (unter anderem auch alle E-Mails mit dem Flag Recent) erhalten einen blauen Punkt. Mail unterscheidet nicht zwischen ungelesenen Mails der aktuellen IMAP-Verbindung (mit Recent-Flags) und ungelesenen Mails, die bereits während einer früheren IMAP-Verbindung in Ihrem Postfach erschienen (ohne Flags).

Mit E-Mail > Als ungelesen markieren (Wahltaste-b-M) entfernen Sie die Markierung der ausgewählten Nachricht, mit E-Mail > Als gelesen markieren (Wahltaste-b-M) legen Sie sie fest. (Sie sehen immer nur einen dieser beiden Befehle im E-Mail-Menü, je nachdem, welchen Status die ausgewählte Nachricht hat.)

Answered

Wenn Sie eine IMAP-Nachricht beantworten, so setzt Mail das Flag Answered. Mail stellt diese Markierung als U-förmigen Pfeil in der Status-Spalte dar, sobald die ursprüngliche Nachricht das Flag Seen trägt.

Flagged

Flagged kann bedeuten, was immer Sie wollen. Normalerweise wird es eingesetzt, um Nachrichten zu kennzeichnen, die Sie sich unbedingt noch einmal anschauen wollen.

In Mail können Sie diese Markierung setzen oder entfernen, indem Sie E-Mail > Markierung setzen/entfernen (Wahltaste-b-G) wählen. Markierte Nachrichten werden durch eine kleine, rote Fahne in der Markierungsspalte gekennzeichnet.

Draft

Mail kennzeichnet eine Nachricht als Draft (Entwurf), wenn sie noch nicht fertig gestellt und versendet wurde und außerdem in einem IMAP-Postfach gespeichert ist (siehe den Absatz »Drafts« im Abschnitt »Spezielle Postfächer«).

Deleted

Mail markiert Ihre Nachrichten als Deleted, sobald Sie sie löschen (drücken Sie die Entfernen-Taste, wählen Sie E-Mail > Löschen, oder ziehen Sie die Nachricht in den Papierkorb im Dock). Das sieht zwar auf den ersten Blick ganz einfach und praktikabel aus, die Folgen dieses Flags sind aber etwas verworrener, als es zunächst wirkt. Daher schauen wir uns dieses Thema im Folgenden etwas genauer an.

Nachrichten löschen

IMAP verwendet zwei Schritte, um Nachrichten zu löschen. Zunächst erhält die Nachricht, die Sie löschen wollen, das Flag Deleted, wodurch sie überhaupt erst gelöscht werden kann. Allerdings wird die Nachricht dadurch nicht sofort gelöscht, sondern bleibt an Ort und Stelle. Ein zweiter IMAP-Befehl entfernt alle als gelöscht markierten E-Mails aus Ihren Postfächern.

Die verschiedenen Mail-Programme stellen als gelöscht markierte E-Mails auf unterschiedliche Art und Weise dar. Mail zeigt diese Nachrichten überhaupt nicht an, solange sie nicht im Papierkorb liegen.

Die Reaktion von Mail auf das Löschen von E-Mails hängt davon ab, ob Sie Mail angewiesen haben, gelöschte E-Mails in den Papierkorb zu verschieben. Wenn Sie diese Einstellung gewählt haben, so führt das Löschen einer E-Mail dazu, dass sie in den Papierkorb kopiert wird.

Wenn Sie diese Option nicht markiert haben, so setzt Mail das Flag Deleted, die E-Mail bleibt aber auf dem Server. Da Mail keine gelöschten E-Mails anzeigt, wenn sie sich nicht im Papierkorb befinden, ist die Nachricht nun nicht mehr zu sehen, obwohl sie sich immer noch im selben Verzeichnis befindet (und vielleicht auch für andere Mail-Clients sichtbar ist).

Dasselbe Auswahlfeld bestimmt auch, wie Mail die als gelöscht markierten E-Mails endgültig entfernt. Wenn es markiert ist, bietet es Ihnen den Befehl Postfach > E-Mails endgültig löschen (b-K) an. Dadurch sendet Mail den IMAP-Befehl EXPUNGE zu dem Postfach Trash, und da Letzteres nur Nachrichten mit dem Flag Deleted enthält, wird es vollständig geleert (es sei denn, Sie haben versehentlich andere Nachrichten hierher verschoben; die verschwinden nämlich nicht). Gelöschte Nachrichten in anderen Postfächern werden jedoch nicht gelöscht und bleiben lediglich unsichtbar, solange Sie Mail als E-Mail-Programm verwenden.

Wenn Sie Ihre gelöschten E-Mails nicht in den Papierkorb verschieben lassen, so können Sie trotzdem den Befehl Postfach > E-Mails endgültig löschen (b-K) verwenden. Allerdings werden nun alle als gelöscht markierten Nachrichten aus Ihrem Postfach entfernt, wodurch die Größe Ihres Postfachs abnimmt, ohne dass sichtbare Daten davon betroffen sind.

Beachten Sie, dass in beiden Fällen derselbe Befehl zum endgültigen Löschen der Nachrichten verwendet wird (b-K), so dass Sie damit so oder so das gewünschte Ergebnis erzielen.

- Jason McIntosh

Hack #81 Einrichten von IMAP- und POP-Mail-Servern

Es ist sehr vorteilhaft, seine E-Mails immer dabei zu haben. Leider heißt das meistens, an einen bestimmten E-Mail-Client gebunden zu sein. IMAP ermöglicht Ihnen, alles auf einmal zu haben. Dieser Hack konzentriert sich auf IMAP, installiert aber nebenbei auch POP, da es ohne großen Mehraufwand möglich ist.

Der Wechsel von einem E-Mail-Client zu einem anderen kann eine Menge Arbeit bedeuten, insbesondere, wenn Sie mit mittelprächtigen Funktionen und Skripten für den Import und Export sowie für die Konvertierung der Nachrichten konfrontiert sind. Wäre es nicht großartig, wenn Sie nahtlos zwischen der umwerfenden Optik von Entourage, der klaren Struktur von Mail, dem Funktionsumfang von Eudora und dem leistungsfähigen, textbasierten Unix-Programm Pine umschalten könnten?

IMAP ermöglicht Ihnen all das.

IMAP (Internet Message Access Protocol) wird oft als Ersatz für POP (Post Office Protocol) angesehen. POP sammelt all Ihre E-Mails auf dem Mail-Server Ihres Providers oder Ihres Unternehmens, bis Sie sie auf Ihren persönlichen Rechner herunterladen und dort lokal speichern, ordnen und bearbeiten. IMAP hingegen speichert und bearbeitet all Ihre Nachrichten auf dem Server, wobei Ihr E-Mail-Client zunächst nur die Header erhält (An, Von, Betreff) und einzelne Nachrichten nur auf Anfrage herunterlädt. Da alles auf dem Server gespeichert wird, können Sie jederzeit das E-Mail-Programm verwenden, das die nötigen Funktionen bietet oder gerade am besten Ihrer Stimmung entspricht.

Aber was machen Sie, wenn Sie offline sind? Genau hier liegt das Problem. Die meisten Mail-Programme lassen sich so einstellen, dass sie Ihre Nachrichten lokal zwischenspeichern und bei Gelegenheit mit dem Server synchronisieren. Aber es ist nicht wirklich efffizient, wenn jedes E-Mail-Programm seine eigenen Kopien speichern und synchronisieren muss - ganz zu schweigen davon, dass Sie keinen Offline-Zugriff auf Nachrichten haben, die noch nicht gecacht worden sind.

Was wäre aber, wenn der IMAP-Server auf Ihrem Power Mac oder Laptop installiert wäre? Sie hätten Ihre Mails genau da, wo Sie sie benötigen, wären aber trotzdem nicht an einen bestimmten Mail-Client gebunden.

Leider wird Mac OS X ohne IMAP-Server-Software ausgeliefert. Allerdings ist es sehr einfach, die entsprechende Software zu bekommen und sie zu kompilieren und einzurichten. Wir werden den IMAP-Server der University of Washington verwenden. Zuvor müssen Sie jedoch sicherstellen, dass Sie die Mac OS X Developer Tools [Hack #55] mit optionalem BSD Software Developer Kit (SDK) installiert haben.

Herunterladen und Kompilieren des IMAP-Servers

Das Herunterladen und Kompilieren des IMAP-Servers ist relativ einfach, wenn man genau weiß, was man tippen muss. Sie müssen nur diesem Skript folgen und die abgedruckten Befehle in das Terminal [Hack #48] eingeben, und schon haben Sie einen voll funktionsfähigen, SSL-fähigen IMAP-Server, der nur noch konfiguriert werden muss. Die folgenden Befehle werden Ihnen alle möglichen Meldungen ausgeben. So lange Sie sich aber nicht vertippen, brauchen Sie sich darum nicht zu kümmern:

% curl ftp://ftp.cac.washington.edu/imap/imap.tar.Z > imap.tar.Z
 
% uncompress imap.tar.Z
 
% tar xf imap.tar
 
% cd imap-2002d
 
% make osx SSLTYPE=nopwd SSLDIR=/usr SSLCERTS=/etc/sslcerts
 
% sudo mkdir -p /usr/local/bin
 
% sudo cp imapd/imapd /usr/local/bin/imapd
 
% sudo cp ipopd/ipop3d /usr/local/bin/ipop3d
 

Das war es schon. Gar nicht so schlimm, oder? Jetzt haben Sie bereits voll funktionsfähige IMAP- und POP-Server installiert, die nur darauf warten, benutzt zu werden.

Konfigurieren des Servers

Wir müssen zwei Dinge tun, um unsere Server zu konfigurieren: Als Erstes müssen wir SSL-Zertifikate erstellen, die von beiden Servern benutzt werden, als Zweites konfigurieren wir die Server, damit sie mit Anfragen zurechtkommen.

Um ein selbst signiertes Zertifikat zu erstellen (vollkommen ausreichend für unsere Zwecke), verwenden Sie die folgenden Befehle. Sie werden während des Vorgangs einige Fragen beantworten müssen. Meine Antworten sind fettgedruckt dargestellt; Ihre Antworten werden davon abweichen.

% sudo mkdir -p /etc/sslcerts 
 
% sudo openssl req -new -x509 -nodes -out /etc/sslcerts/imapd.pem  -keyout ø
 
/etc/sslcerts/imapd.pem -days 3650 
 
Using configuration from /System/Library/OpenSSL/openssl.cnf 
 
Generating a 1024 bit RSA private key 
 
...................................................++++++ 
 
...........................++++++ 
 
writing new private key to '/etc/sslcerts/imapd.pem' 
 
----- 
 
You are about to be asked to enter information that will be incorporated 
 
into your certificate request. 
 
What you are about to enter is what is called a Distinguished Name or a DN. 
 
There are quite a few fields but you can leave some blank 
 
For some fields there will be a default value, 
 
If you enter '.', the field will be left blank. 
 
----- 
 
Country Name (2 letter code) [AU]: US 
 
State or Province Name (full name) [Some-State]: California 
 
Locality Name (eg, city) []: San Francisco 
 
Organization Name (eg, company) [Internet Widgits Pty Ltd]: x180 
 
Organizational Unit Name (eg, section) []: Home Mail 
 
Common Name (eg, YOUR name) []: James Duncan Davidson 
 
Email Address []: duncan@x180.net
 

Nun machen Sie das Gleiche für den POP-Server, indem Sie dieselben Werte in die Felder eintragen; nur die Kommandozeilenbefehle ändern sich:

% sudo openssl req -new -x509 -nodes -out /etc/sslcerts/ipop3d.pem -keyout ø
 
/etc/sslcerts/ipop3d.pem -days 3650
 
...
 

Als Letztes müssen wir Mac OS X anweisen, den IMAP-Server zu starten, wenn es Anfragen für IMAP über SSL (Port 993) erhält, und den POP-Server zu aktivieren, wenn es POP-SSL-Anfragen (Port 995) bemerkt. Diese Funktion wird von inetd übernommen, dem Mac OS X-Internet-Daemon; er hört ständig die Ports nach Anforderungen bestimmter Dienste ab und leitet diese an die entsprechenden Programme weiter. Sie können inetd von Ihrem neuen IMAP-Server erzählen, indem Sie seine Konfigurationsdatei /etc/inetd.confis bearbeiten [Hack #51]:

% sudo pico /etc/inetd.conf
 

Fügen Sie folgende Zeilen an das Ende der Datei an. Wenn Sie nur einen der beiden Server betreiben wollen, lassen Sie die andere Zeile einfach weg (die erste Zeile aktiviert den IMAP-Server, die zweite den POP-Server):

imaps stream tcp nowait root /usr/libexec/tcpd /usr/local/bin/imapd
 
pop3s stream tcp nowait root /usr/libexec/tcpd /usr/local/bin/ipop3d
 

Zuletzt müssen Sie nur noch den inetd-Daemon neu starten, damit er seine Konfigurationsdatei neu einliest. Der erste Befehl im folgenden Code-Block erfragt die Prozess-ID des laufenden Daemons; der zweite sendet den Befehl zum Neustart des Prozesses. Ihre inetd-Prozess-ID wird dabei eine andere sein.

% ps -ax | grep inetd
 
323 ?? Ss 0:00.01 inetd
 
4798 std R+ 0:00.00 grep inetd
 
% sudo kill -HUP 323
 

Herzlichen Glückwunsch, Sie haben es geschafft. Jetzt müssen Sie nur noch Ihren Mail-Client einstellen, um den neuen Server zu verwenden. In diesem Buch finden Sie Informationen, wie Sie IMAP mit Mail verwenden [Hack #80], die Einstellungen anderer Clients sind jedoch ähnlich. Stellen Sie bloß sicher, dass SSL für Ihren IMAP- oder POP-Account aktiviert ist, da wir unsere Server für die Verwendung von SSL eingerichtet haben.

- James Duncan Davidson

Hack #82 sendmail aktivieren und einrichten

sendmail ist zwar leistungsstark, aber leider auch kompliziert zu bedienen. Mit Hilfe dieses Hacks konfigurieren Sie sendmail ganz nach Ihren Wünschen.

sendmail ist zweifelsfrei eine komplizierte Software. Aber es ist auch das Schweizer Armee-Messer unter den Mail-Servern, und ich rede nicht von den winzigkleinen Schlüsselanhängern. Es ist vielmehr die 8 cm breite Luxusversion mit allen Werkzeugen, von denen Sie die meisten noch nie benutzt haben und von denen Sie nicht wissen, wofür sie gut sind. Mit ein bisschen Zeit und Geduld lernen Sie sendmail aber so gut kennen, dass Sie es dazu bringen können, all Ihre E-Mail-Bedürfnisse zu erfüllen.

Hier sehen Sie, was ich in diesem Hack behandeln werde:

Seien Sie vorgewarnt, dies ist kein Artikel für Einsteiger. Wenn Sie sich noch nicht damit vertraut gemacht haben, wie Sie auf Ihrem System Shell-Befehle mit sudo [Hack #50] als root ausführen und spezielle Unix-Dateien bearbeiten [Hack #51], dann sollten Sie sich zunächst damit beschäftigen. Wenn Sie allerdings schon ein wenig Erfahrung mit der Shell haben und Sie das Wort pico nicht abgeschreckt hat, dann finden Sie hier eine Kurzanleitung, wie Sie Ihren eigenen Mail-Server unter Mac OS X installieren.

Ändern der hostconfig-Datei

Als Erstes müssen wir die MAILSERVER-Zeile in der Datei /etc/hostconfig so ändern, dass sendmail automatisch startet:

% sudo pico /etc/hostconfig
 

Dadurch wird die Datei geladen. Navigieren Sie mit Hilfe der Pfeiltasten zu der MAILSERVER-Zeile, und ändern Sie sie wie folgt:

MAILSERVER=-YES-
 

Wenn wir in einer perfekten Welt leben würden, könnten wir sendmail jetzt bereits starten. Leider ist sendmail etwas kompliziert, so dass wir noch ein paar Schritte vor uns haben.

Über Zugriffsrechte und Blame

Die eigentliche Kunst dabei, sendmail unter Mac OS X einzurichten, besteht darin, mit den Zugriffsrechten zurechtzukommen, die Apple den verschiedenen Ordnern des Dateisystems zugewiesen hat. Um Unix ein wenig mehr nach Mac aussehen zu lassen, hat Apple entschieden, dass seine Anwender, zumindest die Administratoren, ihre Dateien auch im root-Verzeichnis ablegen dürfen. Offensichtlich will Apple nicht, dass die Benutzer ein Fenster zu sehen bekommen, das sagt: »Sie können keine Dateien hierher ziehen!«

Das verträgt sich jedoch ganz schlecht mit der Paranoia von sendmail. sendmail verlangt, dass alle Verzeichnisse, mit denen es arbeitet, nur vom root-Benutzer verändert werden können. Dazu gehören auch die Verzeichnisse / und /Users. Es wird sich weigern zu starten und Ihnen folgende Beschwerde anzeigen:

/etc/mail/sendmail.cf: line 93: fileclass: cannot open '/etc/mail/local-host-names': Group 
writable directory
 

Es gibt zwei grundsätzliche Lösungen für dieses Problem:

Die erste Lösung ist die extremere Variante, allerdings auch die sicherste. Sie eignet sich für paranoide System-Administratoren, die sicherstellen wollen, dass niemand, auch keiner der eigenen Benutzer, dem System schaden kann. Allerdings hat das den Nebeneffekt, dass niemand, auch nicht der Administrator, Dateien mit Hilfe des Finders in die Verzeichnisse / und /Users kopieren kann.

Wenn Sie aber allen Benutzern trauen können, denen Sie ein Benutzerkonto einrichten (oder zumindest denen, denen Sie Administrator-Rechte einräumen), dann gibt es eine bessere Lösung. Und zwar können Sie den Parameter DontBlameSendmail in sendmail verwenden. Damit sagen Sie sendmail, dass nicht alles in der Welt ein Risiko darstellt. Für die meisten Menschen mit einem Mac OS X-Rechner ist das der beste Weg (es sei denn, sie sind Administrator eines Systems mit Hunderten oder Tausenden von Benutzern, die Sie vielleicht nicht einmal kennen).

Um diese Lösung zu implementieren, müssen wir uns ein wenig mit den Konfigurationsdateien von sendmail beschäftigen.

Mit Konfigurationsdateien arbeiten

Wenn Sie mit den Konfigurationsdateien von sendmail arbeiten, werden Sie feststellen, dass hier einige Verwirrungen entstehen können.

Schauen Sie sich zum Beispiel die Datei /etc/mail/sendmail.cf an. Das Erste, was Sie sehen, ist folgender Header:

##### DO NOT EDIT THIS FILE! Only edit the source .mc file.
 

Scrollen Sie ein bisschen weiter herunter, und Sie stoßen auf Dinge, mit denen nur altgediente Perl-Hacker etwas anfangen können:

# hostnames ending in class P are always canonical
 
R$* < @ $* $=P > $* $: $1 < @ $2 $3 . > $4
 
R$* < @ $* $~P > $* $: $&{daemon_flags} $| $1 < @ $2 $3 > $4
 
R$* CC $* $| $* < @ $+.$+ < $* $: $3 < @ $4.$5 . > $6
 
R$* CC $* $| $* $: $3
 
# pass to name server to make hostname canonical
 
R$* $| $* < @ $* > $* $: $2 < @ $[ $3 $] > $4
 
R$* $| $* $: $2
 

Wenn Sie diese Datei gar nicht bearbeiten sollen und es eigentlich auch gar nicht wollen, was sollen Sie also tun? Die Antwort ist: Ignorieren Sie die Datei. Behandeln Sie sie wie eine Binärdatei. Sie editieren ja auch nicht die ausführbare Datei /bin/sh, um sie zu benutzen, oder? Behandeln Sie /etc/mail/sendmail.cf auf die gleiche Art.

Schauen wir uns also an, wie wir den Quelltext der Datei bearbeiten. Öffnen Sie die Datei /usr/share/sendmail/conf/cf/generic-darwin.mc. Der Body der Datei sieht so aus:

VERSIONID(`$Id: generic-darwin.mc,v 1.3 2002/04/12 18:41:47 bbraun Exp $')
 
OSTYPE(darwin)dnl
 
DOMAIN(generic)dnl
 
undefine(`ALIAS_FILE')
 
define(`PROCMAIL_MAILER_PATH',`/usr/bin/procmail')
 
FEATURE(`smrsh',`/usr/libexec/smrsh')
 
FEATURE(local_procmail)
 
FEATURE(`virtusertable',`hash -o /etc/mail/virtusertable')dnl
 
FEATURE(`genericstable', `hash -o /etc/mail/genericstable')dnl 
 
FEATURE(`mailertable',`hash -o /etc/mail/mailertable')dnl
 
FEATURE(`access_db')dnl
 
MAILER(smtp)
 
MAILER(procmail)
 

Damit lässt sich wesentlich leichter arbeiten als mit sendmail.cf. Die Skriptsprache, die hier verwendet wurde, ist die Makro-Sprache m4. m4 gibt es bereits seit einer ganzen Weile, und Mac OS X wird mit der GNU-m4-Version 1.4 ausgeliefert. Zum Glück ist die Sprache einfach genug, um sie ohne lange Lernphase gleich benutzen zu können. Wenn Sie mehr darüber erfahren möchten, schauen Sie auf der GNU-m4-Projektseite nach (http://www.gnu.org/software/m4/m4.html).

Das ist also der Quellcode, den wir bearbeiten werden, um sendmail zu konfigurieren. Lassen Sie uns eine Kopie erstellen, die wir an einem einfacher zu erreichenden Ort ablegen:

% sudo cp /usr/share/sendmail/conf/cf/generic-darwin.mc /etc/mail/config.mc
 

Nun haben wir eine Kopie des Quelltextes der Datei sendmail.df, und zwar an einem Ort, wo wir die Datei wiederfinden und bearbeiten können. Aber sogar wenn Sie eine Kopie des Quellcodes haben, müssen Sie wissen, wie Sie die Datei kompilieren. In unserem Fall sind die Befehle zum Kompilieren der Datei config.mc in sendmail.cf:

% m4 /usr/share/sendmail/conf/m4/cf.m4 /etc/mail/config.mc ø
 
> /tmp/sendmail.cf
 
% mv /etc/mail/sendmail.cf /etc/mail/sendmail.cf.old
 
% mv /tmp/sendmail.cf /etc/mail/sendmail.cf
 

Meine Güte! Wer soll sich das merken? Das verstößt gegen meine Philosophie, die Dinge so einfach wie möglich zu halten (ohne sie zu stark zu vereinfachen, allerdings!). Glücklicherweise habe ich ein kleines Skript geschrieben, das Ihnen bei diesem Teil der Arbeit mit den Konfigurationsdateien von sendmail helfen soll.

Ein Skript, das Ihnen das Leben leichter macht

Das folgende Skript kompiliert config.mc zu sendmail.cf und startet sendmail neu, damit es die Konfigurationsänderungen übernimmt. Sie können es irgendwo sichern, wo es Ihnen passt; ich habe es im Ordner /etc/mail gesichert, damit ich es leichter wiederfinde. Starten Sie Ihren bevorzugten Editor, und geben Sie den folgenden Text ein. Anschließend speichern Sie das Skript als /etc/mail/update, wenn Sie diesen Hack genau nachvollziehen wollen. Andernfalls speichern Sie das Skript unter /usr/local/bin/sendmail-update oder an irgendeinem anderen leicht auffindbaren Ort.

#! /bin/sh
 
if [ /etc/mail/config.mc -nt /etc/mail/sendmail.cf ]
 
then
 
echo Regenerating sendmail.cf
 
m4 /usr/share/sendmail/conf/m4/cf.m4 /etc/mail/config.mc > \
 
/tmp/sendmail.cf
 
mv /etc/mail/sendmail.cf /etc/mail/sendmail.cf.old
 
mv /tmp/sendmail.cf /etc/mail/sendmail.cf
 
/System/Library/StartupItems/Sendmail/Sendmail restart
 
fi
 

Wir werden das Skript später noch etwas ergänzen. Jetzt kümmern wir uns aber erst einmal darum, sendmail seine Paranoia auszutreiben.

Zurück zu DontBlameSendmail

Um den Konfigurationsparameter DontBlameSendmail für sendmail einzustellen, müssen wir der Datei config.mc lediglich eine Zeile hinzufügen.

Bearbeiten Sie die Datei, bis Sie folgendermaßen aussieht. Die Zeile, die Sie ergänzen müssen, ist fett gedruckt.

% sudo emacs /etc/mail/config.mc
 

 
VERSIONID(`$Id: generic-darwin.mc,v 1.3 2002/04/12 18:41:47 bbraun Exp $')
 
OSTYPE(darwin)dnl
 
DOMAIN(generic)dnl
 
undefine(`ALIAS_FILE')
 
define(`PROCMAIL_MAILER_PATH',`/usr/bin/procmail')
 
define(`confDONT_BLAME_SENDMAIL', `GroupWritableDirPathSafe')
 
FEATURE(`smrsh',`/usr/libexec/smrsh')
 
FEATURE(local_procmail)
 
FEATURE(`virtusertable',`hash -o /etc/mail/virtusertable')dnl
 
FEATURE(`genericstable', `hash -o /etc/mail/genericstable')dnl 
 
FEATURE(`mailertable',`hash -o /etc/mail/mailertable')dnl
 
FEATURE(`access_db')dnl
 
MAILER(smtp)
 
MAILER(procmail)
 

Beachten Sie, dass die Anführungszeichen des Befehls define die Zeichen ` und ' verwenden. Sichern Sie die Datei. Als Nächstes müssen wir sie kompilieren. Starten Sie das Aktualisierungsskript. Wahrscheinlich müssen Sie ihm zuerst die Berechtigung zum Ausführen des Skripts zuweisen (chmod g+x /etc/mail/update)!

% sudo /etc/mail/update
 

 
Regenerating sendmail.cf
 
Restarting mail services
 

Nachdem sendmail neu gestartet ist, können Sie überprüfen, ob es ordnungsgemäß funktioniert, indem Sie Folgendes in ein Terminal-Fenster eingeben:

% telnet localhost 25
 
Trying 127.0.0.1...
 
Connected to dsl092-007-021.sfo1.dsl.speakeasy.net.
 
Escape character is '^]'.
 
220 dsl092-007-021.sfo1.dsl.speakeasy.net ESMTP Sendmail 8.12.2/8.12.2; Sat, 10 Aug 2002 
00:43:35 -0700 (PDT)
 
QUIT
 
221 2.0.0 dsl092-007-021.sfo1.dsl.speakeasy.net closing connection
 
Connection closed by foreign host.
 

Geben Sie einfach QUIT ein, um die interaktive Sitzung zu beenden. sendmail ist nun aktiv. Es akzeptiert Mails, die an beliebige Anwender auf dem lokalen Gerät adressiert sind. Auf meinem Server akzeptiert sendmail zum Beispiel alle E-Mails, die an duncan@dsl092-007-021.sfo1.dsl.speakeasy.net (die Adresse meines Internet-Providers) adressiert sind, nicht aber die an duncan@somehost.dyndns.org (meine persönliche Website, von der ich E-Mails akzeptieren will). Das ist ein guter Anfang und zeigt, dass der Mail-Server nicht für jedermann offen steht und dadurch vielleicht als Spam-Server missbraucht werden könnte. Allerdings müssen wir noch ein paar Einstellungen vornehmen, um Mails an unseren gewünschten Hostnamen zu akzeptieren.

sendmail gültige Hostnamen mitteilen

Damit sendmail E-Mails akzeptiert, die an den Namen Ihres Rechners geschickt werden, müssen Sie lediglich die Datei /etc/mail/local-host-names ändern. Geben Sie dazu folgenden Befehl ein:

% sudo pico /etc/mail/local-host-names
 

Fügen Sie zu dieser Datei einfach die Hostnamen hinzu, für die Sie Mails empfangen wollen. Jeder Host muss in einer eigenen Zeile stehen:

somemachine.dyndns.org 
 
66.92.7.21
 

Damit diese Einträge aktiv werden, müssen Sie sendmail neu starten. Anstatt den Rechner neu zu booten, können Sie auch einfach sendmail anhalten und erneut starten. Geben Sie dazu folgendes Kommando ein:

% /System/Library/StartupItems/Sendmail/Sendmail restart
 

Einstellen des LUSER_RELAY

Die nächste Einstellung, die wir uns vornehmen, ist das LUSER_RELAY. Nein, das hat nicht mit 14-jährigen Jugendlichen zu tun, die sich gegenseitig das Wort »Loooooos-errrr« an den Kopf werfen, sondern es bezeichnet eine Methode, mit E-Mails umzugehen, die auf Ihrem Server eintreffen, aber an keinen eingetragenen Nutzer gerichtet sind. Die Einstellung LUSER_RELAY leitet all diese E-Mails zu einem bestimmten Benutzer um.

Das ist vor allem praktisch, wenn Sie viele verschiedene Adressen wie zum Beispiel im-a-geek@myhost.com und spam-target@myhost.com verwenden wollen, ohne dafür jedes Mal irgendetwas an Ihrem Server einstellen zu müssen. Ich persönlich nutze diese Funktion immer, wenn ich meine E-Mail-Adresse irgendwelchen Geschäften geben soll, von denen ich zwar E-Mails erhalten will, bei denen ich mir aber nicht sicher bin, ob sie meine Adresse weiterverkaufen oder mich später sogar selbst mit zu vielen Informationen überfluten.

Um diese Funktion einzustellen, bearbeiten Sie einfach wie folgt die Datei config.mc (in der dick gedruckten Zeile müssen Sie den Namen duncan gegen den Namen eines lokalen Benutzers austauschen, der die E-Mails bekommen soll!):

% sudo pico /etc/mail/config.mc
 

 
VERSIONID(`$Id: generic-darwin.mc,v 1.3 2002/04/12 18:41:47 bbraun Exp $')
 
OSTYPE(darwin)dnl
 
DOMAIN(generic)dnl
 
undefine(`ALIAS_FILE')
 
define(`PROCMAIL_MAILER_PATH',`/usr/bin/procmail')
 
define(`confDONT_BLAME_SENDMAIL', `GroupWritableDirPathSafe')
 
define(`LUSER_RELAY', `local:duncan')
 
FEATURE(`smrsh',`/usr/libexec/smrsh')
 
FEATURE(local_procmail)
 
FEATURE(`virtusertable',`hash -o /etc/mail/virtusertable')dnl
 
FEATURE(`genericstable', `hash -o /etc/mail/genericstable')dnl 
 
FEATURE(`mailertable',`hash -o /etc/mail/mailertable')dnl
 
FEATURE(`access_db')dnl
 
MAILER(smtp)
 
MAILER(procmail)
 

Jetzt führen Sie noch einmal das Update-Skript aus:

% sudo /etc/mail/update
 
Regenerating sendmail.cf
 
Restarting mail services
 

Probieren Sie es aus. Schicken Sie mit Hilfe Ihres E-Mail-Programms Nachrichten an alle möglichen Adressen, die nicht auf Ihrem Rechner existieren.


All das setzt natürlich voraus, dass Sie bereits einen Domain Name Service-Namen [Hack #78] konfiguriert haben und ein mx-(E-Mail-)Eintrag zu Ihrem Mac führt.

Bestimmten Hosts das Versenden von E-Mails erlauben

sendmail leitet keine E-Mails von Rechnern weiter, denen es nicht vertraut. Die Entwickler von sendmail haben diese Funktion ganz bewusst integriert, um Spamming zu verhindern. Spammer nutzen nämlich mit Vorliebe offene Mail-Server, die die E-Mails von beliebigen Nutzern versenden, nur um uns alle mit Informationen zu beglücken, die die Bandbreite des Serverbetreibers dramatisch beeinträchtigen können. Verhindern Sie das.

Standardmäßig sorgt sendmails Paranoia dafür, dass wir nach dem Aufsetzen des Servers nur E-Mails vom lokalen Rechner versenden können. Um es als ordentlichen Mail-Server verwenden zu können, müssen wir ihm sagen, welchen Hosts es vertrauen kann, um von ihnen E-Mails zu akzeptieren und weiterzusenden. Mein Mail-Server ist beispielsweise so konfiguriert, dass er E-Mails aus meinem privaten Netzwerk zu Hause akzeptiert, das über Network Address Translation (NAT) mit statischer IP-Adresse mit dem Internet verbunden ist. Außerdem möchte ich auch E-Mails von meinem Laptop aus verschicken können, wenn ich bei meinen Freunden bin, die bekannte Hostnamen haben. Um das zu erreichen, muss ich lediglich entsprechende Regeln in der Datei /etc/mail/access definieren:

% sudo pico /etc/mail/access
 

 
192.168.123.2 RELAY
 
dsl-1-1-1-1.networkprovider.net RELAY
 

Sie können auch Blöcke von IP-Adressen oder Teile von Domain-Adressen definieren, die über Ihren Server E-Mails verschicken dürfen. Um zum Beispiel jedem innerhalb eines Subnetzes sowie allen Mitgliedern der Domain oreilly.com die Verwendung meines Mail-Servers zu gestatten, könnte ich die Datei bearbeiten, bis sie folgendermaßen aussieht:

% sudo pico /etc/mail/access
 

 
192.168.123.2 RELAY
 
dsl-1-1-1-1.networkprovider.net RELAY
 
192.168.145 RELAY
 
oreilly.com RELAY
 

Dadurch können all diejenigen unseren Server verwenden, deren IP-Adressen mit 192.168.145 beginnen, oder deren IP-Adressen zur Domain oreilly.com gehören. Wir müssen die Datei allerdings noch kompilieren, damit sendmail sie benutzen kann. Geben Sie dazu folgenden Befehl ein:

% sudo makemap hash /etc/mail/access < /etc/mail/access
 

Ja, das ist schon wieder ein Befehl, den Sie sich merken sollen, und ich persönlich muss jedes Mal nachschlagen, wie er verwendet wird. Aber keine Sorge, wir lösen das Problem.

Erweitern unseres Hilfe-Skripts

Da ich es nicht leiden kann, die Dokumentation für etwas heranziehen zu müssen, das sich durch einen einfachen Befehl erledigen lassen sollte, habe ich einfach alle benötigten Befehle (und noch ein paar andere) in mein Update-Skript mit aufgenommen. Die Kurzfassung habe ich Ihnen bereits weiter oben gezeigt. Hier ist die lange Fassung (die neuen Befehle sind fett gedruckt):

#!/bin/sh
 

 
if [ /etc/mail/config.mc -nt /etc/mail/sendmail.cf ]
 
then
 
echo Regenerating sendmail.cf
 
m4 /usr/share/sendmail/conf/m4/cf.m4 /etc/mail/config.mc > \
 
/tmp/sendmail.cf
 
mv /etc/mail/sendmail.cf /etc/mail/sendmail.cf.old
 
mv /tmp/sendmail.cf /etc/mail/sendmail.cf
 
/System/Library/StartupItems/Sendmail/Sendmail restart
 
fi
 

 
if [ /etc/mail/access -nt /etc/mail/access.db ]
 
then
 
echo Updating access
 
makemap hash /etc/mail/access < /etc/mail/access
 
fi
 

Zusammengefasst prüft diese Datei, ob sie Folgendes tun soll:

Wenn eine der genannten Dateien nicht mehr aktuell ist, wird sie automatisch aktualisiert. Einfach, oder? Das Einzige, woran wir jetzt noch denken müssen, ist das Update-Skript auszuführen, wenn wir eine der Konfigurationsdateien bearbeitet haben.

sendmail hinter einer Firewall

Wenn Sie sendmail hinter einer Firewall betreiben, kann es Probleme geben, insbesondere, wenn Sie NAT verwenden. sendmail tut sein Bestes, um seinen Hostnamen herauszufinden. Solange Ihr Rechner eine IP-Adresse hat, die im Internet sichtbar ist, löst es diese Aufgabe ziemlich gut. Wenn Ihr Rechner aber hinter einem NAT-Router läuft oder seiner IP-Adresse kein Hostname zugeordnet ist, dann müssen Sie sendmail ein wenig unter die Arme greifen. Wenn Sie zum Beispiel E-Mails für domain.com hosten, müssen Sie sendmail sagen, dass sein Domainname $w.domain.com ist. Der Teil $w bedeutet, dass sendmail an dieser Stelle den Namen des lokalen Rechners einfügen soll.

Um sendmail so zu konfigurieren, dass es einen bestimmten Domainnamen verwendet, bearbeiten Sie die Datei /etc/mail/config.mc wie folgt:

% sudo pico /etc/mail/config.mc
 

 
VERSIONID(`$Id: generic-darwin.mc,v 1.3 2002/04/12 18:41:47 bbraun Exp $')
 
OSTYPE(darwin)dnl
 
DOMAIN(generic)dnl
 
undefine(`ALIAS_FILE')
 
define(`PROCMAIL_MAILER_PATH',`/usr/bin/procmail')
 
define(`confDONT_BLAME_SENDMAIL', `GroupWritableDirPathSafe')
 
define(`LUSER_RELAY', `local:duncan')
 
define(`confDOMAIN_NAME', `$w.domain.com')
 
FEATURE(`smrsh',`/usr/libexec/smrsh')
 
FEATURE(local_procmail)
 
FEATURE(`virtusertable',`hash -o /etc/mail/virtusertable')dnl
 
FEATURE(`genericstable', `hash -o /etc/mail/genericstable')dnl 
 
FEATURE(`mailertable',`hash -o /etc/mail/mailertable')dnl
 
FEATURE(`access_db')dnl
 
MAILER(smtp)
 
MAILER(procmail)
 

Vergessen Sie auch diesmal nicht, das Update-Skript auszuführen:

% sudo /etc/mail/update
 
Regenerating sendmail.cf
 
Restarting mail services
 

Als Nächstes widmen wir uns einem anderen typischen Problem, das viele Anwender mit ihren Internet-Providern haben.

Mit unbequemen Internet-Providern zurechtkommen

Was meine ich mit unbequemen Internet-Providern? Nun ja, ich meine Internet-Provider, die den gesamten ausgehenden Verkehr auf Port 25 sperren. Anstatt Sie über Port 25 auf das Internet zugreifen zu lassen, zwingen sie Sie, den Mail-Server Ihres Providers zu verwenden. Das tun sie, um Spammer davon abzuhalten, offene Mail-Server in ihrem Netzwerk zu benutzen. Leider bedeutet das aber auch, dass Ihr persönlicher E-Mail-Server keine E-Mails an andere Rechner im Internet versenden kann.

Da sendmail wie gesagt das Schweizer Armee-Messer unter den Mail-Servern ist, gibt es zum Glück eine Konfigurationsanweisung, um das Problem in den Griff zu bekommen. Damit alle Mails von Ihrem Server über den Mail-Server Ihres Providers versendet werden, bearbeiten Sie die Datei /etc/mail/config.mc, bis sie folgendermaßen aussieht:

% sudo pico /etc/mail/config.mc
 

 
VERSIONID(`$Id: generic-darwin.mc,v 1.3 2002/04/12 18:41:47 bbraun Exp $')
 
OSTYPE(darwin)dnl
 
DOMAIN(generic)dnl
 
undefine(`ALIAS_FILE')
 
define(`PROCMAIL_MAILER_PATH',`/usr/bin/procmail')
 
define(`confDONT_BLAME_SENDMAIL', `GroupWritableDirPathSafe')
 
define(`LUSER_RELAY', `local:duncan')
 
define(`confDOMAIN_NAME', `$w.domain.com')
 
define(`SMART_HOST' `mail.mindspring.com')
 
FEATURE(`smrsh',`/usr/libexec/smrsh')
 
FEATURE(local_procmail)
 
FEATURE(`virtusertable',`hash -o /etc/mail/virtusertable')dnl
 
FEATURE(`genericstable', `hash -o /etc/mail/genericstable')dnl 
 
FEATURE(`mailertable',`hash -o /etc/mail/mailertable')dnl
 
FEATURE(`access_db')dnl
 
MAILER(smtp)
 
MAILER(procmail)
 

Starten Sie wieder das Update-Skript:

% sudo /etc/mail/update
 
Regenerating sendmail.cf
 
Restarting mail services
 

Problem gelöst.

NetInfo aus dem Weg räumen

In der Apple-Dokumentation zu sendmail (vor allem in der Datei /etc/mail/README) finden Sie den Hinweis, dass es sinnvoll ist, einige Einstellungen in NetInfo vorzunehmen, um sicherzustellen, dass sendmail seine Konfiguration der Datei /etc/mail/sendmail.cf entnimmt. Ich hatte bisher zwar noch keine Probleme damit, aber um sicherzustellen, dass wir auch keine Probleme mit zukünftigen sendmail-Binärdateien von Apple bekommen, tun wir einfach, was von uns verlangt wird, und führen folgende Befehle zur Änderung der NetInfo-Datenbank aus:

% sudo niutil -create . /locations/sendmail
 
% sudo niutil -createprop . /locations/sendmail sendmail.cf ø
 
/etc/mail/sendmail.cf
 
- James Duncan Davidson

Hack #83 POP-Mail mit fetchmail herunterladen

Sie haben Ihren eigenen POP- oder IMAP-Mail-Server, wissen aber nicht, wie Sie Ihre E-Mails von Ihrem Provider auf Ihren lokalen Rechner bekommen sollen. fetchmail, ein beliebtes Unix-Utility, übernimmt diese Aufgabe für Sie.

In einer Welt, in der wir alle permanent mit dem Internet verbunden sind, wird ein Riesenwirbel um unsere E-Mails veranstaltet. »Hast Du meine E-Mail bekommen?«, »Hast Du meine Nachricht gelesen?«, »Ich habe Dir gerade einen Anhang geschickt!«. Zugegeben, Apple liefert vorsorglich sein eigenes E-Mail-Programm mit dem aktuellen Betriebssystem aus; Sie können Ihre E-Mails aber auch über das Terminal [Hack #48] abrufen, indem Sie das weit verbreitete Utility fetchmail verwenden.

Für sich genommen macht fetchmail nichts anderes, als E-Mails abzurufen. Für diejenigen unter uns, die sich noch nicht mit der Shell auskennen, ist selbst das nicht sehr einfach, da Sie sich mit Mail-Verzeichnissen und ihren Funktionen auskennen müssen. fetchmail blüht aber richtig auf, wenn Sie es mit anderen Hacks in diesem E-Mail-Kapitel kombinieren - wenn Sie fetchmail zum Beispiel mit einem lokalen IMAP- oder POP-Mail-Server [Hack #81] kombinieren, haben Sie Ihre E-Mail-Angelegenheiten zu hundert Prozent unter eigener Kontrolle.

fetchmail in Betrieb zu nehmen ist relativ einfach, wenn Sie ein wenig unterstützt werden. Zuerst müssen wir unsere Speicherdatei erstellen, in der all unsere E-Mails abgelegt werden. Diese Datei wird passenderweise als mailbox (Postfach) bezeichnet. In Mac OS X und den meisten vergleichbaren Betriebssystemen befindet sich diese mailbox-Datei im Verzeichnis var - einem Ordner, den Sie im Finder normalerweise nicht sehen können. Um Ihre mailbox-Datei zu erstellen und mit den notwendigen Zugriffsrechten auszustatten, geben Sie die folgenden Zeilen ein, wobei Sie Benutzername durch Ihren eigenen Namen ersetzen:

% sudo touch /var/mail/Benutzername
 
% sudo chown username /var/mail/Benutzername
 
% chmod 600 /var/mail/Benutzername
 

Diese Befehle erzeugen zunächst eine leere Datei mit Hilfe des Shell-Utilitys touch und ändern dann den Eigentümer und die Zugriffsrechte, damit nur Sie darauf zugreifen können. Dadurch wird dem Briefgeheimnis Rechnung getragen, und es werden einige Warnmeldungen unterdrückt, die manche Utilities sonst anzeigen würden, wenn Sie die Datei bearbeiten oder öffnen. Unsere eingehenden E-Mails werden im Klartextformat in der soeben erstellten Datei gesichert, so dass sie ohne weiteres von anderen Utilities importiert oder benutzt werden können.

Jetzt können wir fetchmail bereits verwenden. fetchmail ist ein umfangreiches Utility mit zahllosen Optionen - allein der Umfang der man-Datei hat schon so manchen schreiend flüchten lassen. Wenn Sie allerdings ein Beispiel als Vorlage haben, geht eigentlich alles ganz einfach. Schauen Sie sich den folgenden Befehl an:

% fetchmail --check mail.example.com
 

Diesen Befehl können Sie unbesorgt ausführen; er schaut lediglich auf Ihrem Server nach, ob irgendwelche Mails auf Sie warten (ohne sie herunterzuladen). Er stellt automatisch fest, was für einen Server Sie ansprechen (POP3, IMAP etc.), und die Kennwortabfrage verwendet automatisch Ihren Mac OS X-Benutzernamen als Anmeldenamen für den Mail-Server. Aber was machen Sie, wenn Sie einen anderen Namen verwenden? Wie wäre es damit:

% fetchmail --verbose --check --protocol=pop3 --username=morbus ø
 
mail.example.com
 

Dieser Befehl gibt Ihnen mehr Informationen darüber, was fetchmail gerade unternimmt, außerdem wird POP3 als Protokoll festgelegt (wodurch bei der ersten Verbindung ein paar Sekunden gespart werden) und ein anderer Benutzername verwendet.

Mit diesem Befehl schauen wir nur nach, ob wir neue E-Mails bekommen haben; wir haben aber noch nichts auf unseren lokalen Rechner geladen. Tauschen wir --check gegen --keep aus:

% fetchmail --keep --protocol=pop3 --username=morbus mail.example.com
 

Wenn Sie den Befehl ausgeführt und Ihr Kennwort eingegeben haben, wird Ihnen angezeigt, welche E-Mails heruntergeladen und in der Datei /var/mail/Benutzername abgelegt werden. Auch wenn wir die Dateien auf die lokale Festplatte laden, sorgt das Flag --keep dafür, dass die Nachrichten auf dem POP-Server zunächst erhalten bleiben; ohne das --keep-Flag werden die Dateien heruntergeladen und vom Server gelöscht.

Jedes Mal eine so lange Befehlszeile zu tippen ist ziemlich nervenaufreibend, doch zum Gück kann fetchmail auch eine Konfigurationsdatei lesen, die ihm sagt, was zu tun ist. Um diese Datei zu erstellen, legen Sie in Ihrem Home-Verzeichnis die Datei .fetchmailrc an (Sie werden sie im Finder wegen des Punktes am Anfang nicht sehen, fetchmail hat damit aber keine Probleme). Schreiben Sie die folgenden Zeilen in die Datei, wobei Sie die Werte an Ihre Einstellungen anpassen müssen:

set postmaster "morbus"
 

 
poll mail.example.com
 
proto pop3 
 
user "morbus"
 
password "xxxxxxx"
 
fetchall
 
keep
 
mda "/usr/bin/procmail -d %T"
 

Die Datei beginnt mit set postmaster "Benutzername", was ein rein vorsorglicher Eintrag ist; es besagt: »Falls sendmail irgendwann einmal nicht weiß, an wen die E-Mail geschickt werden soll, sende sie an diesen Benutzer.« Diese Option ist vor allem für Systeme mit mehreren Benutzern sinnvoll.

Mit der poll-Option beginnt der interessante Teil. Hier beginnen wir zu definieren, welche Mail-Server abgefragt werden sollen. Solange fetchmail keine andere Zeile mit dem Befehl poll sieht (oder skip, aber darauf gehen wir hier nicht näher ein), geht es davon aus, dass alle folgenden Angaben für den Server gelten, den wir soeben definiert haben. Das ist für uns in Ordnung, da wir hier nur einen Server angegeben haben, der das Protokoll (proto) pop3 verwendet. Das ist das Gleiche wie die Flags -p oder --protocol auf der Kommandozeile.

Unsere nächsten zwei Zeilen erklären sich von selbst; sie geben unseren Benutzernamen und das Kennwort für das Postfach an, das wir prüfen wollen. Anders als in der Kommandozeile können wir hier bereits das Kennwort angeben (im Klartext . . .  Passen Sie auf, dass die Zugriffsrechte eingeschränkt sind!), damit fetchmail ohne Zwischenfragen durchläuft. Wenn Sie Angst davor haben, Ihr Passwort irgendwo zu speichern, lassen Sie die password-Zeile einfach weg, und fetchmail wird Sie jedes Mal nach Ihrem Kennwort fragen.

Die nächsten drei Zeilen sind zwar nicht zwingend erforderlich, machen die Arbeit mit fetchmail aber wesentlich angenehmer. Zunächst werden immer alle Nachrichten vom Server geladen (fetchall), nicht nur die neuen, und wir behalten eine Kopie der Nachrichten auf dem Server, nachdem wir sie in das lokale Postfach geladen haben. Dann legen wir ausdrücklich procmail als Mail Delivery Agent (mda) fest - ein Kommandozeilen-Mail-Programm, auf das wir hier nicht näher eingehen (procmail ist bereits standardmäßig ordentlich konfiguriert, so dass diese Zeile problemlos funktionieren wird).

Wie gesagt: Es gibt zahllose Optionen in fetchmail, die Sie nachlesen können, indem Sie man fetchmail ins Terminal eingeben. Dieser Hack sollte Ihnen genug vermittelt haben, um Ihre E-Mails herunterladen zu können; um die volle Leistungsfähigkeit von fetchmail zu nutzen, lesen Sie die man-Datei.


Hack #84 Mail-Aliase erstellen

E-Mail-Aliase leiten E-Mails, die an webmaster@, me@ usw. geschickt wurden, an die richtige E-Mail-Adresse weiter.

Eine gebräuchliche E-Mail-Funktion, die vor allem von Leuten mit eigener Domain genutzt wird, ist das Weiterleiten von E-Mails, die an nicht wirklich existierende Adressen geschickt wurden. Dies wird dadurch erreicht, dass Sie Aliase für eine bestehende E-Mail-Adresse erstellen. Vielleicht wollen Sie die Adresse webmaster@ auf Ihrer Website verwenden, damit Ihr E-Mail-Programm diese E-Mails in einem anderen Ordner ablegen kann. me@ ist auch sehr populär, wenn ich auch nicht nachvollziehen kann, warum das so ist. Andere gängige Adressen sind info@, support@, sales@ und göttlich@ - okay, die letzte ist nicht ganz so gebräuchlich.


Dieser Hack setzt voraus, dass Sie bereits den Domain Name Service [Hack #78] eingerichtet haben und dass sendmail [Hack #82] aktiv ist und funktioniert.

Wir werden den NetInfo Manager verwenden (Programme > Dienstprogramme > NetInfo Manager), um E-Mail-Aliase zu erstellen (siehe Abbildung 7-8).
Abbildung 7-8
E-Mail-Aliase im NetInfo Manager erstellen


NetInfo war die Antwort von Mac OS X auf die früher sehr verworrene Art und Weise, Ihren lokalen Mac und Ihre vernetzten Macs zu verwalten. NetInfo Manager ist ein Front-End zu einem umfangreichen Verzeichnis von Benutzern, Gruppen, Geräten und Netzwerkdiensten. Dabei bietet es allerdings nicht viel mehr als eine Finder-ähnliche, hierarchische Ansicht der Daten. Apple steigt von NetInfo langsam um auf die weniger eingängigen, dafür aber flexibleren textbasierten Konfigurationsdateien der Unix-Wurzeln von Mac OS X. Während dieser Text verfasst wurde, war NetInfo aber noch der einfachste Weg, E-Mail-Aliase zu erstellen.

Starten Sie den NetInfo Manager. Klicken Sie auf das kleine Schloss in der linken unteren Ecke des Programmfensters, um sich das Recht zu verschaffen, die aktuelle NetInfo-Konfiguration zu ändern. Geben Sie auf Anfrage Ihren Benutzernamen und Ihr Kennwort ein, und klicken Sie auf OK.

Nachdem Sie sich nun identifiziert haben, können Sie Ihre Mail-Aliase anlegen. Klicken Sie in der mittleren Spalte auf den Eintrag aliases; daraufhin erscheint in der rechten Spalte eine Liste der aktuellen E-Mail-Aliase. Erstellen Sie einen neuen Eintrag, indem Sie Ordner > Neuer Unterordner wählen, indem Sie b-N tippen oder indem Sie den Button Neuen Ordner anlegen anklicken - das ist der Ordner Neu auf der linken Seite Ihrer Symbolleiste. Nun erscheint ein neuer Ordner mit dem passenden Namen neuer_Ordner in dem unteren Teil des Programmfensters. Doppelklicken Sie auf den Wert neuer_Ordner der Eigenschaft name, und nennen Sie den Alias webmaster (oder was Ihnen sonst gefällt).

Nachdem Sie nun einen neuen Alias erstellt haben, müssen Sie ihn mit einer existierenden E-Mail-Adresse verknüpfen. Legen Sie eine neue Eigenschaft an, indem Sie Ordner > Neue Eigenschaft wählen oder b-Umschalttaste-N drücken. Benennen Sie neue_Eigenschaft in members und neuer_Wert in Ihren Mac OS X-Kurznamen [Hack #1] um. Mein Kurzname ist duncan.

Wenn alles nach Plan verlief, sollte Ihr NetInfo Manager-Fenster ungefähr so aussehen wie in Abbildung 7-9.
Abbildung 7-9
Mails an den webmaster werden an duncan weitergeleitet

Sichern Sie Ihre Änderungen (b-S oder Domain > Änderungen sichern). Sie werden nun aufgefordert, Ihre Änderungen zu bestätigen.

Jetzt werden alle E-Mails, die an den webmaster adressiert sind, automatisch zu dem Benutzer duncan umgeleitet. Auf die gleiche Weise können Sie so viele weitere Aliase erstellen, wie Sie wollen.

- James Duncan Davidson


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