
Dateien
Das Mac OS X-Dateisystem ist eine Mischung aus leistungsfähigen, traditionellen Unix-Fundamenten und der bonbonfarbenen Oberfläche des Macintosh Finder. Um das zu erreichen, wurde in Mac OS X einiges von Grund auf geändert. Das Dateisystem von Mac OS 9 und älteren Versionen wurde unter den Füßen des Finders weggezogen und durch die absolut fremde Welt des Unix-Dateisystems und durch alles, was damit zusammenhängt, ersetzt.
Auch wenn sie für Gelegenheitsnutzer kaum sichtbar sind, so gibt es doch einige Risse in der Fassade, die bei näherer Betrachtung ins Auge fallen. Einige bieten nützliche Möglichkeiten, andere sind etwas irritierend, und wieder andere sind einfach faszinierend und einen Hack wert.
Die Hacks in diesem Abschnitt gehen ins Eingemachte, indem sie einige nützliche Tipps offenbaren, um System-Backups anzulegen, Dateien und Ordner zu optimieren, Aliase nach Ihrem Willen zu verbiegen und damit Sie verstehen, wie das alles miteinander zusammenhängt. Sie werden sogar ein wenig im Papierkorb herumwühlen.
Hack #1 Verstehen und Hacken des Benutzer-Accounts
Bevor Mac OS X eingeführt wurde, kannten die meisten Macintosh-Anwender das Konzept eines Benutzer-Accounts noch nicht. Dieser Hack erklärt Ihnen, was es heißt, einen Benutzer-Account zu haben, und was sich hinter der Idee des Home-Verzeichnisses versteckt. Wir werden Ihnen außerdem zeigen, wie Sie einen Account umbenennen - eine wirklich nicht ganz einfache Sache.1
Als Mac OS X neu erschien, waren viele Leute entsetzt, dass sie sich auf einmal mit Benutzer-Accounts herumschlagen sollten, insbesondere, wenn sie die einzigen waren, die ihren Computer benutzten. »Warum soll ich mir den ganzen Aufwand antun, wenn nur ich existiere?« fragten sie. Die Klagen nahmen noch zu, als die Anwender aufgefordert wurden, ein Administrator-Passwort [Hack #50] einzugeben, um auf bestimmte Dateien zuzugreifen, oder als sie sogar manchmal keinen Zugriff auf Einstellungen und Dateien auf ihren eigenen Rechnern hatten - wozu das alles?
Es gibt zwei Gründe: um Sie vor sich selbst zu schützen und um die Mehrbenutzer-Umgebung von Mac OS X zu ermöglichen.
Die Idee, Sie vor sich selbst zu beschützen, mag zunächst etwas aufdringlich wirken, aber wir alle hatten schon Momente, in denen wir eine unschuldige kleine Datei aus unserem Mac OS 9-Systemordner löschten und unsere Dummheit erst bemerkten, als sich das System nicht mehr booten ließ, der Drucker nicht mehr druckte oder das Modem keinen Laut von sich gab. In dieser Hinsicht gibt Ihnen Mac OS X jetzt Rückendeckung; Dateien, die für tagtägliche Vorgänge entscheidend sind, werden vor allzu eifrigem Löschen geschützt.
Die Mehrbenutzerumgebung von Mac OS X basiert auf einer Technologie, die in der Unix-Welt bereits eine ganze Weile herumgeistert: auf einem System harmonischen Zusammenlebens, das Ihre kleine Schwester davon abhält, fröhlich die Photoshop-Datei zu löschen, an der Sie das ganze Wochenende gearbeitet haben. Es geht nicht darum, ob Sie der einzige Benutzer sind; Schutz von innen (vor Ihnen selbst und Ihrer kleinen Schwester) und außen (vor böswilligen Eindringlingen, Viren und Trojanern) ist das hohe Gut, um das es hier geht.
Auch wenn ein entschlossener User mit entsprechendem Aufwand jede beliebige Datei auf seiner Mac OS X-Maschine löschen kann (am einfachsten, indem er in Mac OS 9 startet), hat Apple es klugerweise sehr schwer gemacht, dies innerhalb von Mac OS X zu tun.
Was versteckt sich hinter einem Namen?
Wenn Sie einen Account anlegen (Systemeinstellungen > Benutzer > Neuer Benutzer . . . ) - sei es bei der Installation von Mac OS X oder später -, werden Sie sowohl nach Ihrem Namen (z.B. John Jacob Jingleheimer Schmidt) als auch nach dem so genannten Kurznamen gefragt (siehe Abbildung 1-1).
Ihr Kurzname ist Ihr eigentlicher Benutzername, der Anmelde- oder Login-Name, unter dem Ihr Computer Sie kennt. Er ist normalerweise drei bis acht Zeichen lang und besteht aus Buchstaben oder Zahlen. Mac OS X versucht zwar anhand Ihres Namens einen geeigneten Kurznamen für Sie zu wählen, aber wenn Ihr Name nicht gerade so einfach ist wie Sam Smith, lässt das Ergebnis zu wünschen übrig. Und glauben Sie mir, Sie wollen Ihrem Mac nicht ewig als johnjacobjingleheimerschmidt bekannt bleiben. Nehmen Sie etwas Kurzes, das man schnell tippen kann, zum Beispiel john, johnj oder schmidt. Hier erfahren Sie warum . . .
Ihr Home-Verzeichnis
Ihr Home-Verzeichnis ist der Ort, an dem Sie all Ihre persönlichen Sachen aufbewahren (siehe Abbildung 1-2). Dort finden Sie spezielle Ordner für Ihre Dokumente, Bilder, Filme und Einstellungen (genau dazu ist die Library da). Natürlich müssen Sie Ihre Daten nicht auf diese Art organisieren, aber es ist eine sinnvolle Konvention. Fühlen Sie sich wie zu Hause, erstellen Sie neue Ordner, und schieben Sie ein paar Dinge hin und her. Es ist überhaupt eine gute Idee, diese speziellen Ordner nicht hinauszuwerfen, da das Betriebssystem und seine Programme oft von ihnen Gebrauch machen und davon ausgehen, dass diese Ordner vorhanden sind. Rühren Sie insbesondere nicht Ihren Library-Ordner an; er beherbergt Ihre Voreinstellungen und andere Daten, die Ihre Programme benötigen.
Wenn Sie john als Kurznamen wählen, wird automatisch Ihr Home-Verzeichnis Macintosh HD > Benutzer > john angelegt. Da Ihre gesamten wichtigen Daten an einem zentralen Ort abgelegt werden, ermöglicht Mac OS X Ihnen das einfache Erstellen von Backups oder die Übertragung Ihrer Daten auf einen anderen Rechner. Anstatt Ihre wichtigsten Kontrollfelder oder Erweiterungen in Mac OS 9 zusammensuchen zu müssen, können Sie einfach eine Kopie Ihres Home-Verzeichnisses erstellen. Wenn Sie das Verzeichnis wiederherstellen wollen, kopieren Sie das Backup lediglich an dieselbe Stelle zurück, und nach der nächsten Anmeldung ist wieder alles wie gehabt (z.B. die iTunes-Musikbibliothek, der Schreibtischhintergrund etc.).
Aus Sicht der Kommandozeile [Hack #48] heißt Ihr Home-Verzeichnis /Users/john - wieder vorausgesetzt, dass Ihr Kurzname john ist. Ab und zu wird dieses Verzeichnis in der Kommandozeile als ~ bezeichnet. Dabei handelt es sich um einen Shortcut, der es Ihnen erspart, Ihren vollen Anmeldenamen einzugeben, wenn Sie sich auf Ihr Home-Verzeichnis beziehen wollen. Daher verweist ~/Documents auf /Users/john/Documents (Macintosh HD > Benutzer > john > Dokumente im Finder2).
Wer ist der Boss?
Als primärem Nutzer Ihres Computers werden Ihnen automatisch Administrator-Rechte [Hack #50] eingeräumt. Das bedeutet, Sie können so ziemlich jede Software installieren, die Mac OS X-Einstellungen ändern und andere Benutzer-Accounts erstellen oder löschen. Es versteht sich von selbst, dass Sie Ihre kleine Schwester nicht zum Administrator machen sollten, wenn Sie nicht wollen, dass sie Ihren Computer durcheinander bringt. Vergeben Sie Administratorrechte nur an die Anwender (sprich: Accounts), die sie wirklich benötigen.
Umbenennen eines Accounts
Obwohl Mac OS X es sehr einfach macht, neue Accounts anzulegen, ihre Eigenschaften zu bearbeiten und Passwörter zu ändern oder zu löschen, so ist es doch wenig hilfreich, wenn es darum geht, einen Account umzubenennen (d.h., seinen Kurznamen zu ändern). Tatsächlich gibt es schlicht keine Möglichkeit, dies mit Hilfe der GUI zu tun, so dass wir uns wohl oder übel ein wenig der Kommandozeile zuwenden müssen.
Lassen Sie uns als Beispiel den schon oben angelegten John Jacob Jingleheimer Schmidt nehmen und seinen Account (sprich: Kurznamen) in john umbenennen.
Legen Sie zunächst einen neuen Account an (Systemeinstellungen > Benutzer > Neuer Benutzer...). Mac OS X wird Ihnen nicht gestatten, denselben Namen mehrfach zu verwenden, so dass Sie ihn für den Moment geringfügig ändern müssen; der volle Name lässt sich später aber jederzeit wieder ändern. Wie in Abbildung 1-3 zu sehen ist, habe ich John Jacob Jingleheimer Schmidt II als Platzhalter gewählt. Wählen Sie jetzt einen sinnvollen Kurznamen. Ich habe hier wieder john gewählt, da ich weiß, dass er der einzige John ist, der meinen Computer benutzt, und daher keine große Verwechslungsgefahr zu erwarten ist.
Als Nächstes legen Sie eine Kopie von johnjacobjingleheimerschmidts Home-Verzeichnis an, die Sie zu johns Heimatverzeichnis machen. Da Sie mit einer Kopie arbeiten, anstatt johnjacobjingleheimerschmidt auf immer und ewig sein Home-Verzeichnis unter den Füßen wegzureißen, können Sie in Ruhe testen, ob alles geklappt hat, bevor Sie eventuell wichtige Daten löschen.
Bevor Sie weitermachen, sollten Sie sicherstellen, dass Sie genügend freien Festplattenspeicher haben, um beide Kopien unterzubringen. Vergleichen Sie die Größe des Home-Verzeichnisses mit dem freien Platz, indem Sie im Finder jeweils Ablage > Information einblenden wählen.
All dies müssen Sie als root-Benutzer erledigen, da Sie Dateien manipulieren, die zwei anderen Accounts gehören. Falls Sie es noch nicht getan haben, aktivieren Sie den root-Benutzer [Hack #50], und melden Sie sich als root an.
Navigieren Sie im Finder zu Macintosh HD > Benutzer.
Zuerst entfernen Sie johns Home-Verzeichnis; keine Angst, da es brandneu ist, enthält es noch nichts Wertvolles. Ziehen Sie dazu den john-Ordner in den Papierkorb.
Da nun nichts mehr im Weg liegt, duplizieren Sie den Ordner johnjacobjingleheimerschmidt, indem Sie ihn bei gedrückter Control-Taste anklicken und in dem aufspringenden Kontextmenü Duplizieren wählen (siehe Abbildung 1-4). Ändern Sie den Namen der Kopie, wie in Abbildung 1-5 gezeigt, in john.
john und johnjacobjingleheimerschmidt haben nun identische Home-Verzeichnisse.
So ziemlich das Einzige, was nicht identisch sein soll, ist der Schlüsselbund, der auch in johns neuem Home-Verzeichnis immer noch johnjacobjingleheimerschmidt heißt. Navigieren Sie zu Macintosh HD > Benutzer > john > Library > Keychains, und benennen Sie die Datei johnjacobjingleheimerschmidt (wie in Abbildung 1-6 gezeigt) in john um.
Wo wir gerade von Eigentum sprechen: Zwar hat john nun ein neues Home-Verzeichnis, aber wenn Sie sich dessen Berechtigungen näher anschauen, werden Sie feststellen, dass er weder der Eigentümer des Verzeichnisses noch des Inhaltes ist - all diese Dateien gehören dem Root-Benutzer (da er die Duplizierung veranlasst hat). Um die Berechtigungen zu korrigieren, öffnen Sie das Terminal [Hack #48] (Programme > Dienstprogramme > Terminal) und benutzen den Befehl chown wie folgt:
[HappyMac:/Users] root# chown -R john.staff john [HappyMac:/Users] root# ls -l total 0 drwxrwx--- 4 root admin 136 Feb 6 23:07 Deleted Users drwxrwxrwt 3 root wheel 102 Jul 13 2002 Shared drwxr-xr-x 11 john staff 374 Feb 6 23:08 john drwxr-xr-x 11 johnjaco staff 374 Feb 5 17:48 ø johnjacobjingleheimerschmidtSie sehen dann, dass der Eigentümer des john-Verzeichnisses nun john ist und dass das Verzeichnis zur richtigen Gruppe (staff) gehört.
Man könnte meinen, dass sich all das mit dem Dialogfeld Information einblenden machen ließe. Mit diesem Dialogfeld können Sie tatsächlich die Berechtigungen eines Ordners ändern und diese »auf alle Unterobjekte anwenden...«, aber nicht mit den erwarteten Ergebnissen. So können Sie einige Änderungen zwar auf alle Inhalte eines Ordners übertragen, allerdings lässt sich auf diese Weise nicht der Eigentümer ändern.
Melden Sie nun den root-Benutzer ab, und melden Sie sich mit Ihrem normalen Account an. Deaktivieren Sie jetzt noch den root-Benutzer [Hack #50], und schon sind Sie fertig.
Probieren Sie den neuen john-Account aus, indem Sie sich anmelden und ein wenig herumprobieren. Wenn Sie sicher sind, dass alles in Ordnung ist, löschen Sie den alten johnjacobjingleheimerschmidt-Account und ändern johns Namen (Systemeinstellungen > Benutzer > Benutzer bearbeiten...). In unserem Beispiel haben wir einfach die II entfernt.
Löschen eines Accounts
Das Löschen eines Accounts geht unter Mac OS X mit Hilfe des Systemeinstellungsfeldes Benutzer (Systemeinstellungen > Benutzer > Benutzer löschen...) auf sehr einfache Weise vonstatten. Mit dieser Funktion löschen Sie den Account und deaktivieren das zugehörige Home-Verzeichnis:
Gelöschte Accounts sind zwar nicht mehr aktiv, aber auch nicht ganz vergessen. Wenn Sie sich einen Moment Zeit nehmen, um den Bestätigungsdialog in Abbildung 1-7 zu lesen, werden Sie sehen, dass der Inhalt des gerade gelöschten Home-Verzeichnisses als Diskimage unter Macintosh HD > Benutzer > Gelöschte Benutzer archiviert wurde.
Wenn und falls Sie so weit sind, die Inhalte eines archivierten Home-Verzeichnisses unwiederbringlich zu löschen (siehe Abbildung 1-8), ziehen Sie das entsprechende Diskimage einfach in den Papierkorb.
Hack #2 Datensicherung leicht gemacht
Aus einer verwirrenden Fülle von Backup-Lösungen haben wir Ihnen zwei unserer Favoriten ausgesucht: Apples Backup und das Perl-basierte Open Source-Programm psync.
Datensicherungen sind der Fluch jeglicher Computer-Existenz. Sie wissen, dass sie ein integraler Bestandteil der Datenhygiene sind - der Zahnseide nicht ganz unähnlich. Aber es ist spät, Sie halten eine Präsentation am nächsten Morgen und sind zu beschäftigt damit, Daten zu erzeugen, als dass Sie eine CD oder freien Festplattenspeicher für ein Backup-Set auftreiben könnten. Abgesehen davon, wissen Sie sowieso nicht genau, was Sie alles sichern sollten und wie Sie dies am besten bewerkstelligen.
Viele der angebotenen Backup-Programme funktionieren nicht, wie in der Werbung beschrieben. Sie sind kompliziert, wenn sie es nicht sein sollten, stellen die Daten nicht in der erhofften Zeit wieder her und sind oft sehr teuer in der Anschaffung. Online-Backup klingt da nach einer guten Idee; und das ist es auch, wenn Sie lediglich begrenzte Datenmengen sichern wollen, was jedoch nicht auf mich und vermutlich auch nicht auf Sie zutrifft.
Datensicherungen sind ein so erheblicher Aufwand, dass Sie nie wirklich darüber nachdenken, bis es plötzlich zu spät ist - wieder ähnlich wie bei der Zahnseide.
.Macs Backup
Backup (http://www.mac.com/1/iTour/tour_backup.html), .Macs freie, persönliche Backup-Software, ist so einfach, wie Sie es sich von einer Backup-Lösung immer erträumt haben.
Es ist mit einer intuitiven Oberfläche im iApp-Stil und einer intelligenten QuickPicks-Funktion ausgestattet, die Ihnen dabei hilft, wichtige Dateien schneller für Sie zu identifizieren und auf Ihrer Festplatte zu finden, als es mit der Suchen-und-Picken-Funktion manch anderer Programme möglich ist. Sie können Ihre Daten auf CD oder DVD sichern, sogar das Verteilen auf mehrere CDs oder DVDs wird unterstützt, falls Sie so viele wichtige Daten haben. Wenn Sie .Mac-Mitglied sind (99,95 US-$ pro Jahr), haben Sie 100 MByte Speicherplatz auf Ihrer iDisk (gegen Gebühr auf bis zu 1 GByte erweiterbar), die Sie für Ihr Fern-Backup nutzen können. Diese 100 MByte sind nicht viel und werden relativ schnell verbraucht, wenn Sie sie als primären Backup-Speicher einsetzen, aber sie eignen sich vor allem unterwegs hervorragend zur Sicherung Ihres Adressbuches, des Schlüsselbundes, der Internet Explorer-Einstellungen und -Favoriten, Ihrer Quicken-Finanzdaten und einiger anderer wesentlichen Daten.
Leider können Sie mit Backup Ihre Daten nicht auf interne oder externe Festplatten sichern, weswegen meine externe 20-GByte-FireWire-Festplatte von diesem Dienstprogramm einfach nicht genutzt werden kann. Otto Moerbeek hat einen netten Hack, mit dem sich Apples Backup ohne einen .Mac-Account verwenden lässt (http://www.drijf.net/dototto/).
Das Programm Backup wird auch in »Backups auf Reisen« [Hack #3] behandelt.
psync
Dan Kogais psync (http://www.dan.co.jp/cases/macosx/psync.html), das Teil der MacOSX::File-Perlmodul-Distribution ist (http://search.cpan.org/dist/MacOSX-File/), ist eine freie Open Source-Backup-Lösung. Das Befehlszeilen-Programm sichert Mac-Volumes, synchronisiert Verzeichnisse und kreiert bootfähige Datensicherungen. Derzeit kann es allerdings noch keine inkrementellen Backups lediglich geänderter Dateien anlegen. Es funktioniert hervorragend mit so ziemlich jedem Medium, das Sie ihm vor die Füße werfen, einschließlich NFS und Samba für Backups über ein Netzwerk.
psyncX
psyncX (http://sourceforge.net/projects/psyncx) ist die Aqua-Oberfläche für das Befehlszeilen-Programm psync. Der Paket-Installer von psyncX führt Sie sanft durch die Installation von psyncX und des zugrunde liegenden Kommandozeilen-Programms. Es beinhaltet einen praktischen Backup-Planer (siehe Abbildung 1-9), so dass Sie Ihre Daten selbst im Schlaf archivieren können - vorausgesetzt, Ihr Computer ist noch wach.
Daten sichern
Wenn Sie auf die psyncX-GUI lieber verzichten und psync stattdessen mit Hilfe der Kommandozeile oder regelmäßig über cron [Hack #53] starten wollen, so öffnen Sie zunächst das Terminal [Hack #48]. Geben Sie den psync-Befehl ein, und bestimmen Sie sowohl den Quellordner, den Sie sichern wollen, als auch das Zielverzeichnis für das Backup. Hiermit sichere ich meinen gesamten Documents-Ordner auf mein FireWire-Laufwerk:
% psync ~/Documents /Volumes/FireDas Zielverzeichnis sollte auf einer anderen Festplatte oder zumindest auf einer anderen Partition liegen; anderenfalls wird es Ihnen nicht viel helfen, wenn die Original-Partition oder -Festplatte kaputtgeht.
Um irgendetwas anderes als Ihr Home-Verzeichnis zu sichern, benötigen Sie Superuser-Rechte [Hack #50]; schließlich können Sie nichts sichern, auf das Sie nicht zugreifen dürfen. Verwenden Sie den Befehl su, um vorübergehend (nur für diesen Befehl) zum Superuser zu werden. Das folgende Beispiel sichert alle Daten des lokalen Laufwerks (das /-Verzeichnis und alles, was darin enthalten ist) auf ein anderes unter /Volumes/BackupDisk gemountetes Volume:
% sudo psync / /Volumes/BackupDiskBis Sie das Quellverzeichnis das nächste Mal in Ihr Zielverzeichnis sichern wollen, haben Sie vielleicht einige der ursprünglichen Dateien gelöscht - das Projekt ist beendet, und Sie wollen all seine Spuren verwischen. Wenn Sie diese Dateien wirklich nicht in Ihrem Backup-Verzeichnis haben wollen, sagen Sie psync, dass es die Dateien löschen soll, die im Ziel-, aber nicht im Quellverzeichnis existieren; bedienen Sie sich dazu der Option -d:
% psync -d ~/Documents/Projekte/Volumes/FireTesten des Backups
Um psync zu testen und sicherzustellen, dass es das Richtige tut, können Sie die Option -n wählen, wodurch Sie den Simulationsmodus aktivieren, in dem keine Daten kopiert werden. psync berichtet Ihnen nun, was es normalerweise tun würde, schreitet aber nicht wirklich zur Tat:
% sudo psync -n / /Volumes/BackupDiskEntferntes Backup
Um Ihre Daten auf ein anderes Dateisystem zu kopieren als auf eine gemountete Festplatte, verwenden Sie die Option -r, um den Modus für entfernte Backups einzuschalten:
% psync -r ~/Documents /Volumes/Windows_ShareDa sich entfernte Dateisysteme etwas anders verhalten als lokale Festplatten, speichert psync einige zusätzliche Informationen in einer Datei namens .psync.db.
Wiederherstellen eines Backups
Um Ihre Daten wiederherzustellen, vertauschen Sie einfach das Ziel- und das Quellverzeichnis - letztendlich synchronisieren bzw. kopieren Sie ja bloß. Der Befehl psync schaltet automatisch in den Modus für entfernte Backups um, wenn er die Datei .psync.db im Quellverzeichnis findet, und erlaubt nun, die Berechtigungs- und Eigentümerstruktur wiederherzustellen.
Weitere Fundstellen
- Retrospect Express Backup (erhältlich unter http://www.dantz.com/index.php3?SCREEN=reb_mac; 49 US-$) ist wahrscheinlich die am weitesten verbreitete, kommerzielle Backup-Lösung für den Macintosh.
- »Mit CVS Daten auf mehreren Rechnern verwalten« [Hack #60]
Hack #3 Backups auf Reisen
Die Kombination von .Mac-Diensten und 802.11b-Netzwerken ermöglicht die effektive Datensicherung aktueller Projekte, wenn Sie auf Reisen sind.
Zu Hause nehme ich die Datensicherung meines PowerBooks sehr genau. Aber manchmal bin ich mehrere Tage unterwegs, an denen ich bisher keine Backups erstellt habe. Früher habe ich eine solche Zeitspanne immer für akzeptabel gehalten, aber heutzutage ist jede Stunde Arbeit Gold wert, so dass ich meine alte Gewohnheit überdenke.
Ich will meine bestehende Backup-Strategie nicht ersetzen. Ich mag sie. Was ich wirklich will, ist, meine Arbeit auf Reisen vorübergehend archivieren zu können, um mich zwischen zwei Backups zu Hause abzusichern. Während ich über diese Situation nachdachte, fiel mir eine verlockende Konvergenz von Technologien ins Auge, die mir die Lösung brachte.
Backup als Teil der .Mac-Mitgliedschaft
Nachdem ich zahlendes .Mac-Mitglied wurde, schaute ich mir als Erstes die angebotenen Tools an. An dieser Stelle ist vor allem das Programm Backup (http://www.mac.com/) für uns interessant. Natürlich habe ich das Programm nicht als Gesamtlösung für meine Datensicherung gesehen, insbesondere, da die iDisk standardmäßig nur 100 MByte Speicherplatz bietet, aber ich sah die Möglichkeit, Backup für die zeitweise Aufbewahrung meiner Arbeitsdateien zu nutzen.
Der Reiz dieses neuen Programms liegt darin, dass ich einzelne Ordner auf meiner Festplatte bestimmen kann, die bei bestehender Netzwerkverbindung auf meine iDisk kopiert werden können. Am Ende jeder Arbeitseinheit klicke ich einfach auf den Backup Now-Button, und die aktuellen Versionen der ausgewählten Dateien werden auf meine iDisk kopiert (siehe Abbildung 1-10). Das heißt, dass meine wichtigsten Dateien nun nicht mehr tagelang dem Risiko des Datenverlustes ausgesetzt sind, sondern mehrmals täglich gesichert werden.
Die Log-Dateien für Backup sind leicht zugänglich und zeigen Ihnen an, ob Ihre Datensicherungen erfolgreich verlaufen sind. Ich empfehle Ihnen, innerhalb von Backup die Werkzeugleiste anzeigen zu lassen (View > Show Toolbar), damit Sie die Log-Dateien direkt über das Hauptfenster erreichen können. Denken Sie auch daran, nicht zu viele Dateien für Ihre Datensicherung auszuwählen, um das System möglichst einfach zu halten - die Übertragung dauert sonst zu lange und schränkt die Funktion als leicht zu benutzendes Sicherheitsnetz bei Ihrer täglichen Arbeit ein.
Größtenteils hat sich das Programm als sehr stabil erwiesen. Von Zeit zu Zeit erhalte ich eine merkwürdige Pop-up-Nachricht, dass ich .Mac-Mitglied werden müsse, um Backup nutzen zu können. Dann klicke ich einfach auf den Quit-Button, und Backup arbeitet wieder wie gewohnt.
Wenn Sie eine Datei wiederherstellen möchten - mit anderen Worten: von Ihrer iDisk zurück auf Ihren Rechner kopieren wollen -, wählen Sie einfach Restore from iDisk im View-Menü. Backup fragt Sie dann, ob Sie sicher sind, dass Sie Ihre vorhandene Datei durch die iDisk-Version ersetzen wollen, und kopiert die Datei anschließend wie gewünscht. Das funktionierte bei meinen Tests einwandfrei.
AirPort für drahtlose Backups
Ich schreibe immer häufiger außerhalb meines Büros und meiner Wohnung. Reisen bedeutet für mich, meine Dokumente in Cafés wie dem Starbucks, auf Flughäfen und an anderen fernen Orten zu bearbeiten. Da ich einen Laptop habe, beschäftigt mich die Frage, wie ich meine Arbeit sichere, wenn ich nicht zu Hause bei meiner externen FireWire-Festplatte bin.
Glücklicherweise sprießen überall 802.11b-Netzwerke aus dem Boden. Starbucks beispielsweise hat einen Vertrag mit T-Mobile International zur Einrichtung von Hotspots geschlossen (http://www.t-mobile.com/hotspot/) und bietet nun drahtlose Internetzugänge in den meisten US- sowie in den ersten deutschen Filialen an (http://www.starbucks.de/presse_366.html). Sie können ohne Vertrag einsteigen und für 2,99 US-$ 15 Minuten lang surfen, was mehr als ausreichend ist, um Ihre E-Mails abzurufen und ein Backup anzulegen. Falls Sie mehr Zeit benötigen, können Sie auch ein Monatsticket kaufen.
Diese Verbindungsart ändert alles. Wenn ich unterwegs eine Stunde bei Starbucks an einem Projekt arbeite, kann ich sofort, nachdem ich meinen großen Café Americano ausgetrunken habe, das Backup-Programm starten und meine aktualisierten Dateien auf meine iDisk kopieren. Und das schließt neue Browser-Bookmarks und Notizzettel ein.
Falls - was der Himmel verhüten möge - mein PowerBook jemals während des Betriebs den Geist aufgeben sollte, würde ich durch dieses Sicherungsverfahren nicht eine Stunde Arbeit verlieren.
Andere Medien
Backup kann Ihre Daten auch auf CDs sichern, was sich insbesondere für größere Archive anbietet. Für meine Zwecke unterwegs ist diese Möglichkeit nicht allzu interessant, denn wenn ich meinen Laptop verliere, stehen die Chancen nicht schlecht, dass auch die CDs mit der Tasche verschwinden.
Es liegt auf der Hand, dass CD-Archive einen zusätzlichen Schutz vor Festplattenfehlern bieten. Aber auch ein Backup auf einer externen Festplatte ist bereits ein guter Start.
Die Kosten der Sicherung
Das elegante System, das ich Ihnen soeben vorgestellt habe, ist flexibel und hat sich bisher als äußerst zuverlässig erwiesen. Aber es ist eine Annehmlichkeit, die Ihren Preis hat. Der kostenpflichtige .Mac-Account schlägt mit 99 US-$ pro Jahr zu Buche, der drahtlose Internetzugang unterwegs kostet zwischen 2,99 US-$ und 10 US-$ pro Sitzung, je nachdem, welchen Dienst Sie wählen. Ab und zu finden Sie vielleicht einen kostenlosen Access Point, aber im Allgemeinen müssen Sie damit rechnen, ein paar Euro für die Verbindung locker machen zu müssen.
Abschließende Gedanken
Die einzelnen Technologien sind für sich betrachtet keine bahnbrechenden Neuerungen, aber ich finde es interessant, diese Dienste zu kombinieren, um meine Bedürfnisse zu decken. Heutzutage ist bereits die Vorstellung entmutigend, auch nur eine Stunde produktiver Arbeit zu verlieren. Die Kombination der .Mac-Dienste mit einer 802.11b-Verbindung erlaubt es Ihnen nun, Ihre Projekte sogar unterwegs vor Datenverlust zu schützen.
Hack #4 Mit Archiven verschiedenster Art zurechtkommen: .img, .sit, .tar und .gz
In der heilen Welt des Mac OS 9 regierte einst ein einziges Kompressionsformat: Stuffit von Aladdin Systems. Mit Mac OS X und seiner BSD-Unix-Grundlage ist plötzlich ein ganzer Haufen neuer Kompressionstechnologien verfügbar, die bereits allesamt auf Ihrem System vorinstalliert sind.
Stuffit Expander, DropStuff und ihre Aladdin-Komparsen sind schon lange die ständigen Begleiter des Mac OS. Sie sind auf den Apple-CDs und vorinstallierten Macs enthalten. Noch nicht so lange dabei sind Unix-Utilities wie gzip, bzip2 und compress, die auch mit Mac OS X geliefert werden und über das Terminal erreichbar sind. Nehmen Sie dann noch Apples Disk-Image-Technologie dazu, die Archive erstellt, die sich wie auswerfbare Medien verhalten, und Sie haben es mit einer schier unglaublichen Fülle von Kompressions- und Archivierungslösungen zu tun.
.dmg und .img
Apple bietet in Form seines Disk Copy-Utilitys bereits seit etlichen Jahren eine Lösung zum Erstellen von Disk-Images an. Das Anlegen von Disk-Images ist eine banale Sache - öffnen Sie einfach Disk Copy, ziehen Sie einen Ordner auf das Programmfenster (siehe Abbildung 1-11), geben Sie an, ob das Image verschlüsselt werden soll, und wählen Sie anschließend, wo die resultierende Datei gespeichert werden soll (siehe Abbildung 1-12).
Das Erstellen von Image-Dateien bietet allerdings keine hohe Kompression, und Sie werden einige dmg.gz-Dateiendungen unter Ihren neuen Downloads entdecken. Das führt uns zu gzip und tar. gzip ist unter Unix ein ebensolcher Standard wie Stuffit beim Mac. Eigentlich ist es bloß ein Kompressionswerkzeug: Es archiviert nur einzelne Dateien, keine Dateiansammlungen wie Aladdins DropStuff, das auch in Mac OS X enthalten ist. Um doch mehrere Dateien gleichzeitig komprimieren zu können, wird gzip meistens mit einem anderen Utility namens tar kombiniert oder in Verbindung mit bereits bestehenden Disk-Images eingesetzt. Wenn Sie eine .dmg-Datei komprimieren wollen, die Sie gerade erstellt haben, wechseln Sie zum Terminal [Hack #48]:
gzip -9 Dateiname.dmgDieser Befehl wird das Image Dateiname.dmg automatisch mit maximaler Kompression in die Datei Dateiname.dmg.gz komprimieren. Wenn Sie die Option -9 weglassen, arbeitet gzip geringfügig schneller, erzeugt dafür aber auch eine größere Datei (-6 ist Standard). Alternativ können Sie mit Hilfe von tar (sehr gebräuchlich bei Unix-Downloads) Ihren gesamten ~/Documents-Ordner archivieren:
tar -cvf Dateiname.tar ~/DocumentsDas c gibt an, dass ein neues Archiv angelegt werden soll, das v hält uns über den Stand der Dinge auf dem Laufenden, und das f weist auf den Namen des fertigen Archivs hin - in diesem Fall Dateiname.tar. Schließlich geben wir an, was wir überhaupt archivieren wollen, nämlich ~/Documents. Wir könnten ganz einfach weitere Ordner oder Dateien archivieren, indem wir sie hinter das ursprüngliche ~/Documents setzen. Anders als gzip archiviert tar die Dateien nur - es komprimiert nichts selbst, ähnlich wie Apples Disk Copy. Um unser neues Archiv Dateiname.tar zu komprimieren, verwenden wir wieder gzip. Da tar und gzip so oft gemeinsam eingesetzt werden, können wir sie innerhalb eines Befehls kombinieren:
tar -cvzf Dateiname.tar.gz ~/DocumentsBeachten Sie, dass wir ein z-Flag gesetzt haben, das tar anweist, das fertige Archiv automatisch mit gzip zu komprimieren. Wir haben außerdem den endgültigen Dateinamen geändert, um seinen Status als komprimiertes Archiv widerzuspiegeln. Weitere Informationen zu diesen beiden Utilities erhalten Sie über das Terminal, indem Sie die Befehle man gzip und man tar eingeben.
bzip2
Während gzip eine Kompressionstechnik namens Lempel-Ziv verwendet, verfolgt bzip2 mit dem »Burrows-Wheeler block-sorting text-compression«-Algorithmus einen anderen Ansatz. Es ist ein wenig langsamer als gzip, erzeugt dafür aber oft kleinere Dateien (siehe Tabelle 1-1 am Ende dieses Hacks). Sein Gebrauch und die Kombination mit tar sind ähnlich wie bei gzip, wenn man immer die maximale Kompression bevorzugt:
tar -cvf Dateiname.tar ~/Documents bzip2 Dateiname.tarAndere Kompressionsverfahren
Während gzip bei Unix-Downloads derzeit verbreiteter ist, setzt sich bzip2 wegen seiner stärkeren Kompressionsrate nach und nach durch. Der Stuffit Expander kann bereits beide Formate extrahieren. Aber es gibt natürlich auch noch andere Kompressionsverfahren. Im Folgenden habe ich kurz die jeweilige Anwendungsweise umrissen - Sie finden weitere Informationen über ihren Gebrauch und die jeweiligen Spezifikationen, indem Sie im Terminal man compress, man zip oder man jar eingeben.
# Gebrauch des compress-Utilitys tar -cvf Dateiname.tar ~/Documents compress Dateiname.tar # dasselbe wie oben tar -cvZf Dateiname.tar.Z ~/Documents # Zip mit maximaler Kompression zip -r -9 Dateiname.zip ~/Documents # und jar (nützlich für Java-Anwendungen) jar cf Dateiname.zip ~/DocumentsVergessen Sie Stuffit nicht
Aladdin Systems erkannte, dass es einen Bedarf an einfach zu bedienenden Drag&Drop-Utilities geben würde, die in andere Formate komprimieren können als nur in das firmeneigene. Darum finden Sie in dem Verzeichnis /Programme/Dienstprogramme/Stuffit Lite (oder Stuffit Standard) die Utilities DropTar und DropZip. Die Bedienung erfolgt, wie Sie es erwarten: Ziehen Sie einfach die Dateien und Ordner, die Sie archivieren wollen, auf das jeweilige Programmsymbol oder -fenster. DropTar unterstützt sogar mehrere Kompressionsverfahren: bzip2, compress, gzip und das native Stuffit-Format.
Für Tabelle 1-1 haben wir mit den verschiedenen Utilities einen 100 MByte großen Ordner jeweils maximal komprimiert. Wenn Sie nach der kleinsten Dateigröße suchen, ist bzip2 die allererste Wahl, aber gzip bietet die größere Kompatibilität mit anderen Computersystemen (wenn Sie sich nur für Mac OS X interessieren, ist bzip2 aber eine gute Wahl). Seien Sie vorgewarnt: Verschiedene Dateitypen erzeugen mit den einzelnen Programmen unterschiedliche Ergebnisse. Im hier getesteten Fall bestand das Quellverzeichnis zu gleichen Teilen aus Text, Bildern und Binärdateien, aber Sie werden bei großen Textdateien oder vielen, sehr kleinen Dateien schwankende Ergebnisse feststellen.
Hack #5 Ein Zeilenumbruch ist ein Zeilenumbruch
Ein Zeilenumbruch ist ein Zeilenumbruch ist ein Zeilenumbruch, es sei denn, er ist es nicht. Merkwürdigerweise gibt es drei verschiedene Arten von Zeilen-umbrüchen in der modernen Computerwelt, und Mac OS X verwendet zwei davon.
Man könnte meinen, dass ein unschuldiger, kleiner Zeilenumbruch, der uns bloß mitteilt, wo ein Absatz beginnt und endet, ein relativ simples Stück Computertechnik sei. Unglücklicherweise hat es mit dem Zeilenumbruch aber wesentlich mehr auf sich, als man zunächst meinen dürfte.
Es gibt drei verschiedene Arten von Zeilenumbrüchen, die ursprünglich jeweils einem der großen Betriebssysteme zuzurechnen waren: Windows/DOS, Macintosh und Unix. Ein Dokument mit Mac-Zeilenumbrüchen sieht auf einem Windows-System grässlich aus, und ein Dokument mit Windows-Umbrüchen wird von Unix auch nicht korrekt interpretiert. Der Grund dafür besteht darin, wie der Zeilenumbruch erstellt wird. Der Mac bedient sich standardmäßig eines einfachen Carriage Returns (<CR>), dargestellt als \r. Unix hingegen verwendet einen einfachen Zeilenvorschub (<LF> für engl. line feed), dargestellt als \n. Windows geht einen Schritt weiter und verbindet beide (<CRLF>) zu der Kombination \r\n.
Um die Sache noch interessanter zu machen, funktionierten betriebssystemspezifische Zeilenumbrüche nur in ihrer angestammten Umgebung ordnungsgemäß. Windows verstand nur seine Brüder, Unix schnatterte alles andere aufgeregt an, und der Mac grinste nur wissend. Mac OS X hingegen versteht sowohl die ursprünglichen Mac- als auch die Unix-Zeilenumbrüche.
Dadurch kann einiges an Verwirrung entstehen, insbesondere, da die meisten Mac-Programme (d.h. fast alles, was die GUI von Mac OS X nutzt) Zeilenumbrüche im Mac-Stil lesen und schreiben, während alles, was im Terminal läuft (wie die gängigen Text-Editoren [Hack #51] vi, pico und Emacs) die Unix-Variante verwendet.
Zum Glück ist es ziemlich einfach, die Probleme zu lösen, die sich aus dieser dualen Geisteshaltung ergeben. Der erste Schritt ist festzustellen, dass Sie ein Problem haben. Angenommen, Sie haben mit SimpleText oder mit der Standardinstallation von BBEdit eine Textdatei gesichert. Wenn Sie versuchen, diese Datei in einem Shell-Editor wie vi zu öffnen, werden Sie statt des Erwarteten den folgenden Text sehen:
Dies sollte Zeile Eins sein.^MDies sollte in der zweiten Zeile stehen.Sehen Sie das widerliche ^M-Zeichen zwischen den beiden Sätzen? Das ist das Beste, was vi und die meisten anderen Unix-Programme aus einem Mac-Zeilenwechsel machen können. Wenn Sie umgekehrt eine in vi erstellte Textdatei mit SimpleText öffnen, werden Sie statt Zeilenumbrüchen kleine Rechtecke sehen. Es liegt auf der Hand, dass dadurch jeglicher Anlauf, sich als Dichter zu versuchen, bereits im Keim erstickt wird.
Es gibt aber einige Lösungen, die je nach Ihren Fähigkeiten und Wünschen Abhilfe schaffen. Als Erstes bietet es sich an, Ihren Text-Editor an Ihre häufigsten Bedürfnisse anzupassen. Wenn Sie ständig Dateien schreiben, die in der Shell benutzt werden, stellen Sie Ihren Text-Editor so ein, dass er Unix-Zeilenumbrüche speichert. In BBEdit von Bare Bones Software (http://www.barebones.com/), ein Editor, den Sie unbedingt haben sollten, können Sie das auf sehr einfache Art sowohl in der einzelnen Datei (siehe Abbildung 1-13) als auch global über BBEdits ultrakonfigurierbare Voreinstellungen tun (siehe Abbildung 1-14).
Wenn terminalbasierte Text-Editoren eher Ihr Ding sind, sollten Sie sich vim (für vi improved), eine verbesserte vi-Version anschauen: Es ist flexibel und unbegrenzt konfigurierbar, wenn es darum geht, Dateien verschiedener Formate zu bearbeiten. http://vim.sourceforge.net/htmldoc/usr_23.html liefert Ihnen mehr als genug Informationen zur Auswahl Ihres Zeilenumbruchs.
Wenn Sie eine weniger dauerhafte Lösung suchen, kann Ihnen ein einfacher Befehl einigen Ärger ersparen. Hier haben wir zwei einfache Perl-Einzeiler aufgelistet. Der erste übersetzt Mac-Zeilenwechsel in ihr Unix-Äquivalent, der zweite macht das Gleiche in umgekehrter Richtung. Sie werden feststellen, dass die Zeilenumbrüche durch dieselben Zeichen gekennzeichnet werden, die wir schon oben erwähnt haben:
perl -pi -e 's/\r/\n/g' Datei_mit_Mac_Zeilenumbrüchen.txt perl -pi -e 's/\n/\r/g' Datei_mit_Unix_Zeilenumbrüchen.txtFalls Sie jemals auf eine Datei mit Windows-Umbrüchen stoßen, können Sie sie mit Hilfe der folgenden Beispiele einfach in Ihr bevorzugtes Format umwandeln:
perl -pi -e 's/\r\n/\n/g' Datei_mit_Win_Zeilenumbrüchen.txt perl -pi -e 's/\r\n/\r/g' Datei_mit_Win_Zeilenumbrüchen.txtMit Hilfe der in diesem Hack vorgestellten Beispiele können Sie auch die nötigen Befehle zusammenstellen, um Mac- oder Unix-Zeilenumbrüche in das Windows-Format zu konvertieren.
Hack #6 Mit Type/Creator-Codes und Datei-Endungen jonglieren
Mac OS X verwendet Type- und Creator-Codes sowie Datei-Endungen, um zu entscheiden, mit welchem Programm eine Datei geöffnet wird.
Jede Datei in Mac OS X und früheren Mac OS-Versionen hat üblicherweise ein Type- und ein Creator-Attribut, die zusammen bestimmen, welches Programm die Datei öffnen soll. Eine .html-Datei kann beispielsweise einen Type (Art der Datei) und Creator (Programm, mit dem die Datei erstellt wurde) haben, die angeben, dass sie in Microsofts Internet Explorer geöffnet werden soll, während eine .mov-Datei andere Attribute haben wird, die vorschlagen, sie in QuickTime abzuspielen. Dateien haben auch andere Attribute, die zum Beispiel angeben, ob die Datei geschützt oder nicht-geschützt ist und wann sie erstellt bzw. bearbeitet wurde.
Im Gegensatz zu Windows benötigen Mac-Dateien keine Datei-Endungen, um die Verbindung mit einem Programm festzulegen. Eine Datei namens webcam kann ein JPEG-Bild sein, eine Text-Datei, die mit BBEdit geöffnet wird, oder sogar eine HTML-Datei, die dem Internet Explorer zugeordnet wird. Die Type- und Creater-Codes reichen über kleine Benennungsunterschiede weit hinaus.
Normalerweise benötigen Sie spezielle Software, um den Type und Creator ändern zu können, wodurch diese Aufgabe meist schwieriger (oder teurer) zu bewältigen ist, als Sie sich vielleicht erhofft haben. Langjährige Mac OS-Nutzer verwenden für solche Aufgaben das altehrwürdige ResEdit, um die Schmutzarbeit zu erledigen. Und wenn sie sowieso schon mal dabei sind, optimieren sie vielleicht eben noch ein paar andere Programmfunktionen.
Zum Glück können Sie die gleiche Arbeit auch sehr einfach im Terminal [Hack #48] erledigen, wenn Sie Apples Entwickler-Werkzeuge installiert haben.
Die einfachste Weise, den Type- und Creator-Code einer Datei zu ändern, besteht darin, eine Datei zu finden, die schon die richtigen Attribute verwendet, und diese als Orientierung für Ihre weitere Arbeit zu nutzen. Wenn Sie zum Beispiel eine Kopie von Apples Homepage (http://www.apple.com/de) als HTML-Datei namens Apple Home.html gespeichert haben, geben Sie das Folgende in ein Terminal-Fenster [Hack #48] ein, um den Type und Creator herauszufinden:
% /Developer/Tools/GetFileInfo "Apple Home.html"Die Antwort wird in etwa folgendermaßen aussehen:
file: "Apple Home.html" type: "TEXT" creator: "MSIE" attributes: avbstclinmed created: 08/08/2002 19:12:46 modified: 08/08/2002 19:12:46Jetzt wissen wir, dass einer Datei, die mit dem Internet Explorer verbunden werden soll, als Type TEXT und als Creator MSIE zugewiesen werden muss. Wenn Sie sich weitere Dateien anschauen, werden Sie feststellen, dass Type und Creator immer aus vier Buchstaben bestehen, die oft überhaupt keinen Sinn machen, wie zum Beispiel DBSE und FTCH, die nichts mit dem zu tun haben, was Sie vielleicht vermuten (die Zeichen gehören zu einer Extensis Portfolio-Datenbank).
Um eine andere Datei mit dem Internet Explorer zu koppeln, geben Sie Folgendes ein:
% /Developer/Tools/SetFile -c MSIE -t TEXT eine_andere_fDateiDa Mac OS X einen Unix-Unterbau hat, gibt es einige Dateien der Unix-Welt, die keinen Type und Creator haben. GetFileInfo zeigt in diesen Fällen leere Felder an:
% /Developer/Tools/GetFileInfo /usr/bin/vi file: "/usr/bin/vi" type: "" creator: "" attributes: avbstclinmed created: 11/11/2002 18:28:56 modified: 11/11/2002 18:28:56Interessanterweise wird eine Datei ohne Type- oder Creator-Eintrag trotzdem einem bestimmten Programm zugeordnet und mit diesem geöffnet. Nehmen Sie beispielsweise eine archivierte Kopie des Perl 5.8-Quellcodes, den wir frisch aus dem Netz geladen haben:
% /Developer/Tools/GetFileInfo perl-5.8.0.tar.gz file: "perl-5.8.0.tar.gz" type: "" creator: ""Obwohl keine Type- und Creator-Attribute vorhanden sind, sehen Sie im Finder, dass tar.gz trotzdem mit dem Stuffit Expander verbunden wird (siehe Abbildung 1-15).
Die Gründe dafür sind einfach: Wenn eine Datei Type- und Creator-Codes hat, werden sie genutzt. Wenn nicht, schaut sich Mac OS X die Dateiendung an - genau wie Windows -, um herauszufinden, wozu die Datei gehört. Benennen Sie die Datei perl-5.8.0.tar.gz in perl-5.8.0 um, dann ist Mac OS X verloren; das Stuffit Expander-Icon verwandelt sich augenblicklich in ein leeres Blatt.
Gewappnet mit all dem Wissen über Type- und Creator-Codes, können Sie das Problem aber einfach lösen. Eine mit gzip komprimierte Datei hat den Type-Code Gzip und SITx als Creator; ändern Sie die Codes in der Kommandozeile, und alles ist wieder wie gehabt:
% /Developer/Tools/SetFile -c SITx -t Gzip perl-5.8.0Nachdem Sie jetzt den Type und Creator definiert haben, können Sie die Datei nach Belieben umbenennen und jede Endung anfügen, die Ihnen gefällt. Trotzdem wird die Datei weiterhin vom Stuffit Expander geöffnet.
Weitere Fundstellen
- Um Details zu GetFileInfo und SetFile zu erhalten, geben Sie im Terminal [Hack #48] man GetFileInfo bzw. man SetFile ein.
Hack #7 Geschützte und ungeschützte Dateien
Seit Jahren können Sie mit dem Mac-Betriebssystem Dateien und Ordner gegen versehentliches Löschen oder Ändern schützen. In Mac OS X haben Sie dieselbe Möglichkeit: sowohl im Finder als auch in der Shell.
Wenn sich Freunde und Verwandte mit etwas wirklich auskennen, dann damit, ausgerechnet die eine Datei zu finden, an der Sie so elend lange gearbeitet haben, und diese dann völlig unabsichtlich zu löschen. Seit vielen Jahren besteht Apples erste Verteidigungsmaßnahme gegen solches Verhalten darin, eine Datei zu schützen, so dass sie nicht mehr gelöscht oder verändert werden kann, wenn der Schutz nicht eigens wieder aufgehoben wird.
Diese Funktion besteht auch weiterhin in Mac OS X und gilt sogar für den root-Benutzer (geschützte Dateien können nicht gelöscht werden, ohne dass Sie zuvor den Schutz aufheben, basta!). Langjährige Mac-Nutzer sind mit dem folgenden Prozess vertraut, eine Datei oder einen Ordner mit Hilfe des Finders zu schützen:
Die beiden folgenden Shell-Befehle haben jeweils den gleichen Effekt:
% chflags uchg Dateiname.txt % /Developer/Tools/SetFile -a L Dateiname.txtDas chflags-Utility ist Teil der Mac OS X-Standardinstallation und ändert das uchg-Flag einer Datei, das die Veränderbarkeit der Datei festlegt (in Worten: »Diese Datei kann nicht geändert werden«). chflags kann nur von einem Superuser oder dem Datei-Eigentümer ausgeführt werden. SetFile ist ein Dienstprogramm, das Teil der Entwickler-Werkzeuge ist und Dateiattribute bearbeitet (Attribute und Flags können als äquivalent betrachtet werden). In diesem Falle geben Sie an, dass das Datei-Attribut Geschützt (-a L) festgelegt werden soll.
Im Finder erkennen Sie eine geschützte Datei daran, dass in der linken, unteren Ecke des normalen Dateisymbols ein kleines Vorhängeschloss zu sehen ist (siehe Abbildung 1-16).
Im Terminal [Hack #48] können Sie ls -ol eingeben (o, um die Datei-Flags anzuzeigen, und l, um eine detailliertere Liste zu erhalten). Jede Datei mit dem uchg-Flag ist geschützt:
% ls -ol Dateiname.txt -rw-r--r-- 1 morbus staff uchg 0 Dec 4 01:07 Dateiname.txtDas Aufheben des Schutzes funktioniert genau umgekehrt. Entweder entfernen Sie das entsprechende Häkchen im Info-Fenster der Datei, oder Sie geben einen der folgenden Shell-Befehle ein:
% chflags nouchg Dateiname.txt % /Developer/Tools/SetFile -a l Dateiname.txtDas ist nicht wirklich überraschend an dieser Stelle. Um ein uchg- oder irgendein anderes Datei-Flag mit Hilfe des chflags-Utilitys aufzuheben, setzen Sie vor das Flag einfach ein no. Wenn Sie SetFile verwenden, ändern Sie einfach die Groß- und Kleinschreibung des Attributzeichens; Großbuchstaben fügen das Flag zu einer Datei hinzu, Kleinbuchstaben entfernen es.
Weitere Fundstellen
- Um Details über chflags und SetFile zu erhalten, geben Sie im Terminal [Hack #48] man chflags bzw. man SetFile ein.
Hack #8 Sturer Papierkorb, klemmende Images und festhängende CDs
Ab und zu brauchen Sie ein wenig Know-how, um den Papierkorb zu leeren oder eine CD auszuwerfen; hier erfahren Sie, wann das passiert und was Sie tun können.
So selten es auch geschehen mag, aber es gibt Zeiten, in denen Mac OS X ein wenig überschnappt und keine CDs oder DVDs auswirft, Disk-Images nicht unmountet oder den Papierkorb nicht mehr leert. Oft können Sie diese Probleme mit ein wenig Geduld wieder in den Griff bekommen, indem Sie den Finder neu starten, sich ab- und wieder anmelden oder Ihren Mac schlimmstenfalls neu starten. Manchmal aber lässt sich die klemmende CD/DVD oder das Image einfach nicht bewegen, oder der Mülleimer lässt sich trotz aller Versuche nicht entleeren.
Sturer Papierkorb
Es ist gut fürs Herz, sich gelegentlich um den Haushalt zu kümmern. Dazu gehört auch, den Papierkorb zu entleeren, um Ihrem Mac wieder mehr Festplattenspeicher freizumachen. Normalerweise geht das ganz einfach, indem Sie im Finder-Menü Finder > Papierkorb entleeren . . . wählen oder die Tasten b-Umschalt-Löschen drücken. Trotzdem kann es manchmal passieren, dass eine Datei oder ein Ordner nicht verschwindet.
Verschaffen wir uns erst einmal ein wenig Hintergrundwissen über den sagenumwobenen Papierkorb. Jede Datei, die Sie löschen, wird in einen Ordner Ihres Home-Verzeichnisses namens .Trash verschoben:
% ls -al total 48 drwxr-xr-x 20 weimengl staff 680 Dec 14 12:35 . drwxrwxr-t 8 root wheel 272 Dec 10 09:30 .. drwx------ 6 weimengl staff 204 Dec 14 12:55 .Trash ...Um einen Blick in den Papierkorb zu werfen, öffnen Sie einfach ein Terminal [Hack #48]-Fenster, navigieren zum Verzeichnis .Trash und listen die enthaltenen Dateien auf:
% cd .Trash % ls -alUm den Papierkorb zu leeren, machen Sie nichts anderes, als den Inhalt des Ordners .Trash zu löschen.
In Verwendung
Auch wenn eine Datei in den Papierkorb verschoben wurde, kann sie immer noch von einem Programm verwendet werden (siehe Abbildung 1-17).
Die Lösung ist, das Programm zu finden, das die Datei benutzt, und das entsprechende Programm zu beenden oder zumindest die Datei zu schließen. Versuchen Sie jetzt noch einmal, den Papierkorb zu leeren. Wenn das das Problem war, sollte er sich nun ohne Probleme leeren lassen.
Wenn sich einfach nicht herausfinden lässt, welches Programm die Datei immer noch verwendet, und Sie bereits fast alle Anwendungen beendet haben, öffnen Sie das Terminal und nutzen den fstat-Befehl (für Datei-Status), um das störende Programm zu ermitteln:
% fstat .Trash/Datei1 USER CMD PID FD INUM MODE SZ|DV R/W MOUNT NAME weimengl LaunchCFMA 2070 30 347708 -rw-r--r-- 31974 rw / .Trash/Datei1Merken Sie sich die PID (Prozess-ID) des Programms, das unsere Datei als Geisel genommen hat. Lassen Sie uns nun schauen, welches Programm sich hinter der PID versteckt, indem wir den Befehl ps (Prozess-Status) verwenden. Das Argument -p 2070 gibt die Prozess-ID an, und -w bewirkt, dass die ersten 132 Zeichen des Prozessnamens angezeigt werden.
% ps -wp 2070 PID TT STAT TIME COMMAND 2070 ?? S 23:47.77 /Applications/Microsoft Office X/Microsoft Word / Applications/Microsoft Office X/Microsoft Word -psn_0_18Jetzt haben wir's! Es ist Microsoft Word. Beenden Sie das Programm, und leeren Sie erneut den Papierkorb.
Geschützt
Ein anderes Problem, das von Zeit zu Zeit auftaucht, sind geschützte Dateien [Hack #7] im Papierkorb. Obwohl Sie eigentlich nicht einmal in der Lage sein sollten, eine geschützte Datei in den Papierkorb zu befördern, kommt dies doch manchmal vor. Schauen Sie mit Hilfe des Finders im Papierkorb nach, ob die problematische Datei geschützt ist (neben dem Icon sitzt ein kleines Schloss), wie in Abbildung 1-18 gezeigt.
Um den Schutz einer Datei aufzuheben, wählen Sie Ablage > Information einblenden oder drücken b-I, um das Datei-Informationsfenster aufzurufen (siehe Abbildung 1-19). Wenn das Optionsfeld Geschützt mit einem Häkchen markiert ist, klicken Sie darauf, um den Schutz aufzuheben.
Falls sich der Dateischutz so nicht aufheben lässt, probieren Sie die Tipps im Abschnitt »Geschützte und ungeschützte Dateien« [Hack #7] aus.
Berechtigungen
Eine andere Möglichkeit könnte sein, dass die Datei in Ihrem Papierkorb nicht Ihnen gehört. Sie müssen dann die Berechtigungen ändern oder sich zum Eigentümer der Datei machen [Hack #49], bevor Sie den Papierkorb vollständig leeren können.
rm
Die Datei ist immer noch da und lässt sich nicht bewegen? Versuchen Sie einfach, die Problemdatei(en) mit dem Befehl rm [Hack #48] zu löschen:
% rm ~/.Trash/EineDatei.rtfWenn das keinen Effekt zeigt oder wenn Mac OS X irgendetwas anderes bemängelt, erzwingen Sie den Vorgang mit der Option -f:
% rm -f ~/.Trash/EineDatei.rtfWenn Sie Probleme mit einer ganzen Hierarchie von Ordnern und Dateien haben, können Sie alle Dateien im Papierkorb rekursiv löschen, wobei sudo eventuelle Berechtigungsprobleme aus dem Weg räumt, -i eine interaktive Abfrage zum Löschen der einzelnen Elemente startet und -r dafür sorgt, dass die gesamte Hierarchie gelöscht wird:
% sudo rm -ri ~/.Trash/* remove /Users/weimengl/.Trash/EineDatei.rtf? ySeien Sie gewarnt! Die meisten Unix-Bücher warnen Sie vor den katastrophalen Folgen, die es haben kann, wenn Sie nicht vorsichtig mit der Kombination rm -r umgehen, und auch ich komme nicht umhin. Stellen Sie sich die Folgen eines versehentlich gesetzten Leerzeichens vor: sudo rm -rf ~/. Trash; damit löschen Sie den gesamten Inhalt Ihres Home-Verzeichnisses. Wenn Sie also irgendetwas löschen wollen, denken Sie zweimal nach, bevor Sie die Eingabetaste drücken.
Klemmendes Image
Sie haben b-E gedrückt und das gemountete Disk-Image auf den Papierkorb gezogen, bis Sie schwarz wurden, aber es will einfach nicht verschwinden. Keine Fehlermeldungen, keine anderen Probleme, nichts; es ignoriert einfach Ihre Versuche, es auszuwerfen.
Das ist normalerweise eine der Situationen, die Sie am besten in den Griff bekommen, indem Sie sich aus- und wieder einloggen, den Finder neu starten oder den Rechner rebooten. Es ist sicherer für die Daten auf dem Image, wenn Sie es vermeiden, auf Brute-Force-Taktiken umzusteigen.
Festhängende CD/DVD
Das Einziehen und Auswerfen von CDs und DVDs wird bei allen aktuellen Macs vom Betriebssystem erledigt statt von einem physikalischen Auswurfknopf, wie man ihn üblicherweise bei anderen Systemen findet. Windows-Benutzer kann man immer wieder dabei erwischen, wie sie nervös auf den CD-Auswurfknopf schielen - ich muss zugeben, dass ich es genauso gemacht habe. Was machen wir also, wenn die CD nicht ausgeworfen wird?
Das Erste, was wir tun können, ist, die immer griffbereite Büroklammer rauszuholen, das Werkzeug der Wahl für die neue Mac-Generation. Oh, Sie haben gerade keine da? Schande über Sie! Okay, es gibt auch noch einen anderen Weg, solange es kein physikalischer Fehler ist, der verhindert, dass Ihre CD/DVD ausgeworfen wird. Öffnen Sie das Terminal, und verwenden Sie den Befehl df, um die Dateisystem-ID Ihrer CD/DVD zu finden:
% df -l Filesystem 512-blocks Used Avail Capacity Mounted on /dev/disk0s9 120091280 31348032 88231248 26% / fdesc 2 2 0 100% /dev /dev/disk1s1s2 614256 478912 135344 77% /Volumes/A CDIn meinem Fall ist die CD als disk1s1s2 gemountet. Um die CD auszuwerfen, nehmen Sie das Utility disktool und geben ihm die Dateisystem-ID:
% disktool -e disk1s1s2 disk1s1s2 device will attempt to be ejected ... ***Notifications Complete for type 1 ***Disk Unmounted('disk1') ***Disk Unmounted('disk1s1s1') ***Disk Unmounted('disk1s1') ***Responding yes to unmount - disk1s1s2 ***Disk Unmounted('disk1s1s2') ***Responding yes to eject - disk1 ***Responding yes to eject - disk1s1s1 ***Responding yes to eject - disk1s1s2 ***Responding yes to eject - disk1s1 ***Disk Ejected('disk1') ***Disk Ejected('disk1s1s1') ***Disk Ejected('disk1s1s2')Jetzt sollte Ihre CD/DVD ausgeworfen werden.
Hack #9 Aliase, Symlinks und Hardlinks
Das Herumprobieren mit Aliasen, Symlinks und Hardlinks fördert einige interessante Vermengungen der Mac-GUI und ihrer Unix-Grundlagen zu Tage.
Aliase (d.h. Shortcuts oder Verknüpfungen, wenn Sie aus der Windows-Welt kommen) sind notwendig, wenn Sie Ihre Dateien an mehr als einem Ort ablegen wollen oder schnellen Zugriff auf bestimmte Gruppen von Programmen oder Dateien benötigen. Ein Alias ist eine Art Trampelpfad zu der Originaldatei, der sich automatisch anpasst, wenn sich der Ort der Originaldatei ändert. In Mac OS 9 war es üblich, Aliase Ihrer meist-gebrauchten Programme und Ordner auf dem Schreibtisch, im Apfelmenü oder an beiden Stellen abzulegen. Heute ist es dank des Docks und einiger Dock-Alternativen [Hack #36] eigentlich nicht mehr nötig, Ihr Apple-Menü oder den Schreibtisch mit Aliasen zu pflastern.
Das heißt aber nicht, dass Mac OS X keine Aliase kennt. Markieren Sie einfach eine Datei, einen Ordner oder ein Programm, und wählen Sie Ablage > Alias erzeugen, oder drücken Sie b-L (unter Mac OS 9 war es noch b-M, was jetzt das aktuelle Fenster minimiert).
Da Mac OS X eine Vermengung der Mac- und Unix-Welten ist, gibt es einige interessante Verstrickungen, wenn es darum geht, die Ablageorte von Dateien und ihren Aliasen auf dem Laufenden zu halten. Mac OS X versteht sich hervorragend darin, die Details schönzufärben. Das heißt aber nicht, dass es sich nicht lohnen würde, ein bisschen herumzuspielen.
Die Aliase der Unix-Welt - eigentlich Links genannt - gibt es in zwei Ausführungen: als Hard- und als Softlink (oder auch symbolischer Link genannt). Bei Hardlinks bezeichnen zwei oder mehr Dateinamen dieselben Daten auf der Festplatte; zum Beispiel mein Haus, unser Haus und das Haus, in dem ich lebe. Ein symbolischer Link (auch Softlink oder Symlink genannt) ist eine vom Original zu unterscheidende, zusätzliche Datei, die nichts anderes als einen Verweis auf das Original beinhaltet; denken Sie an Adressbücher, Wegweiser oder Kontonummern. Entfernen Sie einen von zwei Hardlinks oder einen Symlink, und Ihre Daten existieren noch. Löschen Sie den letzten Hardlink, ist das Original verloren.
Der Befehl ln erstellt und ändert Links mit Hilfe der Kommandozeile des Terminals [Hack #48]. Abbildung 1-20 zeigt, wie ich die Datei original erzeuge und anschließend je einen Hard- und einen Symlink erstelle. Beachten Sie, dass der ursprüngliche Alias auf dem Schreibtisch mit der Funktion Alias erstellen im Finder erstellt wurde.
Wie Sie im Informationsfenster sehen, erkennt Mac OS X keinen Unterschied zwischen einem auf der Kommandozeile erzeugten Symlink und einem Alias, das mit Hilfe des Menüpunktes Alias erstellen im Finder angelegt worden ist. Allerdings gilt diese Aussage nicht für die Kommandozeile; der ursprüngliche Alias ist eine komplett andere Datei. Bearbeiten Sie sie, und Sie werden sehen, dass Sie weder die Originaldatei angerührt haben, noch hat die Bearbeitung irgendeinen Effekt auf die GUI-Darstellung der Datei original alias. Mac OS X scheint sich nur dafür zu interessieren, dass es sich um einen Alias der GUI-Seite handelt, während die Unix-Seite den Alias wie eine normale Datei behandelt.
Das erneute Anfassen der Original-Datei (touch original) ändert wie erwartet nur den Zeitstempel des Originals und des Hardlinks, da es sich bei den beiden um dieselbe Datei handelt.
Hack #10 Zuletzt benutzte Dateinamen
Mac OS X hat ein paar eigenartige Verfahren, sich die zuletzt benutzten Dateien zu merken.
Wussten Sie, dass Mac OS X-Programme sich eigentlich nicht die Namen Ihrer zuletzt geöffneten Dateien merken? Das heißt nicht, dass sie nicht abrufen würden, was Sie jüngst bearbeitet haben; schließlich arbeitet die Funktion Benutzte Objekte ziemlich gut.
Was sich das Programm merkt, ist der Ort der Datei auf Ihrer Festplatte. Benennen Sie die Datei um. Ändern Sie die Dateiendung. Verschieben Sie die Datei an einen ganz anderen Ort. Solange die Datei auf derselben Festplatte bleibt (Inodes werden nicht von einer Festplatte zur anderen übertragen), sollte sie Ihr Programm finden, wenn Sie das nächste Mal nach den zuletzt benutzten Dateien suchen.
Die genaue Implementierung variiert von Programm zu Programm. Nachdem ich auf meinem Schreibtisch eine Datei namens EineDatei.txt erstellt hatte, machte ich ein paar Experimente. Nach allen möglichen Verschiebungen und Umbenennungen führte BBEdit die Datei immer noch als Hard Drive:Users:rael:Desktop:EineDatei.txt auf. Preview bemerkte eine Umbenennung von EineDatei.tiff in EineAndereDatei.tiff. Microsoft Word bestand wie BBEdit darauf, dass EineDatei.doc immer noch EineDatei.doc wäre, obwohl ich sie in EineAndereDatei.doc umbenannt und an einen anderen Ort verschoben hatte.
Warum ist das hilfreich? Angenommen, Sie haben ein wunderbares Gedicht geschrieben, es kurz vor der Landung Ihres Flugzeugs gerade noch eilig gesichert, es später in etwas Geeigneteres als Unbenannt1.doc umbenannt und schießlich irgendwo andershin verschoben. Natürlich könnte Sherlock die Datei finden, wenn Sie nach Inhalt, Änderungsdatum oder Dokumentart suchen. Aber es ist doch viel bequemer, schnell das Programm zu öffnen, mit dem Sie an Ihrem Werk gearbeitet haben, die fragliche Datei aus der Liste der zuletzt geöffneten Dateien auszuwählen und damit sofort wieder im Rennen zu sein.
Hack #11 Den Inhalt eines .app-Pakets inspizieren
Wenn Sie schon Mac OS 9 tiefer gelegt und mit Alufelgen ausgestattet haben, dann gab es eine Software, die Sie einfach haben mussten: ResEdit, Apples altehrwürdiges, nicht unterstütztes, Benutz-es-auf-eigenes-Risiko Utility. ResEdit funktioniert unter Mac OS X zwar nicht mehr, dafür lassen sich jetzt aber Pakete bearbeiten.
In früheren Versionen des Mac OS konnten Dateien aus Datenzweigen und Ressourcenzweigen bestehen. Der Datenzweig stellte das zähflüssige Innere dar, während der Ressourcenzweig sozusagen für die Kontakte zur Außenwelt zuständig war: Dort wurden Thumbnails gespeichert, Bearbeitungsinformationen von Programmen wie BBEdit, Programm-Widgets wie Fenster-Layouts, Bilder für die Benutzeroberfläche und vieles mehr. Mit Apples ResEdit konnten Sie sehr einfach auf den Ressourcenzweig zugreifen und alles Mögliche ändern. Es war damit nicht einfach, den Code eines Programms zu ändern, aber es war kinderleicht, die Benutzeroberfläche zu überholen.
In Mac OS X mit seinen BSD-Wurzeln werden Ressourcenzweige für Programme kaum eingesetzt, wodurch ResEdit überflüssig geworden ist. Stattdessen haben wir heute Pakete bzw. Dateien, die die Endung .app tragen. Es sind bereits unzählige .app-Dateien über Ihr gesamtes Mac OS X-System verteilt - Sie wissen es vielleicht nur noch nicht. Nehmen Sie beispielsweise Apples beliebtes Mail-Programm. Es sitzt unschuldig in Ihrem Programme-Ordner und verhält sich wie eine einzelne Datei. In Wirklichkeit ist sein richtiger Name aber Mail.app; das .app wird nicht dargestellt (Sie können das aber überprüfen, indem Sie das Info-Fenster aufrufen).
Das Reizvolle an .app-Dateien ist, dass sie in Wahrheit eine besondere Art von Ordner namens Package bzw. Paket sind; sie beherbergen einen großen Teil der Einstellungen, die auch im Ressourcenzweig eines Mac OS 9-Programms zu finden sind. Und was sogar noch besser ist: Sie benötigen kein spezielles Dienstprogramm wie ResEdit, um mit der Fummelei zu beginnen; klicken Sie einfach mit gehaltener Control-Taste auf eine .app-Datei, und wählen Sie Paketinhalt zeigen, wie in Abbildung 1-21 zu sehen.
Sobald Sie im Paket-Ordner Contents sind, finden Sie einen Unterordner namens Resources (siehe Abbildung 1-22). Wenn Sie noch einen letzten Beweis gesucht haben, dass die Paketbearbeitung dem Hacken mit ResEdit ähnelt, dann ist diese Namensgebung Ihr Beleg. Im Falle von Apples Mail-Programm können wir eine größere Anzahl Bilddateien ausmachen, die jeweils für verschiedene visuelle Elemente benötigt werden, die Sie im normalen Gebrauch des Programms sehen, sowie ein paar .plist-, .toolbar- und .nib-Dateien.
Die .tiff- und .icns-Dateien sind eindeutig; bearbeiten Sie sie mit einem Grafikprogramm Ihrer Wahl, starten Sie Mail neu, und Sie werden Ihre Änderungen sehen. .plist-Dateien sind das Äquivalent der Einstellungen; normalerweise gibt es im Programm selbst ein grafisches Frontend, um darauf zuzugreifen (aber nicht immer - im Falle von Mail können Sie urlPrefixes.plist bearbeiten, um mehr anklickbare Texte in Ihre Nachrichten zu integrieren, oder Colors.plist, um die Farbgebung zweier weiterer Zitatebenen festzulegen).
Die .nib- und .string-Dateien, die deutschsprachige Benutzer im Ordner German.lproj finden, sind für einige Aspekte der Benutzeroberfläche des fraglichen Programms verantwortlich. Sie erhalten diese Nachrichten nicht bei allen Paketen, die Sie öffnen (beispielsweise nicht bei iTunes), aber im Falle von Mail können Sie verrückt dabei werden, Warnmeldungen wie die folgende in Prefs.strings zu ändern (vielleicht in das brutalere »Du hast es verbockt, Idiot!«):
/* Title of panel shown when the user tries to enter an empty hostname for an account */ "INVALID_SMTP_HOST_TITLE" = "Ungültiger SMTP-Host-Name";Andererseits können Sie irgendeine der zahlreichen .nib-Dateien öffnen und die Darstellung Ihres Programms komplett ändern, wenn Sie sich mit Apples Interface Builder auskennen (wird mit den Apple Developer Tools [Hack #55] installiert).
Genau wie bei der Arbeit mit ResEdit sollten Sie sicherheitshalber ein Backup anlegen, bevor Sie irgendetwas anderes tun, als nur ein bisschen herumzuschnuppern (und beim Rumschnuppern werden die besten Entdeckungen gemacht, wie zum Beispiel die Möglichkeit, die lästige Chrom-Oberfläche [Hack #47] einer glänzenden iApp zu entfernen, neue Bretter oder Figuren für Chess anzulegen oder die Standard-Suchmaschine des Internet Explorers zu ändern).
Hack #12 Öffnen von Microsoft Word-Dokumenten ohne Microsoft Word
Der Text jedes beliebigen Microsoft Word-Dokuments lässt sich mit Hilfe eines kleinen, kostenlosen Dienstprogramms und etwas Open Source-Know-how sehr einfach darstellen.
Sie öffnen eine harmlose E-Mail einer lange verschollenen Verwandten, die ein unheimlich wichtiges Dokument enthält. »Jetzt öffnen!« ruft die Mail und versucht Ihnen vorzugaukeln, dass sie nicht bloß nett gemeinten Spam beinhaltet. Dummerweise ist die angehängte Datei ein Microsoft Word-Dokument, und Sie haben immer noch nicht das Geld für die Mac OS X-Version des Office-Pakets zusammen. Wie können Sie sie lesen? Laufen Sie los und besorgen Sie sich eine aufwendige Word-Alternative wie AbiWord oder AppleWorks, oder laden Sie ein kostenloses 300-KBit-Utility aus dem Netz?
Ausgekochte Benutzer wissen, dass sich jede Datei, die irgendwann einmal erstellt wurde, in einem ganz gewöhnlichen Text-Editor öffnen lässt. Ob Sie dabei irgendetwas Sinnvolles erhalten, hängt vom jeweiligen Dokument ab, aber meistens können Sie zumindest den groben Inhalt eines Word-Dokuments erkennen, wenn Sie es dazu auf Ihren Text-Editor ziehen (siehe Abbildung 1-23). In einigen Fällen erhalten Sie auf diese Weise sogar Informationen, die nicht für Sie gedacht waren, zum Beispiel den Ort auf der Festplatte, wo die Datei ursprünglich gesichert wurde.
Aber ich schweife ab. Das Öffnen von Word-Dokumenten mit BBEdit oder TextEdit (oder für Liebhaber der Shell [Hack #48] sogar mit vi, pico oder Emacs) ist ein Hack ersten Ranges - einer, den wir sicher auch ohne unser geliebtes Mac OS X erledigen könnten. Hier kommt nun AntiWordService (http://www.devon-technologies.com/) von DEVONtechnologies ins Spiel. Es ist eine sehr kleine und leicht zu installierende Freeware, mit deren Hilfe jedes beliebige Cocoa-Programm Microsoft Word-Dokumente öffnen kann. Laden Sie das Programm auf Ihre Festplatte, ziehen Sie es in den Ordner ~/Library/Services, loggen Sie sich aus und wieder ein, und ziehen Sie die heimtückische .doc-Datei auf das TextEdit-Icon. Bingo! Augenblicklich erscheint Klartext. Er ist nicht perfekt, wie die Dokumentation eingesteht: Sie werden nur Klartext erhalten, keine Bilder und Formatierungen. Aber in den meisten Fällen ist das mehr als genug; schließlich öffnen Sie ein Word-Dokument, das, wie der Name schon sagt, vor allem Worte transportieren soll.
Bemerkenswert an AntiWordService ist, dass es die perfekte Kombination der Mac OS X-typischen einfachen Bedienbarkeit und der Leistungsfähigkeit von Unix darstellt, das wahrscheinlich für die nächsten fünfzehn Jahre Teil des Apple-Betriebssystem sein wird. Genau genommen ist AntiWordService nur eine Mac OS X-Verpackung für ein Open Source-Shell-Utility namens antiword (http://antiword.cjb.net/), das für insgesamt zehn Betriebssysteme erhältlich ist. Sie finden außerdem zwei weitere Mac OS X-Utilities, die auf antiword basieren: antiword port (http://www.ronaldo.com/projects/antiword/) von Ronaldo Nascimento und DOCtor (http://www.stone.com/DOCtor/) von Stone Design. Von den drei Mac OS X-Varianten integriert sich AntiWordService am besten in die tägliche Arbeit, da es den Übersetzungsvorgang komplett vor Ihnen versteckt.
1Zur deutschen Lokalisierung: Beachten Sie, dass die Kommandozeile im Gegensatz zum Finder kein Deutsch spricht. Ihr Ordner Benutzer > sarah > Bilder auf dem Schreibtisch beispielsweise entspricht dem Unix-Verzeichnis Users/sarah/Pictures.
2Hier sehen Sie wieder, dass Ordnernamen, die im Finder deutsch sind, auf der Unix-Ebene englischen Verzeichnissen entsprechen.
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