Selbstverständlich waren wir auch dieses Jahr wieder mit einem Stand
auf dem LinuxTag in Stuttgart vertreten. Wir haben wieder keine Kosten und Mühen gescheut,
unsere gesamte Menagerie mitzubringen: die steigenden Pferde ebenso wie das bockende, den
Koboldmaki, das Gnu, die Fledermaus, um nur einige zu nennen. Viele Messebesucher haben die
Möglichkeit genutzt, auch scheuere Exemplare in Ruhe aus der Nähe zu betrachten. Sogar das
neue Kamel, die Übersetzung der dritten Auflage von
Programming Perl, konnten wir direkt aus der Druckerei angeliefert
präsentieren. Es ist ab Mitte des Monats auch im Buchhandel erhältlich, ebenso wie die
englischen Neuerscheinungen, die auf großes Interesse stießen besonders das bockende
Pferd (die zweite Auflage des Linux Device Drivers) und
ein Huhn (das Java Cookbook).
Die Besucher konnten Fragen und Anregungen direkt bei
den Verlagsmitarbeitern aus den verschiedenen Abteilungen loswerden und mit den Lektoren
über Buchideen oder wichtige neue Themen diskutieren. Ein Besuch am O'Reilly-Stand lohnt
sich in jedem Fall, diesmal gab es Exemplare des "Anatomy of a Linux System"-Posters und
rote, schlanke Dosen mit einem Pfau drauf und Cola drin.
Daß es bei uns am Stand einiges zu sehen und mitzunehmen gibt, haben Sie vielleicht
erwartet, aber daß man bei uns auch berühmt werden kann, wußten Sie sicher nicht (es sei
denn, Sie haben die Ankündigung auf unserer Website gelesen). "Instant Fame" versprachen
unsere Plakate und nicht wenige nutzten diese Chance und füllten die Bestellkarte für
The Root Of All Evil, den im Herbst erscheinenden
dritten Band des User Friendly-Comics, aus. Aber nur einer konnte gewinnen, es ist Jürgen
Bierlein aus Hockenheim. Er wird als "Gaststar" im Online-Comic User
Friendly unter
www.userfriendly.org auftreten.
Herzlichen Glückwunsch zum webweiten Ruhm!
Illiad,
den Schöpfer dieses Comics und der beiden O'Reilly-Bücher
User Friendly und
Evil Geniuses in a Nutshell, konnten wir auch dieses
Jahr wieder für Signierstunden an unserem Stand gewinnen. Der Einfallsreichtum seiner Fans
war beeindruckend und Illiad schrieb und zeichnete bereitwillig auf alles, was sie ihm
hinhielten: auf seine Bücher natürlich, auf Postkarten, auf T-Shirts und sogar auf mehrere
Laptops. Er zeichnete unzählige Dust Puppies und auch echte, am Stand anwesende Menschen.
Und siehe da, die Unterschiede zwischen LinuxTag-Besuchern und den Mitarbeitern von
Columbia Internet, dem nettesten, beschäftigsten und neurotischsten Internet Service
Provider der Welt, sind kleiner, als man denkt.
Bei
seinem Vortrag "Sidestepping the Gatekeepers" auf dem Forum des LinuxTags beantwortete
Illiad dann die letzten noch offenen Fragen zu seinem Leben und Wirken als Comiczeichner.
Er erzählte davon, wie es ist, vor einem leeren Blatt Papier zu sitzen, und von den
immensen Vorteilen des Mediums Internet: Das fast unmittelbare Feedback der Leser ist
eigentlich der beste Lohn für einen Zeichner. Wenn nur ein Besucher von
www.userfriendly.org mailt, daß ihn der aktuelle Comicstrip zum Lachen gebracht hat, ist
für Illiad der Tag gerettet.
Der
Mann, dessen Vortrag "The Open Source Revolution" den großen Vortragssaal im Kongreßzentrum
B mühelos füllte, leistete Illiad am O'Reilly-Stand Gesellschaft: Eric S. Raymond. Er
signierte begeisterten Besuchern sein Buch The Cathedral &
the Bazaar, das in der Szene Kultstatus genießt. Seinen Auftritt als
Flötist
bei der Abendveranstaltung am Freitag haben wir zwar verpaßt, konnten ihn aber dabei
beobachten, wie er sich von einem mittelalterlich gewandeten Messebesucher das elegante
Schwingen eines Schwertes beibringen ließ ganz verschiedene Welten, unmittelbar
nebeneinander.
Dieses Nebeneinander verschiedener Welten kennzeichnete den LinuxTag 2001 auch als
Ganzes: Das Publikum war bunt gemischt vom Neugierigen bis zum Linux-Experten, vom drei
Monate alten Säugling bis zum weißbärtigen Alten, vom Freak mit Pinguin-T-Shirt bis zum
Geschäftsmann in Schlips und Kragen. Auch die Aussteller deckten ein weites Spektrum ab
gemäß dem Ziel des LinuxTages, Fachkongreß und Publikumsmesse zugleich zu sein. Neben den
kleinen, immer umlagerten Boxen der Open Source-Projekte, wie zum Beispiel
GIMP,
KDE,
GNOME,
PHP oder
Zope, gab es auch die durchgestylten
Stände der bekannten Linux-Distributionen und der großen Firmen. Ergänzt wurde das
Informationsangebot an den Ständen in der Messehalle durch ein sehr umfangreiches
Vortragsprogramm mit über 50 Veranstaltungen. Die Themen reichten vom Vorstellen neuer
Produkte und Versionen über stärker technisch ausgerichtete Vorträge bis hin zu rechtlichen
und gesellschaftlich-philosophischen Fragestellungen.
Und hier noch ein paar Bilder von den Signierstunden, klicken Sie auf das jeweilige
Foto, um es in groß zu sehen: