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Essential System Administration, 3rd Edition

Die Top Fünf Open Source-Pakete für Systemadministratoren

von Æleen Frisch, Autorin von Essential System Administration, 3rd Edition, übersetzt von Peter Klicman

Das ist der dritte Teil einer fünfteiligen Reihe, in der ich meine aktuelle Liste der nützlichsten breitgefächert einsetzbaren Open Source-Werkzeuge für die Administration vorstelle. Diese Tools können Ihren Job einfacher machen, ganz egal, welches Unix-Betriebssystem Sie verwenden.

Nummer 3: GRUB

Administratoren, die Linux-Systeme betreuen, sind zweifellos mit dem LILO-Boot-Loader vertraut. LILO (oder Linux-Loader) war seinerzeit ein großartiges Tool und ermöglichte nicht nur das Booten des Linux-Betriebssystems, sondern auch aller anderen Betriebssysteme, die auf der gleichen Intel-basierten PC-Hardware liefen (einschließlich aller Windows-Versionen).

Es gibt einen neueren, etwas allgemeineren und flexibleren Boot-Loader, der sich immer weiter verbreitet. Sein Name ist GRUB: GRand Unified Bootloader (zu deutsch etwa der "großartige einheitliche Bootloader"). Er wurde ursprünglich von Erich Boleyn entwickelt und ist nun Teil des GNU-Projekts. Momentan wird die Entwicklung von Gordon Matzigkeit und Okuji Yoshinori vorangetrieben und geleitet. Die Homepage des Projekts ist http://www.gnu.org/software/grub.

Die GRUB-Entwickler sind bezüglich ihres Programms (zu Recht) sehr enthusiastisch, wie das folgende (frei übersetzte) Zitat von Gordon Matzigkeit zeigt:

Einige Leute wollen sowohl das Betriebssystem als auch den Kernel nennen, wenn sie über ihre Computer sprechen, und sagen daher "GNU/Linux" oder "GNU/Hurd". Andere scheinen den Kernel für den wichtigsten Teil des Systems zu halten und bezeichnen ihre GNU-Betriebssysteme daher gern als "Linux-Systeme". Ich persönlich halte [beides] für eine grobe Ungerechtigkeit, weil der Boot-Loader die wichtigste Software überhaupt ist.

[Dementsprechend] habe ich die obigen Systeme immer als "LILO"- oder "GRUB"-Systeme bezeichnet. Unglücklicherweise hat niemand je verstanden, wovon ich eigentlich rede. Daher verwende ich nun das Wort "GNU" als Pseudonym für GRUB. Wenn Sie also jemanden über seine vermeintlichen "GNU"-Systeme reden hören, denken Sie daran, daß es sich dabei eigentlich um eine Hommage an den besten Boot-Loader handelt: GRUB!

In dieser Serie

Nummer fünf: Amanda
Unser Countdown beginnt mit Amanda, einem Utility für unternehmensweite Backups.

Nummer vier: LDAP
Weiter geht's mit LDAP, einem Protokoll, das einen Verzeichnisdienst zur Verfügung stellt.

Wenn es nach Gordon geht, sind "Linux"-, "FreeBSD"- und alle anderen Systeme irgendwann einmal GRUB-Systeme. Tatsächlich installieren die jüngsten Versionen von Red Hat Linux und SuSE Linux GRUB standardmäßig oder bieten es als Option an.

Inwieweit GRUB besser ist

Ich ziehe GRUB anderen Boot-Loadern aus den folgenden Gründen vor:

  • Es ist unabhängig von dem zu bootenden Betriebssystem.

  • Es besitzt eine einfache Menüschnittstelle für die normale Bootauswahl.

  • Es kann als vollständige Boot-Shell fungieren und stellt dabei eine Umgebung zur Verfügung, in der Sie jeden gewünschten Boot-Befehl eingeben können. Alternativ sind Sie in der Lage, existierende Menüelemente zu verändern.

  • GRUB muß nicht jedesmal neu installiert werden, wenn sich die Kernel- oder Systemkonfiguration ändert.

Komponenten von GRUB

GRUB besteht aus den folgenden Hauptkomponenten:

  • für eine Vielzahl von Betriebssystem-Umgebungen geeignete Boot-Loader der ersten und zweiten Stufe

  • Unix-Utilities zur Installation und Konfiguration von GRUB

  • die Konfigurationsdatei grub.conf zur Definition von Boot-Prozessen und den dazugehörigen Menüpunkten

Wie GRUB Festplatten benennt

Bevor wir uns die Konfiguration von GRUB ansehen, müssen wir wissen, wie bei diesem Paket die Festplatten angesprochen werden. GRUB definiert eine eigene Notation für Festplatten, so daß Plattenpartitionen und Slices unabhängig vom darauf enthaltenen Betriebssystem angesprochen werden können. Nachfolgend sehen Sie die allgemeine Syntax für Festplatten:

(hdn,p)

wobei n die Nummer der Festplatte (beginnend bei 0) und p die Nummer der Partition (die ebenfalls bei 0 beginnt) darstellt. Die zweite Partition der dritten Festplatte würden Sie also wie folgt angeben:

(hd2,1)

Für einige Betriebssysteme, die ihre Platten-Partitionen noch weiter unterteilen, verfügt die Syntax über ein drittes Feld, das den Buchstaben der (Sub-)Partition innerhalb der physikalischen Partition (Slice) angibt. So würde man beispielsweise die Partition a im ersten Slice der ersten Festplatte unter FreeBSD wie folgt ansprechen:

(hd0,0,a)

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