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Top Fünf Open Source-Pakete für Systemadministratoren
Seiten: 1, 2


Bei jedem (nächtlichen) Lauf führt Amanda ein vollständiges Backup eines Teils der Daten durch, genauer gesagt exakt des Teils, der benötigt wird, um die vollständigen Daten innerhalb eines kompletten Backup-Zyklus zu sichern. Ist dieser Zyklus also beispielsweise sieben Tage lang (mit einem Lauf pro Tag), muß täglich ein Siebtel der Daten gesichert werden, um in sieben Tagen ein vollständiges Backup abschließen zu können. Neben diesem "partiellen" vollständigen Backup nimmt Amanda auch inkrementelle Backups aller Daten vor, die sich seit dem letzten vollständigen Backup verändert haben.

Die folgende Abbildung veranschaulicht dies:

Sie zeigt einen Amanda Backup-Zyklus von vier Tagen, wobei angenommen wird, daß sich täglich 15 Prozent der Daten ändern. Das oberste Kästchen in der Abbildung repräsentiert den vollständigen Datenbestand, für den Amanda verantwortlich ist. Wir haben ihn in vier Segmente unterteilt, um die Teile darzustellen, die jeweils einem vollständigen Backup unterzogen werden.

Die Inhalte der nächtlichen Backups sind am unteren Rand der Abbildung zu sehen. Die ersten drei Tage stellen eine Startphase dar. In der ersten Nacht wird ein Viertel der Daten vollständig gesichert (der lila Block). In der zweiten Nacht wird das zweite Viertel (blau) gesichert. Dazu kommen die 15 Prozent der Daten der vorigen Nacht, die sich während des zweiten Tages geändert haben (lila). Am dritten Tag wird das dritte Viertel der Gesamtdatenmenge vollständig gesichert, ebenso wie die 15 Prozent des Backups des zweiten Tages. Zusätzlich werden 15 Prozent des in der ersten Nacht gesicherten Teils bis zum vollständigen Backup in den zwischenliegenden Nächten gesichert. Mit anderen Worten also 30 Prozent des Viertels der Gesamtdaten.

In der dritten Nacht wird das dritte Viertel der Gesamtmenge vollständig gesichert (rot) sowie:

  • die geänderten 15 Prozent des Backups vom zweiten Tag (blau)

  • alle veränderten Daten in dem Teil, der in der ersten Nacht gesichert wurde (lila); das bewegt sich zwischen 15 und 30 Prozent der Daten und hängt davon ab, wie viele Überschneidungen es zwischen den Änderungen des zweiten und dritten Tages gegeben hat

Am vierten Tag tritt der normale Zeitplan in Kraft. Jede Nacht wird ein Viertel der Gesamtdatenmenge vollständig gesichert, und inkrementelle Sicherungen aller anderen Viertel werden zu gegebener Zeit entsprechend dem letzten vollständigen Backup durchgeführt.

Denksport:
Wie hoch ist der durchschnittliche Prozentsatz des gelben Abschnitts, der an jedem Tag des Vier-Tage-Zyklus gesichert wird? Wir nehmen dabei an, daß die 15 prozentige Änderung gleichmäßig verteilt ist.

Antwort

Das Beispiel stellt immer noch eine Vereinfachung dar, weil es mit inkrementellen Backups auf Level 1 arbeitet. In der Praxis verwendet Amanda mehrere Level inkrementeller Backups, um die Speicheranforderungen zu minimieren.

Um Dateien aus einem Amanda-Backup wiederherstellen zu können, benötigen Sie alle Speichermedien eines vollständigen Zyklus.

Konfiguration und Einsatz von Amanda

Konfiguration und Verwendung von Amanda sind nicht schwer. Die Client-Konfiguration ist besonders einfach:

  1. Erzeugen Sie einen Amanda-Benutzer und eine Amanda-Gruppe. Stellen Sie sicher, daß die zu sichernden Daten von diesem Benutzer/dieser Gruppe gelesen werden können. Wenn Sie dump als Backup-Software verwenden, müssen Sie sicherstellen, daß auch /etc/dumpdates gelesen werden kann.

  2. Installieren Sie die Client-Software.

  3. Tragen Sie Amanda-relevante Einträge in /etc/services und /etc/inetd.conf ein. Diese definieren den Amanda-Dienst (an UDP-Port 10080), dessen Requests vom amandad-Daemon verarbeitet werden.

  4. Wählen und konfigurieren Sie ein Authentifizierungsschema. Standardmäßig wird eine .amandahosts-Datei verwendet, die wie die .rhosts-Datei funktioniert, aber nur für Amanda gilt und somit wesentlich weniger Risiko in sich birgt.

Die Einrichtung des Amanda-Server-Systems verlangt etwas mehr Arbeit:

  1. Installieren Sie die Software und legen Sie den Amanda-Benutzer und die Amanda-Gruppe an.

  2. Tragen Sie Amanda-relevante Einträge in /etc/services und /etc/inetd.conf ein. Wieder wird der Amanda-Dienst definiert, darüber hinaus aber auch die Dienste amandaidx und amidxtape (die von den Daemons admindexd bzw. amidxtaped verarbeitet werden).

  3. Richten Sie die Konfigurationsdateien ein.

    Die Haupt-Konfigurationsdatei ist amanda.conf. Hier legen Sie folgendes fest:

    • globale Einstellungen
    • Angaben zu den Geräten
    • Parameter für inkrementelle Backups
    • Parameter zum Bedarf an Netzwerk-Bandbreite
    • Angaben zu den Speichermedien
    • Angaben zum Festplatten-Zwischenspeicher
    • Angaben zum Dump-Typ: Welches Programm soll genutzt werden, sollen die Daten indexiert werden, welche relative Priorität weisen sie auf, wann dürfen Sicherungen durchgeführt werden, welches Authentifizierungsschema wird verwendet, usw.

    Hier ein Beispiel für eine Dump-Typ-Definition:

    define dumptype    normal {
       comment "Normales Backup"
       holdingdisk yes
       index yes
       program "DUMP"
       priority medium
       starttime 2000
       }

    Dieser Dump-Typ verwendet eine Festplatte als Zwischenspeicher, legt einen Index für den Backup-Satz an, der für eine interaktive Wiederherstellung geeignet ist, und verwendet das dump-Programm für das eigentliche Backup. Im Vergleich zu anderen Backups wird es mit einer mittleren Priorität ausgeführt. Amanda stellt verschiedene vordefinierte Dump-Typen in der Beispieldatei amanda.conf zur Verfügung, die ganz nach Wunsch verwendet oder angepasst werden können.

    Die tatsächlich zu sichernden Daten werden in der Konfigurationsdatei disklist konfiguriert, wobei die in amanda.conf definierten generischen Dump-Typen verwendet werden. Hier zwei Beispiel-Einträge:

    # Host Datei System Dump-Typ Spindel
    hamlet /chem stable -1
    ophelia /home normal -1

    Die Spalten dieser Datei bestehen aus dem Host-Namen, dem Dateisystem (als Datei in /dev, vollständiger Gerätename oder Mountpunkt), dem Dump-Typ und einem Spindel-Parameter. Letzterer kontrolliert, welche Backups auf einem Host zur gleichen Zeit erfolgen können. Der Wert -1 besagt, daß dieser Parameter ignoriert werden soll. Andere Werte definieren Backup-Gruppen für einen Host. Amanda führt nur Backups derselben Gruppe gleichzeitig aus.

  4. Bereiten Sie die Medien mit dem amlabel-Utility auf die Nutzung durch Amanda vor.

  5. Richten Sie einen cron-Job ein, der den amdump-Befehl zu dem für Ihre Umgebung geeigneten Zeitpunkt ausführt.

Amanda stellt darüber hinaus viele andere Utilities zur Verfügung, mit denen Sie die Konfigurationsdateien verifizieren, periodische Aufräumarbeiten durchführen und den Durchsatz verbessern können. Es besitzt auch eine Reihe nützlicher Logs und Reports sowie das amrecover-Utility, mit dessen Hilfe Sie Dateien aus den Backup-Sätzen wiederherstellen können.

Weitere Informationen über Amanda


Die dritte Auflage von Essential System Administration, 3rd Edition ist im August 2002 bei O'Reilly erschienen.

Æleen Frisch war über 20 Jahre als Systemadministrator tätig und hat dabei eine Fülle von VMS-, Unix- und Windows-Systemen verwaltet. Wenn Ihnen dieser Artikel gefallen hat und Sie einen kostenlosen ESA3-Newsletter erhalten wollen, können Sie sich unter www.aeleen.com/esa3_news.htm anmelden.

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