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Jeder Systemadministrator kann sich seinen Job einfacher machen, indem er die vielen ausgezeichneten und frei verfügbaren Open Source-Utilities und -Pakete nutzt. Diese Aussage gilt unabhängig davon, ob die Betriebssysteme auf den von Ihnen administrierten Computern selbst Open Source sind oder nicht. Dieser Artikel ist der erste einer Serie von fünf Artikeln. In jedem Artikel werde ich ein Paket aus meiner Liste der nützlichsten und weithin einsetzbaren Administrationswerkzeuge vorstellen. Diese Woche beginnen wir den Countdown mit Nummer 5. Schauen Sie in den kommenden Wochen wieder rein, dann finden Sie hier die nächsten vier Artikel.
Nummer 5: Amanda
Amanda steht für Advanced Maryland Automated Network Disk Archiver. Es wurde an der University of Maryland entwickelt, der ursprüngliche Autor ist James da Silva. Amanda ist ein Netzwerk-basiertes Utility für die unternehmensweite Datensicherung und besitzt Features, die früher nur bei teuren kommerziellen Paketen verfügbar waren. Amanda ist mit den besten kommerziellen Backup-Systemen nicht zu vergleichen, eignet sich aber für eine Vielzahl von Umgebungen.
Amanda macht sich die systemeigene Backup-Software wie dump, GNU tar und Sambas smbtar (zur Sicherung von Windows-Clients) zunutze. Das Paket stellt die Infrastruktur zur Verfügung, um diese Tools effektiv in einem Netzwerk von Systemen nutzen zu können, die eine Datensicherung benötigen. Es verwaltet auch Records der Datensicherungen und andere Informationen, die notwendig sind, um das Paket einfach einsetzen zu können.
Wie zu erwarten, unterstützt Amanda die gängigen Bandlaufwerke und andere Backup-Geräte (wie Stacker und Jukeboxen). Es kann die Komprimierung vorhandener Hardware für sich nutzen oder Archive komprimieren, bevor diese auf andere Medien geschrieben werden, falls eine Hardware-Komprimierung nicht zur Verfügung steht. Die Software-Komprimierung kann entweder auf dem Client-System (wo sich die zu sichernden Daten befinden) oder auf dem Backup-Server durchgeführt werden.
Amanda kann vollständige und inkrementelle Backups durchführen. Tatsächlich wählt Amanda basierend auf den festgelegten Konfigurationsparametern automatisch ein inkrementelles Level (mehr dazu später).
Amanda besitzt weitere nette Features:
Es bietet einen ausgezeichneten Schutz vor dem versehentlichen Überschreiben eines Mediums.
Die Sicherheit der Daten wurde beim Entwurf berücksichtigt. Es nutzt seine eigenen Netzwerkprotokolle, deshalb gibt es bei diesem Paket nicht die gleichen Sicherheitsprobleme wie beim traditionellen /etc/rmt-Ansatz von dump (zum Beispiel die Verwendung einer .rhosts-Datei im root-Homeverzeichnis). Neben seinem eigenen Authentifizierungsschema kann es auch mit der Kerberos-Authentifizierung arbeiten. Und die Kerberos-basierte Verschlüsselung kann ebenfalls verwendet werden, um die über das Netzwerk übertragenen Daten zu schützen.
Wie Amanda funktioniert
Amanda ermöglicht es Backups eines Netzwerk von Clients, an einen einzelnen, designierten Backup-Server zu übertragen. Es leitet lokale Backup-Operationen entsprechend seinem Zeitplan und anderen Parametern ein. Die daraus resultierenden Archive werden dann auf Band oder anderen Medien gesichert. Amanda kann auch Festplatten (sog. "Holding Disks") als Zwischenspeicher für die Backup-Archive verwenden, um den Durchsatz beim Schreiben des Bandes zu erhöhen. Damit stellt man außerdem sicher, daß die Daten auch bei einem Laufwerkfehler gesichert werden, da das Backup zu einem späteren Zeitpunkt auf das Sicherungsmedium geschrieben werden kann.
Amanda verwendet eine Kombination aus vollständigen und inkrementellen Backups aller Daten, für die das Paket verantwortlich ist. Es nutzt dabei den kleinstmöglichen täglichen Backup-Satz. Es verwendet hierzu die folgenden Informationen (der Einfachheit halber gehen wir davon aus, daß jeden Tag ein Sicherungslauf durchgeführt wird):
die Gesamtmenge der zu sichernden Daten, Amanda berechnet das intern aus der Liste der zu sichernden Elemente
die Anzahl der Tage zwischen vollständigen Backups (die vom Systemadministrator festgelegt wird)
den Prozentsatz der Daten, die sich jeden Tag ändern (vom Systemadministrator ermittelt und dann in Amanda festgelegt)
Amanda verfolgt dabei eine Doppel-Strategie: eine vollständige Sicherung der Daten innerhalb jedes Zyklus und gleichzeitig Sicherstellung, daß alle veränderten Daten zwischen den vollständigen Dumps gesichert werden. Bei der traditionellen Methode wird zum Beispiel einmal in der Woche ein vollständiges Backup durchgeführt, und an den anderen Tagen werden inkrementelle Backups angelegt. Amanda arbeitet anders.
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