Drei Dinge, die Sie heute tun können um Ihre Webseite zu optimieren




 

Die erste Website steht. Endlich. War auch viel Gebastel, die ganzen Tags und Divs. Aber irgendwie ... macht sie nicht so viel her. Sind die Farben zu uncool? Ist die Navigation klar strukturiert? Und was ist eigentlich mit der Barrierefreiheit der Site? Jeff Siarto ist ein in Chicago lebender Webdesigner, Co-Autor von Webdesign von Kopf bis Fuß und zeigt Ihnen drei Dinge, die Sie tun können, um Ihre Webseite mit wenig Aufwand zu verbessern.


Webdesign

von Kopf bis Fuß


Webdesign von Kopf bis Fuß ist ein Buch für alle, die Kenntnisse in (X)HTML und CSS mitbringen und nun das Design ihrer Website auf Vordermann bringen wollen. Nach und nach lernen Sie die Prinzipien professionellen Webdesigns kennen und bekommen einen geschärften Blick dafür, was eine gelungene, nutzerfreundliche Website im Kern ausmacht. Informationsarchitektur und die Entwicklung von Storyboards, Farbgestaltung, Usability und Barrierefreiheit – alle diese Themen werden mit viel Kreativität und Humor behandelt.


Ausführliche Informationen zum Buch finden Sie hier.


Das Kapitel 2: Konzeption können Sie hier als PDF probelesen!


Die Autoren

Ethan Watrall ist Juniorprofessor an verschiedenen amerikanischen Hochschulen und unterrichtet unter anderem nutzerzentriertes Design und User Experience, Spieledesign, antike ägyptische Sozialgeschichte und Archäologie. Neben einer Vielzahl an akademischen Veröffentlichungen hat er bereits mehrere Bücher über interaktives Design und Webdesign geschrieben. Ethan liebt Science Fiction und klassische Comics, und er ist ein begeisterter Fan verschiedenster Spiele (digital wie analog). Ethans digitales Alter Ego finden Sie unter captianprimate.com oder unter twitter.com/captain_primate.

Jeff Siarto hat an der Michigan State University studiert und sich auf User Experience und Webdesign spezialisiert. Schon während seines Studiums entdeckte er seine Leidenschaft für standardbasiertes Webdesign und arbeitete als Webentwickler. In seiner Freizeit liebt Jeff es zu kochen, zu essen und in endlosen Schleifen das Design seines Blogs unter www.siarto.com zu verändern. Wenn Sie sich dafür interessieren, was Jeff gerade tut, können Sie ihm auf Twitter folgen twitter.com/jsiarto.


1. Vereinfachen Sie alles!

Entfernen Sie unnötige und unwesentliche Inhalte
Menschen besuchen Ihre Webseite um Informationen zu finden. Möglicherweise um sich Ihr Portfolio anzusehen, um über Ihren letzten Urlaub zu lesen oder um herauszufinden, wie man Sie kontaktieren kann. Ihr Job als Webdesigner ist es, diese Information zugänglich und einfach auffindbar zu machen. Der einfachste Weg, Menschen zu helfen die wichtige Information zu erhalten, liegt darin, dass Sie Dinge loswerden, die trivial und unwichtig scheinen. Wenn Sie beim nächsten Mal Änderungen an Ihrer Homepage tätigen, versuchen Sie einmal Dinge wegzunehmen, anstatt neue hinzuzufügen. Vielleicht sind Ihr Facebook-Status-Widget oder ihre letzten 100 Tweets nicht ganz so wichtig für den Inhaltsschwerpunkt Ihrer Homepage, wie Sie dachten. Denken Sie über den Hauptinhalt Ihrer Seite nach und konzentrieren Sie sich darauf, ihn zu verbessern, anstatt mehr hinzuzufügen.

Vereinfachen Sie Ihr Markup
Genauso wie der Inhalt unordentlich und unorganisiert sein kann, kann auch das Ihrer Seite zugrundeliegende Markup chaotisch sein. In einer perfekten Welt würde das HTML, auf dem Ihre Seite basiert, eine exakte semantische Repräsentation Ihres Seiteninhalts sein. Unglücklicherweise leben wir nicht in einer perfekten Welt und HTML (und seine XHTML-Variante) ist keine perfekte Markup-Sprache. In diesem Sinne ist es wichtig, Ihr Markup so schlank wie möglich zu halten. Müssen diese Items in einer Liste sein, oder würde ein Paragraph genauso gut funktionieren? Benutze ich Tabellen für Tabellendaten und kein Layout? Gehen Sie Ihr Markup durch und löschen Sie alles, was für das Layout und die Semantik Ihrer Seite nicht essentiell ist, genauso wie Sie es mit Ihren Inhalten getan haben. In dem Sie Ihre Tags organisieren, beschleunigen Sie Ihre Seite nicht nur, sondern reduzieren auch Browser-Widersprüche und legen eine größere Bedeutung auf Ihren Inhalt.

Reduzieren Sie die Download-Footprints Ihrer Seite
Ob Sie es glauben oder nicht, noch ist nicht jeder durch ein schnelles Kabelmodem oder DSL mit dem Internet verbunden. In Gegenden, wo Breitband nur beschränkt vorhanden ist, gibt es immer noch Menschen, die mit einem Einwahlmodem, langsamen DSL oder sogar Satellit surfen. Diese Art von Usern stellt immerhin 5-15% ihrer Seitenbesucher und ihre Erfahrungen auf Ihrer Seite sind genauso wichtig wie die von denen, die sich über ein superschnelles Campus-LAN einwählen. Mit diesem Wissen sollten Dateigrößen und Downloadzeiten immer im Blick behalten werden, wenn es um das Designen neuer Seiten oder um das Hinzufügen von Content oder Features auf Ihren alten Seiten geht. Vergewissern Sie sich, dass Sie die richtige Bildkompression für das verwendete Format benutzen. Icons, Schriften und Logos sollten optimalerweise als GIFs gespeichert werden, wohingegen Bilder als JPEGs am Besten aussehen. Passen Sie die Qualität Ihrer Bilder an um die beste Auflösung in der kleinstmöglichen Dateigröße anzubieten. Falls Sie Photoshop benutzen, wird das „Für Web speichern“-Feature Ihnen mitteilen, wie lang die Zeitspanne ist, die dieses Bild für einen Download in einer gegeben Geschwindigkeit benötigt. Notieren Sie sich diese Zeitspannen, dann haben Sie einen Eindruck, wie lange Ihre Seite in der Gesamtheit benötigt, um geladen zu werden. Zusätzlich kann die Verwendung des Aktivitätsmenüs Ihres Browsers oder des Web Inspectors (Safari/Webkit) helfen, wichtige Informationen über Downloadzeiten und Dateigrößen zu erhalten – und Ihnen manchmal auch zeigen, an welcher Stelle sich Flaschenhälse befinden. Zuletzt beachten Sie #1 und #2 oben, um Ihre Dateien kleiner und schneller zu machen.

2. Lernen Sie von den Menschen und den Robotern, die Ihre Seite besuchen

Schauen Sie jemandem zu, der Ihre Seite besucht

Gute Webseiten sind für ihr gewünschtes Publikum gestaltet. Meistens sind Sie das nicht. Deshalb macht es auch keinen Sinn, wenn Sie die einzige Person sind, die das Design und das Layout Ihrer Seite testet. Vielleicht ist es nicht einfach, eine Person zu finden, die Ihr gewünschtes Besucherpublikum repräsentieren kann oder Sie kennen Ihr Wunschpublikum nicht einmal. Der Punkt ist, dass Sie jemanden finden müssen, der nicht Sie oder Ihre Mutter ist (sie wird zu nett sein), um sich einmal flott durch Ihre Seite durchzuklicken, während Sie seine Aktionen und seine Verhaltensweisen beobachten. Also, finden Sie einen Freund oder Nachbarn und fragen ihn, ob Sie ihm einmal beim Rumklicken auf Ihrer Seite beobachten dürfen. Geben Sie ihm einige Aufgaben wie einen bestimmten Artikel zu finden oder Ihre Kontaktinformationen zu finden und schauen Sie, was passiert. Wie lang braucht er um die Informationen zu finden? Hat er sich „verlaufen“? War er frustriert? Die Ergebnisse werden Sie überraschen und es ist nicht unwahrscheinlich, dass diese Sie dazu bringen, noch einmal anders über die inhaltlichen und gestalterischen Entscheidungen, die Sie getroffen haben, nachzudenken. Denken Sie daran, dass Sie die Seite aufgebaut haben und wissen, wo alles ist und wie man da hin kommt. Ihre User haben diesen Luxus nicht.

Statistiken können Ihnen mehr erzählen als nur Seitenaufrufe
Die meisten Menschen vertrauen auf Programme wie Google Analytics, Mint und AWStats als Webtracking-Werkzeuge um zu erfahren, wieviele Menschen ihre Seite täglich, wöchentlich, monatlich und jährlich besuchen. Obwohl das damit natürlich möglich ist, geben sie Ihnen eine viel wichtigere Information, als wie viele Besucher Sie im letzten Dezember hatten. Wenn ein Besucher eine Ihrer Seiten besucht, hinterlässt er eine Fülle von Informationen, die Ihnen helfen kann, seinen Aufenthalt auf Ihren Seiten so angenehm wie möglich zu machen. Die meisten Webtrackingprogramme geben die Browserversionen, die Bildschirmgröße, die Verbindungsgeschwindigkeit, die Zeit, die man auf der Seite verbracht hat, die Seiten, die man angeklickt hat und wo man hergekommen ist, an. Diese Informationen sind Gold wert. Indem Sie all diese Metriken kennen, ist es Ihnen möglich, genau die Veränderungen auf Ihrer Seite herbeizuführen, die das User-Erlebnis auf Ihrer Seite verbessern wird. Wenn zum Beispiel 80% Ihrer Besucher eine Bildschirmauflösung von 800x600 haben, aber Ihre Seite auf einem 1024x768 Template basiert – dann ist dies für 3/4 Ihrer Besucher höchst unerfreulich. Indem Sie dieses Detail verändern, machen Sie Ihre Besucher nicht nur glücklicher, sie werden wahrscheinlich auch länger auf Ihrer Seite bleiben und sogar zurückkommen.

3. Überprüfen Sie Ihre Arbeit

Benutzen Sie die W3C Markup Validation Werkzeuge um Ihre Seiten zu kontrollieren
Eines der einfachsten Dinge, die Sie tun können um ihre Webseite zu verbessern ist, ihr Markup und Ihre Stylesheets zu überprüfen. Das bedeutet lediglich, den Code durch ein vom W3C zur Verfügung gestelltes Formular zu schicken, welches überprüft, ob Ihr HTML und CSS die benötigte Spezifikation aufweist. Der Validator schaut sich automatisch Ihr DOCTYPE an und generiert einen Report. Entweder sagt er Ihnen, dass Ihr Code zulässig ist oder er gibt eine Fehlerliste aus und Hinweise, wie man diese beseitigen kann. Dies ist eine gute Möglichkeit, Tags zu finden, die Sie aus Flüchtigkeit vergessen haben zu schließen und zugleich um sicherzustellen, dass Sie die Elemente richtig verwenden. Das Überprüfen macht viele der obigen Schritte einfacher und es wird Ihnen zugleich helfen, mehr über HTML und XHTML zu lernen.

Dies ist natürlich keine vollständige Liste der Dinge, die Sie tun können um Ihre Webseite zu optimieren. Gutes Webdesign ist ein Prozess, der Fähigkeiten in vielen verschiedenen Gebieten verlangt und viele Bücher sind allein über kleine Gebiete des Webdesigns geschrieben worden. Das Beste, was Sie tun können, ist, die Dinge so einfach wie möglich zu gestalten und wirklich darüber nachzudenken, welche Leute Ihre Webseite besuchen und mit ihr interagieren werden. Wenn Sie diese beiden Sachen berücksichtigen, wird Ihre Seite besser als 90% des Webinhalts sein und Sie werden einige der glücklichsten User ihr eigen nennen. Wie es weiter geht, wie Sie Ihre Webseiten gestalterisch optimieren können, erfahren Sie in dem Buch Webdesign von Kopf bis Fuß.