Die kreative digitale Dunkelkammer
Im Zeitalter der digitalen Fotografie hat
sich die Entwicklung der Abzüge von der Bearbeitung
der Bilder entkoppelt und ist von der Dunkelkammer auf
den Computerbildschirm gewandert
- die digitale Dunkelkammer. Eine wahre Meisterin
auf diesem Gebiet ist "Photoshop Diva" Katrin Eismann,
die gemeinsam mit Seán Duggan nun bei O'Reilly
in ihre Künste einweiht. Lesen Sie unser Interview mit Katrin Eismann.
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Katrin Eismann ist eine international anerkannte Künstlerin, Dozentin und Autorin, die sich auf die kreative digitale Fotografie und die Bedeutung der sich ausbreitenden Technik für professionelle Fotografen, Künstler und Lehrende spezialisiert hat. 2005 wurde Katrin in die Photoshop Hall of Fame aufgenommen, und ihre Bilder sind in zahlreichen Büchern, Zeitschriften und Ausstellungen zu finden. Katrin ist Mitbegründerin und Vorstand der Masters of Professional Studies in Digital Photography an der School of Visual Arts in New York.
Ihre Website finden Sie unter http://www.photoshopdiva.com/.
Seán Duggan ist Kunstfotograf, Dozent sowie Adobe Certified Photoshop Expert und besitzt umfassende Erfahrungen sowohl in der traditionellen als auch in der digitalen Dunkelkammer. Seine Website finden Sie unter www.seanduggan.com.
Katrin Eismann spricht über ihre Lieblingsanwendungen in der Bildbearbeitung.
(Digital Media Podcast Series: PhotoPlus Expo 2007, October 2007: 17 minutes, 06 seconds)
Hier geht's zum Download.
Die kreative digitale Dunkelkammer
Katrin Eismann & Seán Duggan
1. Auflage Mai 2008
452 Seiten, Hardcover, komplett in Farbe, 49.90 EUR
ISBN 978-3-89721-489-7
Dieses Buch zeigt anhand professioneller Fotoarbeiten, wie Fotografen die digitalen Möglichkeiten ausloten und
kreativ für sich nutzen können. Ausgehend von den klassischen Prinzipien
analoger Fotografie beschreiben die Autoren den professionellen Workflow bei der Arbeit mit digitalem Bildmaterial.
Die Fotografie im Silicon-Zeitalter
Wir haben Katrin Eismann nach Ihrer Meinung zum Stand der Fotografie im digitalen Zeitalter befragt.Frau Eismann, erinnern Sie sich noch an Ihre erste Kamera? In welchem Alter haben Sie sie bekommen und welches Modell war es?
Ich war zwölf, als ich meine erste Kamera bekam. Für meine erste Kamera habe ich
Rabattmarken aus dem Lebensmittelgeschäft gesammelt. Dafür habe ich dann eine Kodak Instamatic-Kamera für 126er-Kassettenfilme bekommen. Zu der Zeit habe ich dann hauptsächlich meinen Hund fotografiert. Als ich älter war, habe ich einen Ferienjob bei Bosch in Feuerbach angenommen, damit ich mir eine Olympus OM2, eine 35mm-Kompaktkamera mit einem sehr guten Objektiv, kaufen konnte. Sobald ich das Geld zusammen hatte, habe ich den Job an den Nagel gehängt. Ich habe diese Kamera geliebt. Sie lag so gut in der Hand und ich nahm sie überall hin mit.
Was sind Ihre Lieblingsmotive?
Kuriositäten. Übergänge. Spuren. Details.Nehmen sich Fotografen heute zu viel Zeit für die Arbeit mit Photoshop, aber immer weniger Zeit für die Vorbereitung der Fotoshootings selbst?
Ich finde es interessant, dass Leute meinen, die Arbeit mit Photoshop koste so viel Zeit. Erinnert sich denn niemand mehr an die Zeit, als das Vorbereiten der Chemikalien, das Experimentieren mit Testabzügen und die Arbeit am endgültigen Abzug etliche Stunden gedauert hat? Ich bin niemals in die Dunkelkammer gegangen, ohne mir nicht gute drei bis vier Stunden Zeit zu nehmen.Natürlich kann man viele Stunden mit Photoshop verbringen, aber andererseits kann ich ein Bild auch in ein paar Minuten perfektionieren, wenn ich nur 15 oder 30 Minuten erübrigen kann.
Die Fotografie hat die Ära der traditionellen Dunkelkammer verlassen und ist in das Silicon-Zeitalter übergegangen. Das bedeutet mehr Kontrolle über das Foto und erlaubt gleichzeitig eine stärkere kreative Durchdringung. Die Zeit, analoge Fotografie mit digitaler zu vergleichen bzw. abzugrenzen, ist vorüber.
Und Sie? Verbringen Sie mehr Zeit damit, nach Motiven zu suchen und Aufnahmen zu machen, oder mit der Bildbearbeitung in der digitalen Dunkelkammer?
Das kann ich nicht trennen. Beides ist integraler Bestandteil meiner Arbeit. Ich erfahre mehr über meine Fotografie während ich am Computer arbeite und ich bin in Gedanken auch bei der Arbeit am Bildschirm, wenn ich unterwegs bin, um zu fotografieren. Das gehört für mich zusammen.Die Fragen stellte Sarah Heß.
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