Die Bedienungsanleitung für den coolsten Computer der Welt


 


Apple hat es wieder geschafft. Das iPhone ist kein gewöhnliches Handy, sondern ein Wunder in Sachen Design, Eleganz und Funktionalität – aber was macht den besonderen Reiz des iPhone aus?
Wir sprachen mit dem Übersetzer des "Missing Manual" Christian Hieber.




 


astridemde Christian Hieber hat das iPhone Missing Manual übersetzt, an die deutschen Verhältnisse angepasst, aktualisiert und ergänzt. Er ist Mitbegründer von iFun.de, unterrichtet an der Merz Akademie in Stuttgart und ist nicht selten mit zwei iPhones und einem iPod gleichzeitig in der Tasche anzutreffen.

geo David Pogue schreibt eine wöchentliche Technikkolumne in der New York Times, hat als Korrespondent für CBS News einen Emmy gewonnen, wurde 2006 von der Online News Association für seine Online-Beiträge ausgezeichnet und hat die Buchreihe The Missing Manual ins Leben gerufen. Er ist Autor und Co-Autor von 42 Büchern - 17 davon in dieser Reihe und sechs weitere unter dem Label Für Dummies (unter anderem zu den Themen Macs, Zaubern, Oper und Klassische Musik). In seinem zweiten Leben war David früher am Broadway tätig und ist Zauberer und Pianist.
News, Fotos und Links zu seinen Artikeln und wöchentliche Videos finden Sie unter davidpogue.com.

Mapbuch

Auf der Website David Pogues favorite iPhone tricks verrät David Pogue seine liebsten Kniffe, wie man das iPhone noch leichter und eleganter bedienen kann.


Herr Hieber, wir haben gehört, Sie haben sich das iPhone schon beim Verkaufsstart besorgt. Wieso ist das iPhone ein solches Objekt der Begierde?


Apple ist bekannt für Innovation und außergewöhnliches Design. Wenn man sich anschaut, wie Apple mit dem iPod den Musikmarkt umgekrempelt hat, im Computerbereich ständig mit neuen Ideen beeindruckt oder Windows in Sachen Benutzerfreundlichkeit um Längen hinter sich lässt, dann kann da eigentlich nur ein geniales Produkt bei rauskommen.

Es soll Menschenschlangen vor dem Geschäft gegeben haben. Wie war die Stimmung unter den Wartenden?

Ich stand selbst nicht in der Schlange, aber was man so vernommen hat, war ja in erster Linie auch Party. Da geht es nicht nur darum, einer der ersten mit dem iPhone zu sein, sondern irgendwo auch um das Event an sich. Man sieht das auch bei den großen Projektankündigungen oder Messen von Apple. Man trifft sich, tauscht sich aus und feiert.

Gibt es nicht ganz ähnliche Geräte zu einem weitaus günstigeren Preis?


Ich halte den Gerätepreis für ganz und gar nicht überzogen. Die als Konkurrenzmodelle platzierten Nokia N95 oder QBowl von Vodafone kosten auch ihre 400 Euro mit Vertrag. Und da haben Sie weder einen iPod mit dabei noch Apples wirklich geniales Multitouch-Konzept.

Viele stört die Vertragsbindung zu T-Mobile. Wie denken Sie darüber?


Mich überrascht die massive Kritik gerade der Konkurrenz, die eigentlich liebend gerne denselben Vertrag mit Apple abgeschlossen hätte. In Deutschland dürfen wir uns über Zweijahresverträge und Providerbindung nun doch wirklich nicht wundern - nicht, dass ich das verteidigen und für gut heißen will, aber so läuft das doch schon immer. Vor dem iPhone hatte ich z.B. den XDA Orbit 2, ein Gerät, das ich so nur über O2 erhalten konnte.

Die Kritik der Kunden richtet sich dann auch weniger gegen Vertragsbindung zu T-Mobile, sondern gegen die, aus Sicht Vieler, zu hohen Tarife. Vielleicht legt T-Mobile da ja noch ein wenig nach, allerdings darf man hier wirklich nicht den Fehler machen, die iPhone-Tarife mit irgendwelchen Billig-Flats zu vergleichen. T-Mobile hat Apples Zuschlag sicher nicht zuletzt wegen der guten Netzabdeckung erhalten, auf diese Weise ist sichergestellt, dass man mit dem iPhone an so gut wie jedem Ort in Deutschland ohne Zusatzkosten online ist - für die meisten Anwendungen auf dem iPhone eine Grundvoraussetzung.

Tragen Sie das iPhone immer bei sich? Und welche Funktion des iPhone nutzen Sie am häufigsten?


Ich benutze es deutlich häufiger als mein vorheriges Mobiltelefon, weil ich zusätzlich zur Telefonie und SMS nun oft auch meine Emails damit abrufe oder ins Internet gehe. Der integrierte iPod sorgt zudem dafür, dass ich meinen alten iPod nun nahezu gar nicht mehr benutze - ich habe, wenn ich unterwegs bin, ein Gerät weniger in der Tasche. Dank der Online-Funktion lasse ich inzwischen auch das Notebook öfter mal zu Hause, wenn ich es früher noch mitgenommen hätte.

Der Nutzer wird sehr intuitiv durch das Menü geführt - was bietet da das Missing Manual?


Natürlich kommen Sie sehr gut zurecht, wenn Sie sich ein iPhone kaufen und es einfach anschalten. Apple hat den Anspruch, den Anwender so wenig wie möglich mit Handbüchern und Anleitungen zu beschäftigen, sondern die Geräte so benutzerfreundlich wie möglich zu machen. Angesichts des Funktionsumfangs, den das iPhone bietet, ist es jedoch keine Schande, wenn man nicht überall auf Anhieb zurecht kommt. Zudem gibt es eine Menge Tricks und Funktionen, auf die man nicht zwangsläufig beim "Herumspielen" mit dem Gerät stößt.

Manche gehen davon aus, dass wir in Zukunft nur noch Touchscreen-Geräte haben werden. Was sind in Ihren Augen die Trends?


Einer der wichtigsten Punkte am iPhone ist ja die Möglichkeit, neue Funktionen durch Softwareupdates hinzuzufügen. So bleibt das Gerät deutlich länger aktuell als ein gewöhnliches Mobiltelefon. Ob die Bedienung über einen Touchscreen allerdings durch die Bank sinnvoller ist als herkömmliche Methoden, wage ich zu bezweifeln. Am Desktop-Computer beispielsweise werde ich mit einer herkömmlichen Tastatur und Maus meiner Meinung nach auch in Zukunft besser fahren, da hätte ich, abgesehen von ergonomischen Problemen, doch auch dauernd meine Hände vor dem Bildschirm wenn ich z.B. mit zehn Fingern tippe.

Wir bedanken uns für das Gespräch!


Die Fragen stellte Sarah Heß.





Themen

Buchreihen

Special Interest

International Sites

O'Reilly China O'Reilly USA O'Reilly Japan O'Reilly Taiwan