iPod+iTunes oder: Der Weg zurück zur Musik



 


In allen Bahnen, Bussen und Flugzeugen dieser Welt scheint es nur noch weiße Kopfhörer zu geben. Doch was ist das Faszinierende am iPod? Und was kann iTunes, was andere nicht können? In unserem Interview mit den Autoren von "iPod+iTunes" erfahren Sie mehr über das "digitale Dreamteam" iPod und iTunes. Gerald Erdmann und Charlotte Stanek erklären außerdem, warum sie vier Monate wie Eremiten lebten und geben in TOP FIVE-Listen ihre ganz persönlichen Tipps rund um den iPod.

 



TOP FIVE Tipps der Autoren

Für iPod+iTunes-Neulinge


  • Zum Ladeverhalten: Am Anfang sollte der Akku des iPod 3-5 Mal durchgeladen und entleert werden, um den Akku zu "trainieren".
  • Datensicherung: Auch ein iPod kann einmal abstürzen oder sich aufhängen, deshalb sollten die auf dem iPod enthaltenen Daten zum einen in iTunes behalten werden und zum anderen von dieser Datenbank immer wieder ein Backup gemacht werden.
  • Bei iTunes sollte man konfigurieren, dass die Datenbank von iTunes verwaltet und die Musik in die eigene Datenbank kopiert wird, damit die Musik nicht nur verlinkt ist, sondern wirklich in der iTunes-Datenbank abgelegt ist.
  • Zur Videokonvertierung für den iPod lieber Drittherstellerprogramme benutzen und nicht die Funktion in iTunes, da diese Programme oft umfangreicher und schneller sind.
  • Beim Importieren von CDs gleich die Informationen der Titel bearbeiten und richtig eintragen, denn im Nachhinein kann man nur noch schwer herausfinden, von wem dieser Titel nun wirklich stammt.

Podcasts: Favoriten der Autoren


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Momente, die zum iPod-Hören gemacht sind

  • Lange Strecken im Flugzeug verkürzen
  • S- und U-Bahn fahren
  • Statt Radiohören im Auto iPod hören - dank Drive+Play sogar mit Steuerung
  • Beim Schnorcheln / Wassersport mit wasserdichten Kopfhörern und wasserfestem Gehäuse
  • Im Hotelzimmer, um die eigenen Videos, Musik und Podcasts anhören zu können



Charlotte Stanek

"Wie Eremiten auf einem einsamen Berg"

Im Gespräch mit Charlotte Stanek und Gerald Erdmann, den Autoren von "iPod+iTunes"


700 Buchseiten und eine Referenzkarte für den schnellen Überblick - die neue Auflage von "iPod+iTunes" ist so umfassend wie detailreich. Wie lange habt Ihr gesammelt und gesichtet?

Bei der ersten Auflage haben wir ganze 14 Monate gesammelt, recherchiert, getestet und geschrieben - und das Pensum anfangs enorm unterschätzt. Als das erste Buch dann auf dem Markt war, haben wir gleich am ersten Tag nach Erscheinen mit dem Sammeln wieder begonnen, denn jeden Tag gibt es Neues, Interessantes und Spannendes rund um den iPod; auch jetzt haben wir schon wieder diverse Punkte für die nächste Auflage.

Viele Produkte und Programme verschwanden aber auch wieder. Das alles haben wir Tag für Tag, Woche für Woche dokumentiert - insgesamt über 250 Änderungen vor Schreibbeginn der zweiten Auflage - und in die zweite Auflage mit einfließen lassen. Dennoch haben wir auch für die zweite Auflage noch einmal 4 Monate benötigt, denn vieles hatten wir bis dahin übersehen und mussten jeden Link, jedes Programm etc. nochmals nachprüfen. Außerdem kamen ja auch ganze Abschnitte neu hinzu: iPod im Auto, Nike+Sport Kit und vieles mehr musste getestet und geschrieben werden. Die vier Monate waren deshalb wieder ein enormer Kraftakt, bei dem wir wie Eremiten auf einem einsamen Berg lebten.

Gerald Erdmann

Seit der Vorstellung des iPods vor mehr als fünf Jahren hat Apple etwa 75 Millionen MP3-Player verkauft. Was ist das Besondere am iPod - ist er nur schöner als die anderen?

Inzwischen gibt es Player, die genauso schön sind wie der iPod. Sie stehen dem iPod in Aussehen und Bedienung in nichts nach. Das allein ist also nicht der ausschlaggebende Punkt für den Erfolg des iPod. Viel wichtiger ist, dass es bei anderen MP3-Playern zahlreiche Probleme beim Befüllen gibt (mehr dazu kann man beispielsweise auch unter www.ipodbuch.de/tipps/mp3player.html nachlesen).

Der iPod hingegen bildet zusammen mit iTunes ein "digitales Dreamteam": CD einlegen, über iTunes importieren, iPod anschließen, synchronisieren und los geht's. Man muss dabei nichts über Dateistrukturen, Pfade, Namensgebung etc. wissen, sondern kann das Befüllen nahezu vollständig der Technik überlassen. Das und das viele Zubehör sind unserer Meinung nach die wichtigsten Kriterien, warum der iPod so einen großen Erfolg feiert. It just works!

Inzwischen gibt es auch nicht nur einen iPod, sondern eine ganze iPod-Familie: Mehrere Variationen des MP3-Players plus jede Menge Accessoires und Zubehör holen den iPod in jede Lebenssituation und zu jedem Menschen. Ist die Erfindung des iPod genauso bahnbrechend wie die des Walkmans?

Dazu muss man erst mal klarstellen, dass Apple den iPod nicht "erfunden" hat, sondern das bestehende Konzept der MP3-Player so gut bedienbar umgesetzt hat, dass jeder plötzlich damit zurecht kam, egal ob die Oma oder der Enkel. Bahnbrechend ist der iPod und vor allem dessen "Befüllstation" iTunes deshalb, weil deren intuitive Bedienkonzepte plötzlich Menschen wieder zurück zur Musik brachten, die damit eigentlich gar nichts mehr zu tun hatten. Und der iTunes Store brach und bricht schließlich die Art des Musikkonsums an sich auf: Nicht mehr die in der Hand zu haltende CD ist nunmehr wichtig, sondern die Songs auf dem Rechner. Diese Art des Musikkonsums auf legale Art und Weise in die Köpfe und damit in das Verbraucherverhalten zu bekommen, das ist ein Verdienst, den sich Apple zu Recht auf die Fahnen schreiben kann. Der Walkman war nur eine Modeerscheinung - das Konzept des iPod (zusammen mit iTunes und dem iTunes Store) ist hingegen die Zukunft unseres Konsumverhaltens, was Medien betrifft.

Die Musikverwaltungssoftware iTunes wird auch von vielen PC-Usern mit MP3-Playern anderer Hersteller benutzt, schon weil damit auf den iTunes Store zugegriffen werden kann. Warum ist iTunes so beliebt?

Referenzkarte zum Buch Eine Gegenfrage: Warum ordnet man seine CDs in einem Regal und nimmt sich viel Zeit dafür, sein persönliches Ordnungssystem dabei aufzubauen? Genau hier liegt der Erfolg von iTunes: Man verwaltet keine Dateien - wie früher und auch heute noch immer unter Windows allgemein üblich - sondern Musik. In iTunes sieht man nur die Namen, nicht die Daten, und kann wie vor dem CD-Regal seine persönliche Sortierung vornehmen. Da entdeckt man dann plötzlich verschollen geglaubtes und findet so den Weg zurück zur Musik. Das ist das Geheimrezept neben der intuitiven Bedienung, denn iTunes ist der menschlichen und nicht der informationstechnologischen Logik angepasst. Das ist auch oft das Problem bei vielen Nutzern, die dann erst wieder "zurückdenken" müssen bei iTunes. Anfänger aber empfinden dieses Konzept als angenehm und bleiben dann bei iTunes hängen. Zudem ist iTunes umsonst und damit für jedermann - ob Windows- oder Apple-Nutzer - frei zugänglich und verfügbar.

Im iPhone, Apples neuestem Coup, ist der iPod bereits integriert. Handy, Terminkalender, Musik- und Videoplayer und vieles mehr in einem Gerät, und das bei höchstem Bedienkomfort. Wie seht Ihr den iPod der Zukunft - als Multifunktionsgerät?

Apple will mit dem iPhone den Mobilfunkmarkt revolutionieren und ist damit auf einem guten Weg. Denn heutzutage ist in den Mobilgeräten nahezu jedes Feature integriert, aber so versteckt und schwer zu bedienen, dass man es nicht nutzen kann bzw. wird. Wenn ich erst Stunden suchen muss, um die Mail zu schreiben und mir dann noch nicht mal sicher sein kann, ob sie versandt wird, dann ist das am Nutzer vorbei entwickelt.
Apple entwickelte vor 23 Jahren (1984) den Mac als intuitiv bedienbaren Computer und revolutionierte damit den PC-Markt. Jetzt soll auf die gleiche Weise der Mobilgerätemarkt revolutioniert werden. Nicht "muss alles können" ist die Devise, sondern "muss das nötigste können und leicht zu bedienen sein". Mit dem auf dem iPhone laufenden Betriebssystem und der damit verbundenen leichten Bedienbarkeit schickt sich das Gerät deshalb an, die leicht zu nutzende "eierlegende Wollmilchsau" des Mobilmarktes zu werden.

Die Fragen stellte Corina Lange.


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